Online-Händler: Zalando geht offenbar an die Börse

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Online-Händler: Zalando geht offenbar an die Börse

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Schon lange halten sich die Gerüchte, dass es Online-Händler Zalando an die Börse treibt.

Sorgt Zalando bald für Glücks-Schreie unter Börsianern? Europas größter Online-Händler will offenbar bis Herbst 2014 an die Börse gehen.

Der Berliner Online-Schuh- und Modehändler Zalando soll noch im dritten Quartal diesen Jahres an die Börse gehen. Das berichtet das Hamburger Wirtschaftsmagazins "Bilanz". Laut dem Magazin ist dieser Schritt bei einem Treffen des Managements in Berlin entschieden worden.

Das Unternehmen habe die Investmentbanken Credit Suisse, Morgan Stanley und Goldman Sachs mandatiert, um einen Börsengang im September vorzubereiten, sagten zudem zwei mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Als Handelsplatz sei die US-Technologiebörse Nasdaq im Gespräch.

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Zalando äußerte sich zu den Berichten zurückhaltend. "Wir konzentrieren uns darauf, was für das Unternehmen das Beste ist - auf das operative Geschäft", sagte ein Sprecher. "Wir prüfen immer alle Optionen für das Unternehmen, dazu mag auch ein Börsengang gehören."

Neu sind die Spekulationen über einen Börsengang Zalandos nicht. Ende 2014, spätestens Anfang 2015 könnte die Aktie starten, hieß es zuletzt immer wieder in Finanzkreisen.

Zalando auf einen Blick

  • Die Gründer

    Die Berliner Robert Gentz und David Schneider starteten im Oktober 2008 mit dem kleinen Online-Schuhshop Zalando. Ihr Büro diente als Warenlager, der Service lief über ihre Mobiltelefone.

  • Die Investoren

    Zu den Investoren zählen die Tengelmann-Gruppe (6 Prozent), der Facebook-Investor Digital Sky Technologies DST (9 Prozent), Holtzbrinck Ventures (8 Prozent) sowie die Samwer-Brüder Marc, Oliver und Alexander über ihren Berliner Startup-Entwickler Rocket Internet und European Funders Fund (17%). Die schwedische Investment AB Kinnevik hat mehrfach aufgestockt und hält mittlerweile 36 Prozent an Zalando direkt und indirekt via Rocket Internet. Damit sind die Schweden die größten Gesellschafter des E-Commerce Unternehmens. Im August 2013 stieg die Mode-Gruppe Bestseller von Anders Holch Povlsen mit 10 Prozent ein. Er kaufte u.a. Holtzbrinck und Tengelmann Anteile ab. Weitere Investoren wie der russischen Dotcom-Finanziers Yuri Milner halten insgesamt zusammen 13,5 Prozent.

  • Die Strategie

    Zalando expandierte in den vergangenen vier Jahren extrem schnell und aggressiv in ganz Europa und ist mittlerweile in 15 Ländern aktiv. Dafür setzte das Unternehmen große Summen für das Marketing, vor allem TV-Spots ein. Das Marktforschungsunternehmen Nielsen berechnete die Ausgaben für die Spots im Jahr 2011 allein in Deutschland auf 90 Millionen Euro. Der Bekanntheitsgrad der Marke Zalando liegt in der werberelevanten Zielgruppe bei 95 Prozent. In Frankreich kennt den Online-Händler nach einem Jahr am Markt bereits jeder Zweie.

  • Die Umsatzentwicklung

    Laut Bundesanzeiger wies Zalando für 2009 einen Fehlbetrag von 1,6 Millionen aus. 2010 waren es 20,4 Millionen. Der Umsatz lag 2010 bei 150 Millionen Euro. 2011 waren es bereits 510 Millionen Euro, 2012 hat Zalando die Milliarden-Marke mit 1,15 Milliarden Euro Nettoumsatz geknackt und den Vorjahresumsatz verdoppelt. 2013 kletterte der Umsatz um 52 Prozent auf 1,76 Milliarden Euro. Dabei steht aber ein Rekordverlust von 100 Millionen Euro in den Büchern.

  • Mitarbeiter und Logistik

    Zalando beschäftigt aktuell mehr als 1200 Mitarbeiter. In Berlin entsteht ein neuer Bürokomplex mit 20.000 Quadratmetern für mehrere hundert Mitarbeiter. Ab Sommer 2013 sollen weitere Büroflächen in Berlin Mitte angemietet werden. In Erfurt eröffnet Anfang Dezember das erste eigene Logistikzentrum, mit dem Bau eines weiteren hat der Online-Händler in Mönchengladbach begonnen, hier sollen bis zu 1000 Beschäftigte arbeiten.

Der größte Investor Zalandos, die schwedische Beteiligungsgesellschaft Kinnevik, hatte dem Unternehmen zuletzt einen Wert von 3,9 Milliarden Euro beigemessen. Andere Analysten beziffern den Wert gar auf mehr als fünf Milliarden Euro.

Weitere Artikel

Europas größter Online-Modehändler setzte 2013 knapp 1,8 Milliarden Euro um, 52 Prozent mehr als im Jahr davor. Damit ist Zalando aber weniger schnell gewachsen als zuvor: Zwischen 2011 und 2012 hatten sich die Umsätze verdoppelt.

Profitabel ist das Unternehmen bislang nicht, im vergangenen Jahr machte es einen Verlust von etwa 118 Millionen Euro. Nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist Zalando in den schwarzen Zahlen.

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