Neues Geschäftsfeld: Leasing-Branche entdeckt Versicherungen

Neues Geschäftsfeld: Leasing-Branche entdeckt Versicherungen

, aktualisiert 14. November 2011, 13:32 Uhr
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Vor allem bei Fahrzeugen gehen Leasing und Versicherung immer öfter Hand in Hand.

Quelle:Handelsblatt Online

Mit speziellen Policen versuchen die Herstellergesellschaften beim Kfz-Leasing Risiken zu minimieren. Kunden müssen häufig einen Vollkasko-Vertrag abschließen. Neue Herausforderungen bringt die Elektromobilität mit sich.

FrankfurtLeasing und Versicherung sind mittlerweile eng miteinander verknüpft. Das gilt insbesondere für das Fahrzeugleasing. Vor allem Leasingtöchter von Autoherstellern versuchen, mit Hilfe von Versicherungen Risiken in Leasingverträgen zu minimieren. Ein Beispiel dafür ist die sogenannte GAP-Versicherung. Sie schützt bei einem Totalverlust des Fahrzeugs den Leasingnehmer vor Ausgleichszahlungen wegen vorzeitiger Beendigung des Leasingvertrags.

Weiter gibt es Angebote mit vergünstigten Prämien für Kunden, die Sicherheitsausstattungen ins Fahrzeug einbauen lassen, die Unfall- und Parkschäden vermeiden helfen. Dies wiederum kann sich bei er Rückgabe des Fahrzeugs positiv auswirken. Jeder Leasingnehmer muss zusätzlich zur obligatorischen Haftpflichtversicherung eine Vollkaskoversicherung abschließen, die selbstverschuldete Schäden am eigenen Fahrzeug abdeckt.

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Neue Angebotsmodelle für Flottenbetreiber

Aus Sicht vieler Leasingnehmer mag das zunächst wie ein Nachteil klingen. Da es sich bei Leasinganschaffungen in aller Regel um Neufahrzeuge mit einer Laufzeit von durchschnittlich 24 bis 48 Monaten handelt, ist ein solcher Schutz aber durchaus sinnvoll. Schließlich ist der Wertverlust des Fahrzeugs in den ersten Monaten am höchsten. Daher schlagen Eigenschäden erheblich zu Buche.

Einige Flottenleasingfirmen haben hierfür Eigentragungsmodelle entwickelt. Normalerweise gibt es bei Fuhrparks regelmäßig wiederkehrende Schadenverläufe, die in Art und Höhe allerdings schwanken.

Flottenbetreiber mit vergleichsweise geringen Schadensverläufen fragen sich daher, warum sie für Fuhrparks anderer Betreiber, bei denen es häufiger kracht, mitzahlen sollen. Denn je nach Fuhrparkgröße können die Prämien durchaus im sechsstelligen Bereich liegen - pro Jahr, versteht sich.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Versicherungssteuer von 19 Prozent. Sie ist im Unterschied zur Mehrwertsteuer für den gewerblichen Leasingnehmer kein durchlaufender Posten und kann auch nicht als Betriebsausgabe geltend gemacht werden.


Elektromobilität als neue Herausforderung

Beim Eigentragungsmodell wird je nach Schadensverlauf seitens der Leasinggesellschaft für den Fuhrpark eine monatliche Rate ermittelt, die ein Unternehmen auf ein eigenes Depotkonto einzahlt. Die Depotrate kann in Abstimmung mit der Leasinggesellschaft erhöht oder herabsetzt werden.

Das Modell ist seitens der Leasinggesellschaft als Dienstleistungspaket konzipiert. Das heißt: Die Gesellschaft berät ihre Kunden, sie verwaltet ihre Depots und managt die Schadensverläufe mit dem Ziel, dass der Aufwand in voller Höhe als Betriebsausgabe abgesetzt werden kann. Dazu gehört bei einem gewerblichen, vorsteuerabzugsberechtigten Kunden auch die enthaltene Umsatzsteuer von 19 Prozent.

Herausforderungen durch Elektrotechnik

Eigentragungsmodelle rechnen sich in aller Regel nur für größere Fuhrparks. Für kleinere Flotten und Einzelfahrzeuge werden hingegen mehr und mehr fahrzeugspezifische Versicherungen angeboten, die Leasinggesellschaften gemeinsam mit Versicherern anbieten. Volkswagen Financial Services hat mittlerweile sogar eine eigene Erstversicherungsgesellschaft gegründet und versichert darüber Garantieverlängerungen.

Die enge Verbindung zu den Fahrzeugen soll sich auf Prämien, Versicherungsarten, den Versicherungsschutz und eventuelles Schadenmanagement positiv auswirken. Und die Hersteller hoffen, so ihren Absatz anzukurbeln.

Mercedes und Volkswagen beispielsweise bieten beim Kauf eines Neuwagens versicherungsseitig eine sogenannte Kaufpreisschutzgarantie an für den Fall, dass der Wagen gestohlen wird oder einen Totalschaden erleidet. Diese Garantie ersetzt in einem solchen Fall nicht, wie bislang üblich, den Wiederbeschaffungswert, sondern den ursprünglichen Kaufpreis.

Neue Herausforderungen für Automobilversicherungen entstehen vor allem mit Blick auf das Thema Elektromobilität. Denn dadurch ist ein Versicherungsschutz erforderlich, der über das Fahrzeug hinausgeht und sich auch auf Batterien und Ladestationen erstreckt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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