Nudeln aus dem Drucker: Die Grenzen des 3D-Drucks

Nudeln aus dem Drucker: Die Grenzen des 3D-Drucks

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Der italienische Lebensmittelkonzern Barilla entwickelt gemeinsam mit einem niederländischen Institut 3D-Drucker für Pasta. Metall- und Plastikteile aus dem 3D-Druckern sind schon Alltag. Doch ein- und dieselbe Maschine kann nicht sämtliche Ausgangsstoffe verwerten.

von Rebecca Eisert

Barilla will mit 3D-Drucker Nudeln pressen, die Royal Air Force Ersatzteile für Kampfjets, Väter Spielzeug für die Kids. Doch 3D-Drucker sind keine Zaubermaschinen, die man beliebig füttern kann. Eine Begriffsklärung.

Nudeln in Herzchen-Form braucht kein Mensch, sind aber eine wahnsinnig romantische Geste für die Gattin zum Hochzeitstag. So zumindest denkt der italienische Pasta-Hersteller Barilla und hat gemeinsam mit Forschern der niederländischen TNO zwei Jahre lang an einer Maschine getüftelt, mit der sich Nudeln in jeder beliebigen Form herstellen lassen. Dafür sorgen entsprechende Datensätze, die den Bauplan der Nudelteilchen enthalten. Die Maschine spuckt bereits 15 bis 20 Nudeln innerhalb von zwei Minuten aus. Die Geschäftsidee des italienischen Pasta-Herstellers: Restaurants kaufen den Drucker, die Gäste bringen auf einem USB-Stick individuelle Datensätze für selbstentworfene Pasta mit und die Küchenchefs kreieren mit den Individual-Nudeln das gewünschte Gericht.

Barilla möchte aber auch Geräte für den Hausgebrauch anbieten und wittert das große Geschäft mit Teig-Kartuschen. In diesen Drucker wird voraussichtlich aber deutlich weniger High-Tech stecken als in den Maschinen der renommierten TNO. Vielmehr wird es sich wohl um aufgerüstete Nudelmaschinen handeln. Details sind jedenfalls noch nicht bekannt.

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Wie viele unterschiedliche Nudeln die Barilla-Maschine letztendlich auch formen wird, sie wird immer nur Pasta herstellen. In der Flut an Meldungen über neue Produkte, die Forscher, Lebensmittelhersteller, Ärzte, Architekten und Maschinenbauer mithilfe von 3D-Druckern erzeugen, geht leider häufig unter, dass es sich jeweils um Spezialmaschinen handelt. Mit einem Pasta-Drucker lassen sich vielleicht noch andere Teig-Sorten verarbeiten, aber selbst das ist fraglich. Den Universal-3D-Drucker gibt es nicht und wird es nie geben. Eine Maschine, die Kunststoffteile druckt, indem sie feinsten Plastikpuder zum schmelzen bringt und in mikrometer dünnen Schichten aufträgt kann keine Metalle verarbeiten. Schmelzpunkt und Abkühleigenschaften sind nur zwei von unzähligen Eigenschaften, die von Material zu Material verschieden sind.

Der 3D-Drucker "Foodini" von Natural Machines, ein Start-up aus Barcelona, kann mit genau sechs verschiedenen Lebensmittelkapsel gefüllt werden. Eine Düse trägt die Paste aufs Backpapier, gebacken werden die Teilteile dann aber wie bisher auch im Ofen. Bei solchen Geräten muss man sich die Frage stellen, ob die Bezeichnung "3D-Drucker" und der Preis von rund 1000 Euro gerechtfertigt ist.

Unter 3D-Druck verstehen Experten für gewöhnlich vier unterschiedliche Verfahren:

Bei Variante eins trägt der Drucker mikrometerdünne Schichten aus geschmolzenem Kunststoff oder Gemischen aus Gips und Bindemittel auf. Mit jeder Schicht wächst das Objekt in Höhe. Stark vereinfacht ausgedrückt funktionierten diese Geräte wie eine programmierte Heißklebepistole.

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