Nürnberger Spielwarenmesse: Bühne frei für Spielzeuge 3.0

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Nürnberger Spielwarenmesse: Bühne frei für Spielzeuge 3.0

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Als Ninja-Turtles verkleidete Darsteller posieren während der Neuheitenschau vor der 64. Internationalen Spielwarenmesse in Nürnberg.

Bevor die Nürnberger Spielwarenmesse ihre Tore für Fachbesucher aus aller Welt öffnet, stellen die Hersteller traditionell ihre Neuentwicklungen vor. In diesem Jahr reicht die Palette von klassischen Brettspielen bis zu ausgeklügelter Elektronik. Auch Smartphones und Tablet-PCs finden sich vermehrt in den Kinderzimmern.

Die traditionelle Neuheitenschau der Nürnberger Spielwarenmesse hat am Dienstag das weltweit größte Treffen der Spielzeugbranche eingeläutet. Vom Geschichten erzählenden Teddybär über bewegungsreiche Outdoorspiele bis hin zum technikgespickten ferngesteuerten Hubschrauber reichte die Bandbreite der Neuentwicklungen, die ausgewählte Hersteller den Medien präsentierten. Viele Firmen entwickelten dabei klassische Spielideen weiter und führten Brettspiele ebenso vor wie Puzzles, Experimentierkästen oder Wurfspiele. Andere setzten eher auf Elektronik und boten zahlreiche Licht-, Sound- und Bewegungseffekte.

Auch neueste Technologien aus der Welt der Erwachsenen halten verstärkt Einzug in die Kinderzimmer: Smartphones und Tablet-PCs werden sogar schon in Spielzeuge für Kindergartenkinder integriert. Entsprechend lautet das offizielle Motto der Messe diesmal auch „Toys 3.0“. Durch die Kombination von anfassbaren und elektronischen Spielzeugen entstünden völlig neue Spielebenen und Spielformen, hieß es zur Begründung.

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Die Organisatoren erwarten bis zum kommenden Montag rund 76 000 Besucher aus aller Welt. Sie können rund eine Million Produkte begutachten, die die 2750 Aussteller in den bis auf den letzten Quadratmeter ausgebuchten Hallen präsentieren. Bayerns Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) sollte die Weltleitmesse am Dienstagabend offiziell eröffnen.

Spielwarenproduktion stieg 2011 um zehn Prozent

Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden anlässlich der Spielwarenmesse mitteilte, wurden 2012 in Deutschland Spielwaren im Wert von 1,53 Milliarden Euro produziert. Das ist ein Plus von 10,7 Prozent im Vergleich zu 2011 und der zweithöchste Wert in den vergangenen zehn Jahren. Branchenexperten zufolge stammen dennoch rund 60 Prozent der hierzulande gekauften Spielsachen aus China.

Gute Geschäfte verzeichnete hierzulande auch der dänische Bauklötze-Hersteller Lego. Er erreichte 2012 in Deutschland einen Marktanteil von knapp 17 Prozent, der Umsatz stieg um 12,7 Prozent auf 331 Millionen Euro. Vor allem die Kampffiguren Ninjago und die auf Mädchen zielende Reihe Lego Friends erwiesen sich als Kassenschlager. 2013 wolle Lego im deutschsprachigen Europa mit einem Plus von fünf bis acht Prozent ebenfalls stärker wachsen als der Markt, kündigte der für die Region zuständige Geschäftsführer Michael Kehlet an. Ihm zufolge sind bereits jetzt 27 der 50 meistverkauften Spielwaren in Deutschland Lego-Produkte.

Der oberschwäbische Hersteller Ravensburger trotzte 2012 ebenfalls der schwierigen Lage auf wichtigen Märkten in Westeuropa und steigerte seinen Umsatz um 3,1 Prozent auf rund 330 Millionen Euro. „Wir wachsen im Wesentlichen in zwei Produktkategorien: Das ist Tiptoi, und das sind 3D-Puzzles“, sagte der Vorstandsvorsitzende Karsten Schmidt am Montagabend in Nürnberg. Im vergangenen Jahr seien 900 000 3D-Puzzles berühmter Bauwerke sowie 2,7 Millionen Artikel der audiodigitalen Lernspielreihe über die Ladentheke gegangen. Wegen der wirtschaftlichen Gesamtlage rechnet Schmidt für 2013 trotz weiterer Neuerungen nur mit einem Umsatzplus von ein bis zwei Prozent.

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