Quelle: dpaDas Imperium von Amazon
Viel Geld in der Kasse
Im vierten Quartal 2010 erzielte Amazon erstmals einen Umsatz von mehr als zehn Milliarden Dollar. Die Erlöse stiegen um 36 Prozent auf 12,95 Milliarden - allerdings hatten Analysten mit noch mehr gerechnet und waren auch vom Ausblick enttäuscht. Nachbörslich verlor die Aktie zwischenzeitlich fast zehn Prozent.Der weltweit größte Online-Buchhändler Amazon verkauft schon längst nicht mehr nur Bücher. Das Unternehmen investiert in Technologie und Unternehmensübernahmen. Allein im vierten Quartal 2010 erzielte Amazon erstmals einen Umsatz von mehr als zehn Milliarden Dollar. Die Erlöse stiegen um 36 Prozent auf 12,95 Milliarden.
Ein Überblick über Teile des Amazon-Imperiums...
Alle Texte: Jörg Stroisch
Quelle: APInvestitionen ins eigene Unternehmen
Mal als Nebengeschäft begonnen, ist der Buchhändler mittlerweile auch ein Riese im Cloud-Computing. Dabei vermietet Amazon Speicherkapazitäten seiner Großrechenanlagen, etwa eine halbe Milliarde Dollar pro Jahr bringt das nach einer Berechnung der Schweizer Investmentbank UBS. Und das Geschäft wächst rasant: Bis 2014 sollen sich die Einnahmen verfünffachen. Auch der hauseigene E-Reader Kindle liegt dem Unternehmen am Herzen. Mittlerweile wurden hier die Preise drastisch reduziert. Im Spätsommer 2011 begann Amazon mit der neuesten Version seines E-Readers einen Angriff auf den Branchenprimus Apple und präsentierte mit seinem Kindle Fire einen würdigen iPad-Herausforderer.
Aber auch größere und kleinere Onlinehandelsplattformen verleibt sich Amazon gerne ein, so gerade aktuell den Filmaboservice Lovefilm…
Quelle: ScreenshotLovefilm
DVDs kommen per Post ins Haus, mit dem „Lovefilm“-Player kann der Nutzer aber die aktuellen Hollywood-Streifen auch direkt auf seinem Rechner anschauen. Amazon hält schon länger eine Minderheitsbeteiligung an dem Unternehmen und wickelt seinen eigenen Film-Abo-Service direkt über Lovefilm ab. Simon Calver, Chief Executive von LOVEFiLM International, lobt die Übernahmepläne bei der Bekanntgabe am 20. Januar 2011. "Mit Amazons voller Unterstützung können wir entscheidende Verbesserungen für unsere Mitglieder in Europa umsetzen", hofft er.
Fremd ist Amazon das Geschäft mit Filmen nicht…
Quelle: ScreenshotIMDb
… Amazon hatte 2008 sein Filmverleihgeschäft in Deutschland und Großbritannien mit Lovefilm zusammengelegt und war mit 42 Prozent größter Einzelaktionär geworden.
Bereits 1998 verleibte sich Amazon die "Internet Movie Database" (IMDb) ein, die selbst zu diesem Zeitpunkt in ihren Ursprüngen bereits acht Jahre alt war, für das Internet also so etwas wie die Rolle des Urgroßvaters vom Web 2.0 spielt. IMB ist eine der größten Datenbanken über Filme, Fernsehserien, Videoproduktionen und Videospiele sowie über Personen, die daran mitgewirkt haben.
Gerade im Kalenderjahr 2010 investierte Amazon wieder kräftig in Webunternehmen…
Quelle: ScreenshotWoot
Einen gewissen Verkaufsdruck erzeugen will die E-Commerce-Plattform Woot. Nutzer bekommen nicht angezeigt, wie viele Bestände des nur einen Tag gültigen Angebots vorhanden sind. Der Preis ist niedrig, die Produkte stehen im Wettbewerb zu den Angeboten von Amazon.Woot verkauft auf dem amerikanischen Markt – und Mitte 2010 langte Amazon für einen unbekannten Preis zu.
Quelle: ScreenshotBuyVIP
Nur ein paar Monate später, im Oktober 2010, griff sich Amazon ein weiteres Webunternehmen. BuyVIP ist eine geschlossene Shopping-Community. Die Mitglieder haben die Möglichkeit, auf persönliche Einladung an limitierten Verkaufskampagnen teilzunehmen. In diesen Kampagnen werden ausgewählte Produkte beliebter und bekannter Marken aus dem Lifestyle- und Fashion-Bereich angeboten. Entsprechend leer kommt die Startseite daher; ein bisschen Animation von neuer Mode und ein Anmeldeformular. 70 Millionen Euro blätterte Amazon dafür auf den Tisch – nachdem der Marktführer Vente-Privée mehrfach abgewunken hatte.
Quelle: ScreenshotDiapers und Soap
Amazon ist ein riesiger Onlinehändler, doch in bestimmten Nischen hat die Konkurrenz die Nase vorn. So wurde Diapers zum größten Versandhändler von Babywindeln. Ein lukratives Geschäft - Amzon blätterte im November 2010 mehr als eine halbe Milliarde Dollar auf den Tisch um Quidsi zu übernehmen. Das amerikanische Unternehmen Quidsi betreibt diapers.com, sowie den Drogeriespezialisten soap.com.545 Millionen Dollar sind zwar nicht von Pappe, aber einmal bezahlte Amazon sogar noch deutlich mehr für eine Onlinehandelsplattform…
Quelle: ScreenshotZappos
…Zappos ist der größte Online-Schuhändler der USA, hat darüber hinaus aber auch Kleidung, Taschen und Sonnenbrillen im Angebot. Und Amazon bezahlte für das Unternehmen schon Mitte 2009 den enormen Betrag von 850 Millionen Dollar.
Quelle: ScreenshotEndless.com
Endless.com wurde im Dezember 2006 von Amazon.com eingeführt. Das Portal für Mode, Schuhe und Accessoires bietet einen kostenlosen Versand sowie die kostenlose Rücknahme innerhalb eines Zeitfensters von einem Jahr an. Zunächst bediente endless.com nur den amerikanischen Markt, am 13. Juli 2011 kündigte das Unternehmen an, den Versand auf 50 Länder auszudehnen. Der internationale Versand ist ab einem Bestellwert von 100 Dollar kostenlos.
Quelle: ScreenshotSmallparts.com
Ebenfalls zum Amazon-Imperium gehört der Online-Versandhandel SmallParts.com. Das Unternehmen wurde 1963 in den USA gegründet und produziert und vertreibt Schrauben, Werkzeuge und Drähte aller Art. Rund 100.000 Produkte gehören zum Angebot des Online-Shops. Small Parts versendet nur in die USA.
Das Imperium von Amazon
Viel Geld in der Kasse
Im vierten Quartal 2010 erzielte Amazon erstmals einen Umsatz von mehr als zehn Milliarden Dollar. Die Erlöse stiegen um 36 Prozent auf 12,95 Milliarden - allerdings hatten Analysten mit noch mehr gerechnet und waren auch vom Ausblick enttäuscht. Nachbörslich verlor die Aktie zwischenzeitlich fast zehn Prozent.
Der weltweit größte Online-Buchhändler Amazon verkauft schon längst nicht mehr nur Bücher. Das Unternehmen investiert in Technologie und Unternehmensübernahmen. Allein im vierten Quartal 2010 erzielte Amazon erstmals einen Umsatz von mehr als zehn Milliarden Dollar. Die Erlöse stiegen um 36 Prozent auf 12,95 Milliarden.
Ein Überblick über Teile des Amazon-Imperiums...
Alle Texte: Jörg Stroisch
Als ehemaliger Finanzanalyst kennt Amazon-Chef Jeff Bezos das Spiel. Je intensiver der Hype, umso stärker die Aufmerksamkeit, umso höher die Erwartungen. Was sich umso schlimmer rächt, wenn letztere verfehlt werden.
So wie bei den Zahlen des vierten Quartals, die der Online-Händler aus Seattle am Dienstagabend bekanntgab. Das am 31. Dezember beendete Quartal ist das traditionell stärkste von Amazon.com, enthält es doch das so wichtige Weihnachtsgeschäft. Tatsächlich setzte Amazon.com mit 17,4 Milliarden Dollar einen neuen absoluten Umsatzrekord, der 35 Prozent über dem des Vorjahreszeitraums lag. Doch der Umsatzsprung reichte nicht aus. Denn die Wall Street Analysten hatten mit mindestens 18,1 Milliarden Dollar gerechnet. Der Gewinn ging um 57 Prozent zurück. Da Amazon im vergangenen Jahr kräftig in neue Produkte, Dienste und zusätzliches Personal investierte, lag er nur bei 177 Millionen Dollar. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 416 Millionen gewesen.
„Amazon zählt als Wachstumsunternehmen“, sagt Analyst Aaron Kessler von der Investmentbank Raymond James. Dass der Gewinn so stark zusammenschmolz, spielt deshalb eine kleinere Rolle als der geringere Umsatzsprung.
Amazon-Finanzchef Tom Szkutak schiebt ihn auf das schwächer als erwartet ausgefallene Weihnachtsgeschäft in Nordamerika, besonders beim Absatz von Videospielen. Die müssen immer stärker gegen gratis Online-Spiele oder preisgünstige Titel für Mobiltelefone antreten.
Dafür kann sich Amazon immer stärker als Logistik-Dienstleister etablieren. Die Verkäufe von externen Händlern über Amazons Plattform machen mittlerweile 36 Prozent der abgesetzten Produkte aus.










