Neues Nestlé-Werk in Schwerin: Kaffeegenuss mit Beigeschmack

Neues Nestlé-Werk in Schwerin: Kaffeegenuss mit Beigeschmack

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In Schwerin wird heute der Grundstein für das neue Kaffee-Kapsel-Werk des Schweizer Konzerns Nestlé gelegt.

von Mario Brück

Am neuen Nestlé-Kaffeekapselwerk für Dolce Gusto in Schwerin scheiden sich die Geister: Es ist zwar gut für die Region, aber teuer für den Kunden und schlecht für die Ökobilanz.

Wenn Nestlé, der mit einem Umsatz von mehr als 70 Milliarden Euro größte Nahrungsmittelhersteller der Welt, zu einer Grundsteinlegung in den Süden von Schwerin lädt, dann kommen sogar die ganz Großen und Wichtigen. An der Auftaktfeier für die größte Kaffeekapselfabrik in Europa nimmt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teil. Für Schwerin und das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern bedeutet das Werk 450 Arbeitsplätze, der Betrieb soll Mitte nächsten Jahres anlaufen.

Der Schweizer Konzern aus dem beschaulichen Vevey am Genfer See lässt für die Fabrik mit seinen zwölf Produktionslinien am Stadtrand von Schwerin 220 Millionen Euro springen. Das Werk soll die Märkte in Deutschland sowie Nord- und Osteuropa mit Kapseln der Marke Nescafé Dolce Gusto versorgen. Das Bundesland fördert den Bau mit 22,5 Millionen Euro. Bislang produzierte Nestlé seine Kaffeekapseln in England und Spanien. Für die Standortwahl war nach Angaben Nestlés unter anderem die günstige Lage zum Kaffee-Umschlagsplatz Hamburg ausschlaggebend. 

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Das mediale Spektakel liefert schöne bunte Bilder und rundum zufriedene Teilnehmer: Vertreter von Stadt und Land freuen sich über die hohe Investitionssumme in der strukturschwachen Region, die Schweriner über fast 500 neue Arbeitsplätze und Merkel über einen willkommenen Termin im Hinblick auf die Bundestagswahl.

Für Mecklenburg-Vorpommern sind die Nestlé-Millionen ein Hoffnungsfunke, denn die Investition gilt als eine der größten in der Geschichte des Bundeslandes. Die Werften, bisher industrielles Rückgrat im Küstenland, heute jedoch krisengeschüttelt, bauten ihre Belegschaften von einst 29.000 auf heute kaum mehr 3000 Mitarbeiter ab. Nun ist das Land gezwungen, auf einen langfristigen Strukturwandel zu setzen. Und Nestlé ist dabei ein tragender Baustein. „Das ist eine wichtige Investition für die Landeshauptstadt Schwerin und für ganz Mecklenburg-Vorpommern“, sagte Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) im Vorfeld. Die Ernährungswirtschaft habe sich im Nordosten zu einem der stärksten Wirtschaftszweige entwickelt. „Und diese Branche wird durch die Ansiedlung von Nestlé weiter gestärkt.“ 

In erster Linie stärkt sich selbstverständlich Nestlé.Denn das Geschäft mit den Kaffeekapseln boomt. Im Jahr 2011 hatte der Konzern nach eigenen Angaben mit den Gusto-Kapseln eine Wachstumsrate von mehr als 50 Prozent erzielt. Die Kaffeekapseln seien „eines der am schnellsten wachsenden Geschäftsfelder von Nestlé in Europa“, hatte Europachef Laurent Freixe erklärt.

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