Online-Angreifer: Die bedrohtesten Händler Deutschlands

ThemaOnlinehandel

Online-Angreifer: Die bedrohtesten Händler Deutschlands

von Henryk Hielscher

Online-Angreifern wie Amazon und Zalando haben Deutschlands Einzelhändler wenig entgegenzusetzen. Eine Exklusivstudie zeigt, wo die Wucht der Veränderungen am stärksten ist und wen die Abwanderung der Kunden am härtesten trifft.

Der Abschied klingt nach Abrechnung: „Wir sind es satt!“, steht in roten Lettern auf einem Zettel im Schaufenster des Krefelder Foto-Geschäfts von Dagmar und Wolfgang Lennertz. Sie seien es leid, sich von Kunden Preisvergleiche mit Online-Händlern vorhalten zu lassen und immer noch „billiger sein zu müssen“, schreiben die Inhaber. Nach 25 Jahren werden sie Ende April schließen.

Im Schaufenster des Münchner Surf- und Skateboardshops Boarders hängt eine ganz ähnliche Mitteilung: Es sei üblich geworden, sich im Laden ausführlich beraten zu lassen und „dann seine Kaufentscheidung abends im Internet“ zu fällen. „So kann kein Shop überleben“, schreibt der Betreiber. Ende April wird auch er sein Geschäft räumen.

Anzeige

Geschäftsaufgaben, weil Kunden lieber online ordern. Längst sind nicht mehr nur die kleinen, inhabergeführten Läden betroffen. Auch Branchenschwergewichte spüren, wie sich der Markt dreht und Umsätze wegfließen aus den Geschäften vor Ort, rein ins Netz. Der Augsburger Buchhändler Weltbild meldete im Januar Insolvenz an – vor allem, weil die Kundschaft lieber bei Amazon shoppt. Und die Hagener Handels-Holding Douglas begründete jüngst Stellenstreichungen in der Zentrale mit „der zunehmenden Digitalisierung und einem sich wandelnden Kundenverhalten“.

Brandbriefe, Pleiten, Entlassungen – schon heute herrscht Alarmstimmung im Einzelhandel. In den kommenden Jahren könnte sich die Lage weiter verschärfen, werden Online-Angreifer die Handelslandschaft neu sortieren. Doch wo wird die Wucht der Veränderungen am stärksten zu spüren sein, welche Unternehmen trifft die Abwanderung der Kunden am härtesten, mit welchen Konzepten lässt sich der Online-Angriff womöglich parieren?

Die Handelsspezialisten Timo Renz und Johannes Berentzen von der Münchner Beratung Dr. Wieselhuber & Partner haben gemeinsam mit dem Marktforscher Facit Research konkrete Antworten auf die Existenzfragen der Branche gefunden. Auf Basis einer repräsentativen Befragung von insgesamt mehr als 8000 Kunden haben die Berater herausgefiltert, wo der Handlungsdruck am größten ist.

Das Resultat ist eine rote Liste des deutschen Handels, ein Katalog von 50 Unternehmen, die ob der Schnelligkeit und Tiefe der Veränderungen letztlich sogar in ihrer Substanz bedroht sein könnten.

Die Aufstellung, über die die WirtschaftsWoche exklusiv berichtet, liest sich wie das Mieterverzeichnis einer typischen deutschen Fußgängerzone: Prominente Mode- und Sporthändler wie Wöhrl und Intersport finden sich ebenso auf der Liste wie bekannte Elektronikketten à la Expert oder ElectronicPartner.

Eng wird es laut Studie aber auch für Spielzeuggeschäfte von Vedes und Toys"R"Us sowie etliche Möbelhäuser und Buchhändler. Für betroffene Unternehmen „stellt der Umbruch ein substanzielles Geschäftsrisiko dar“, warnt Wieselhuber-Partner Renz. „Wer seine Hausaufgaben nicht macht, wird auf der Strecke bleiben“, ergänzt Studien-Co-Autor Berentzen.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%