Niederländischer Supermarkt: Albert Heijn kommt nach Deutschland

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Niederländischer Supermarkt: Albert Heijn kommt nach Deutschland

Deutschlands Supermarktketten bekommen Konkurrenz. Der niederländische Konzern Ahold fällt mit "Albert Heijn to go" in Aachen ein. Das Ziel: Über kurz oder lang ganz Deutschland erobern.

Der niederländische Einzelhandelskonzern Ahold wagt den Sprung in den hart umkämpften deutschen Markt. Bereits am 12. September eröffnet der bislang vor allem in den Niederlanden, Skandinavien und den USA aktive Konzern die erste Filiale seiner Kette „Albert Heijn to go“ in Aachen. Neun weitere Geschäfte sollen in den kommenden zwölf Monaten folgen. Damit setzt Ahold seine Pläne vom November 2011 endgültig um.

Der deutsche Lebensmittelhandel gilt wegen der starken Rolle der Discounter als einer der schwierigsten der Welt. Zahlreiche ausländische Händler wie das US-Unternehmen Wal Mart oder die französische Supermarkt-Gruppe Intermarché sind in der Vergangenheit bereits bei dem Versuch gescheitert, in der Bundesrepublik Fuß zu fassen.

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Wer ist Ahold?

  • Mitarbeiter und Geschäftskonzepte

    In den Niederlanden arbeiten 110.000 für Albert Heijn - 30.000 davon als Franchisenehmer. Albert Heijn betreibt nicht nur klassische Supermärkte, sondern auch XL-Geschäfte, To-Go-Läden, Stadteilversorger (wijwinkel) und einen Onlineshop.

  • Weltweit aktiv

    Ahold betreibt aktuell rund 3000 Geschäfte in zwölf Ländern. Davon rund 850 Albert Heijn Supermärkte, wovon 220 als Franchise-Filialen betrieben werden. 1995 erwarb Ahold die US-Kette Stop&Shop mit aktuell 375 Märkten in New England, New York und New Jersey. Deutschland ist nicht das einzige Land, in dem Ahold expandieren will. Bis 2016 sollen außerdem 50 Märkte in Belgien folgen.

  • Umsatz 2011

    Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Ahold 2011 einen Umsatz von 30,3 Milliarden Euro. Das waren 2,5 Prozent mehr als 2010. Konzernchef Dick Boer stellt sich für das laufende Jahr auf ein schwieriges Umfeld ein: „2012 wird ein weiteres herausforderndes Jahr für die Branche werden.“ Die Verbraucher blieben preisbewusst und der Wettbewerb unter den Einzelhändlern hart. Im zweiten Quartal legte Ahold wegen der guten Entwicklung auf dem US-Markt dennoch zu. Und steigerte den Nettogewinn um ein Viertel auf 248 Millionen Euro. Der Umsatz stieg um 12 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro.

  • Übernahmen

    Vor allem in den USA hat Ahold kräftig zugekauft. So gingen 16 Genuardi-Shops an die niederländische Kette, ebenso wie einige King Kullen- und Fresh & Green-Filialen die jetzt unter dem Stop& Shop-Label laufen. In den Niederlanden hat Ahold den Wettbewerber Jumbo mit 78 Filialen der Kette "C1000" und vier Jumbo-Geschäften sowie das Internetportal Bol.com übernommen.

  • Sparprogramm

    In November kündigten die Niederländer an, innerhalb der nächsten drei Jahre 350 Millionen einsparen zu wollen.

Ahold setzt bei seinen Expansionsplänen allerdings auf kleine Convenience-Stores, die vor allem Schüler, Studenten und berufstätige Pendler mit Snacks und Getränken für die Mittagspause oder den Feierabend versorgen sollen. Mit "Albert Heijn to go" wollen die Niederländer auf dem Markt für Fastfood Fuß fassen. Mit dem Konzept macht Ahold unter anderem dem deutschen Rewe-Konzern Konkurrenz - dieser hatte erst im Mai den ersten „Rewe to go“-Laden eröffnet. Auch Rewe will eine Alternative zu Fast-Food-Filialen, Imbissbuden und Bäckereien bieten. Immerhin geht Ahold mit den Snack-Shops dem Schlagabtausch mit Discountern wie Aldi erst einmal aus dem Weg. Ketten wie Kamps oder Backwerk dürften allerdings kaum begeistert sein.

Das Geschäft mit für den Verzehr vorbereiteten Convenience-Produkten sei bisher in der Bundesrepublik noch unterentwickelt, sagte der Deutschland-Chef von Ahold, der frühere Aldi-Manager Jürgen Hotz. Hier gebe es noch großes Wachstumspotenzial. Die Niederländer betreiben auf dem Heimatmarkt schon seit zehn Jahren derartige Shops, und ihr System ist entsprechend ausgefeilt.

Die kleinen, weniger als 100 Quadratmeter großen Geschäfte liegen verkehrsgünstig an Bushaltestellen oder Bahnhöfen. Der Einkauf soll nicht länger als zwei Minuten dauern. Das Angebot ist für den schnellen Verzehr bestimmt: Obst und Salat, Süßigkeiten, belegte Brötchen oder Nudelgerichte und Getränke. Langfristig wittert Ahold auch in der Bundesrepublik einen Milliarden-Markt für Fertiggerichte und Snacks. „Das Konzept wird funktionieren, es wird kein Testmarkt“, sagte Ahold-Deutschlandchef Jürgen Hotz. Im Wettbewerb sieht er Ahold in Deutschland vor allem mit Tankstellen und großen Bäckereiketten - und nicht mit McDonald's: „Wir grillen keine Hamburger.“ Ein Großteil der angebotenen Speisen soll aus dem Albert Heijn-Sortiment stammen. Die neuen Filialen sollen zunächst in Nordrhein-Westfalen an den Start gehen - in unmittelbarer Nähe zum niederländischen Heimatmarkt.

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