Online-Discounter: Schnäppchenschleuder Lesara startet in der Schweiz

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Online-Discounter: Schnäppchenschleuder Lesara startet in der Schweiz

von Henryk Hielscher

Investoren wollen den Berliner Online-Discounter Lesara zum Netz-Rivalen von Tchibo hochrüsten. Jetzt bekommt das Projekt einen neuen Schub.

Die "Taschenuhr mit Engel-Motiv" im "angesagten Vintage-Stil" gibt’s für 9,99 Euro. Ein Mini-Kleid in "Leder-Optik" wird für 19,99 Euro feilgeboten. Und der „Figurformende Bauchgurt“ kostet 12,99 Euro. Willkommen beim Netz-Discounter Lesara!
Wer sich im Online-Shop des Berliner Start-ups umschaut, fühlt sich unwillkürlich an eine wilde Mischung aus Tchibo, Praktiker und Groupon erinnert.
An sämtlichen Artikeln sind alte Preise durchgestrichen, knallig rot darunter leuchtet der neue Tarif nebst Sparversprechen. Die Botschaft ist klar: Hier spricht der Preis. Wie kaum ein anderer Online-Händler setzt Lesara auf das Billig-Prinzip als entscheidenden Kaufanreiz.

Die größten Discounter der Welt 2014

  • Nummer zehn

    Dollar Tree belegt den zehnten Platz unter den weltgrößten Discountern. Das US-Unternehmen erzielte 2013 einen Umsatz von 6,2 Milliarden Euro.

  • Nummer neun

    Auch aus Skandinavien kommt ein Discounter, der es unter die Top Ten der weltgrößten geschafft hat: Rema 1000 gehört zum Konzern Reitangruppen. 2013 setzte das Unternehmen 6,8 Milliarden Euro um.

  • Nummer acht

    Der US-Discounter Family Dollar verkaufte 2013 Waren im Wert von 8,2 Milliarden Dollar und belegt damit weltweit den achten Platz unter den größten Discountern.

  • Nummer sieben

    Auch der siebtgrößte Discounter der Welt findet sich auf der Iberischen Halbinsel: Biedronka stammt aus Portugal und wird von JMR Jerónimo Martins Retails betrieben. 2013 setzte die Kette 8,3 Milliarden Euro um. Zum Vergleich: Aldi erwirtschaftete im gleichen Zeitraum mehr als den siebenfachen Betrag.

  • Nummer sechs

    Die sechstgrößte Discountkette der Welt stammt aus Spanien. Das Unternehmen mit dem Namen Dia (zu Deutsch „Tag“) setzte 2013 11,4 Milliarden Euro um.

  • Nummer fünf

    Auf dem fünften Platz findet sich wieder ein deutsches Unternehmen: Der Discounter Penny, der zur Rewe-Gruppe gehört. 2013 betrug der Umsatz des Discounters laut Ranking von Planet Retail 12,1 Milliarden Euro.

  • Nummer vier

    Erst an vierter Stelle ist ein nicht-deutsches Unternehmen zu finden. Die US-Kette Dollar General verkaufte 2013 Waren im Wert von 13,9 Milliarden Euro.

  • Nummer drei

    Mit großem Abstand folgt der drittgrößte Discounter der Welt: Netto. Die Kette gehört zur Edeka-Gruppe und erzielte 2013 14,2 Milliarden Euro Umsatz.

  • Nummer zwei

    Der Discounter Lidl, der zur Schwarz Gruppe gehört, belegt im Ranking der weltgrößten Discounter den zweiten Platz. 2013 betrug der Brutto-Außenumsatz der Supermarktkette 59 Milliarden Euro.

  • Nummer eins

    Aldi ist die Nummer eins im Ranking von Planet Retail (Juni 2014) im weltweiten Discounter-Markt. 2013 machte das deutsche Unternehmen einen Brutto-Außenumsatz von 61,1 Milliarden Euro.

Das Kalkül des Gründers Roman Kirsch scheint aufzugehen. Vor einem Jahr hat er die organisierte Preispurzelei gestartet. Inzwischen hat Lesara nach eigenen Angaben rund 100.000 Kunden beliefert, ein Sortiment von 14.000 Produkten aufgebaut und jüngst neue Investoren überzeugt. Nun will das Management des Billigheimers die Auslandsexpansion vorantreiben.

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Bis dato ist der Online-Discounter in Deutschland, Luxemburg und Österreich aktiv, nun kommt auch die Schweiz dazu. Die Alpenrepublik sei „einer der teuersten Konsumentenmärkte der Welt“, sagt Lesara-Chef Kirsch, nirgendwo sonst gebe es eine so „hohe Diskrepanz zwischen Preis und Leistung“. Daher habe sich das Management für die Expansion in die Schweiz entschieden, so Kirsch.

Ziel: Pan-europäischer Online-Discounter

Läuft alles nach Plan, ist das nur ein Zwischenschritt. Erklärtes Ziel der Netz-Billigheimer ist es, „die Marktlücke im Online-Handel als erster pan-europäischer Online-Discounter auszufüllen“. Im Klartext: die Berliner wollen ihre Schnäppchenschleuder europaweit ausrollen. Davon ist Lesara zwar noch weit entfernt, doch immerhin gelang es Kirsch bereits, prominente Geldgeber für Lesara zu gewinnen.

So beteiligte sich Ex-Puma-Chef Franz Koch an dem Start-up. „Was Tchibo, Aldi und Lidl seit Jahren machen, überträgt Lesara ins Internet", gab Koch vor wenigen Monaten zu Protokoll. „Es gibt zwar viele Online-Shops, aber keinen Discount-Spezialisten", so Koch damals. „Das ist für mich ein Erfolg versprechendes Geschäftsmodell.“

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Auch der frühere StudiVZ-Chef Michael Brehm und mehrere Risikokapitalgeber wie Partech Ventures aus Frankreich sind bei Lesara engagiert. Vor kurzem kam bei einer weiteren Finanzierungsrunde auch Mangrove Capital Partners dazu. Die Luxemburger haben unter anderem den Shopping-Klub Brands4Friends mitfinanziert.

Bei der Investorenansprache kam Kirsch zugute, dass er Erfahrung im Start-up-Business hat: Der WHU-Absolvent hat das Design-Portal Casacanda aufgebaut und wenige Monate später an das US-Vorbild Fab.com verkauft. Allerdings musste die Design-Plattform anschließend in Deutschland Stellen streichen.

Mit dem Investorengeld wird nun die Expansion finanziert. Neben dem Start in der Schweiz sollen auch ein Einkaufsbüro und ein Versandzentrum in China aufgebaut werden. Ab Anfang 2015 will sich Kirsch dann mit Lesara auch in erste Länder jenseits des deutschsprachigen Raums vorwagen.

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