Neuer Job für David Plouffe: Uber engagiert Obama-Berater

Neuer Job für David Plouffe: Uber engagiert Obama-Berater

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Wo immer Uber auftaucht, gibt es starken Widerstand der Taxi-Unternehmen.

Uber stellt einen der besten Kampagnenmacher der USA ein: den Wahlkampfstrategen von Barack Obama, David Plouffe. Unterstützung hat das Start-Up im Streit mit der Konkurrenz und den Marktaufseher bitter nötig.

Im Kampf gegen die Taxi-Konkurrenz rüstet Uber auf. Mächtig. Der Fahrdienst hat nun David Plouffe eingestellt, Politik-Experte und Wahlkampfberater der Demokratischen Partei. Ab September ist er für den Bereich Politik und Strategie im Unternehmen verantwortlich. Plouffes bislang größter Streich: Als einer der Hauptverantwortlichen machte er den Wahlkampf von Barack Obama für die Präsidentschaftswahlen 2008 zum furiosen Erfolg.

"Yes, we can" soll jetzt also auch für Uber gelten. Das 2009 gegründete Start-Up sichert sich die Unterstützung des erfahrenen und hoch erfolgreichen Kampagnenmachers in einer schweren Zeit. Während der Dienst bei Fahrgästen und vor allem bei Investoren weltweit auf Interesse stößt, trifft er auf den erbitterten Widerstand der etablierten Taxi-Unternehmen und der Regierungen.

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Massive Gegenwehr

In den USA, England und Frankreich bremsen Marktregulierungen das Wachstum von Uber aus. Auch in Deutschland läuft es nicht rund. Egal ob Berlin, Hamburg oder Düsseldorf – wo immer sich der Dienst hierzulande ausbreiten will, sind die Reaktionen ähnlich: Erst beklagen sich die Taxi-Fahrer, dann stimmen Politiker ein, dann müssen die Gerichte entscheiden. Kein typisch deutsches Phänomen: Unter Berufung auf alte Beförderungsgesetze gelingt es den Taxi-Unternehmen, dem unliebsamen Konkurrenten Steine in den Weg zu legen.

Warum Uber so umstritten ist

  • Was ist Uber überhaupt?

    Uber startete vor rund vier Jahren in San Francisco als Alternative zu Taxis, die in der kalifornischen Metropole notorisch schwer zu kriegen sind. Anfangs ging es nur darum, für etwas mehr Geld einen Chauffeur-Service mit Oberklasse-Wagen anzubieten. Inzwischen nutzt Uber seine Vermittlungsplattform auch für Dienste, bei denen Privatleute Fahrgäste mit ihren eigenen Autos mitnehmen können. Vor allem um solche Angebote entzünden sich die Streitigkeiten mit Taxi-Gewerbe und Behörden in verschiedenen Ländern.

  • Wie funktioniert Uber?

    Es ist eine Smartphone-App, wie man sie auch von den Taxi-Anwendungen kennt. Der Abholort wird automatisch ermittelt, der Kunde sieht die Uber-Fahzeuge in der Nähe. Der Fahrweg wird mit Hilfe von GPS berechnet, die Wagen kommen daher ohne Taxameter aus. Der Bezahlvorgang entfällt: Es wird einfach die bei Uber hinterlegte Kreditkarte belastet.

  • Was stört die Taxifahrer?

    Das Taxi-Geschäft überall ist vielen Regeln unterworfen. Es gibt Vorschriften für die technische Kontrolle der Fahrzeuge, die Überprüfung des Gesundheitszustands der Fahrer, spezielle Versicherungen und die Beförderungspflicht. Außerdem wird die Größe des Marktes über die Vergabe von Konzessionen eingeschränkt. So kann eine Taxi-Lizenz in New York mehr als eine Million Dollar kosten. Uber platzt mit seinen Dienstes in dieses über Jahrzehnte gewachsene Geflecht von Regeln und wirtschaftlichen Interessen.

  • Wie will Uber den Taxis Kunden abjagen?

    Beim ursprünglichen Chaufferdienst UberBLACK waren die Argumente vor allem der Komfort einer Smartphone-App, ein schickes Auto und die automatische Abrechnung. Bei den Mitfahrdiensten in Privatautos ist Uber aber auch günstiger als herkömmliche Taxis. So kostet der Service UberPOP in Hamburg einen Euro pro Kilometer bzw. 25 Cent pro Minute. Laut Hamburger Taxentarif zahlt man dagegen jeweils 2,20 Euro für die ersten vier Kilometer, je 1,90 für die nächsten fünf Kilometer und 1,40 ab dem 10. Kilometer.

  • Wie stehen deutsche Behörden zu Uber?

    Behörden und auch Landesregierungen sehen den Dienst skeptisch. In Berlin und Hamburg erließen die Behörden Unterlassungsverfügung gegen Uber. Gerichte erlaubtem dem Fahrdienst aber vorläufig die Weiterfahrt. In NRW erklärte ein Sprecher des Verkehrsministeriums zu Uber: "Nach den vorliegenden Informationen handelt es sich bei den Fahrten um genehmigungspflichtige Personenbeförderungen." Über eine solche Genehmigung verfügen die Uber-Fahrer aber offenbar nicht. Das Verkehrsministerium warnt deshalb vor hohen Bußgeldern.

Plouffe gilt als idealer Mann, um der Taxi-Lobby auf Augenhöhe zu begegnen. „Er ist ein erfahrener Stratege, der dass Start-up gegründet hat, dass den Präsidenten gewählt hat“, erklärt Uber-Chef Travis Kalanick. Er spielt damit auf die Graswurzelbewegung an, mit der sich Obama 2008 gegen bekanntere Politiker wie Hillary Clinton und John McCain durchsetzen. Mit Bürgernähe, aufwendigen Image-Kampagnen, professioneller Nutzung der Sozialen Netzwerke und gezielter Auswertung von Daten war es Plouffe gelungen, Obama zum Kandidaten des Durchschnittsamerikaners zu machen. Die New York Times beschreibt den Strategen als "Pionier im Umgang mit Technologie und verschiedenen Datenquellen, um eine Botschaft an die Zielgruppe zu bringen".

Plouffe hat bereits angekündigt, auch die Kommunikation von Uber wie eine politische Kampagne führen zu wollen und "Kunden wie Regulatoren" gleichermaßen mitzureißen. Dass Plouffe in der Politiker-Szene bestens vernetzt ist, wird Ubers Lobby-Arbeit deutlich erleichtern.

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Er freue sich, dass Taxi-Kartell mit der Firma anzugreifen, erklärte Plouffe. "Uber hat Chance, die Firma des Jahrzehnts, wenn nicht dieser Generation zu werden“ sagte Plouffe. „Ich habe gesehen, wie das Kartell der Taxi-Industrie versucht hat, im Weg von Technologie und großer Veränderung zu stehen. Am Ende wird dieser Versuch nicht gelingen."

Abzuwarten bleibt, wie sich Plouffes Marketing-Bemühungen in der Praxis niederschlagen und wie sie von den USA nach Europa übertragen werden. Die Zeit drängt, denn Probleme hat Uber nicht nur mit den etablierten Taxi-Unternehmen. In Deutschland ringt der Fahrdienst mit dem Konkurrenten Blacklane um Kunden. In den USA heißt der große Gegner Lyft. Der Kampf wird erbittert geführt.

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