Online-Handel: Luxusfans entdecken das Internet

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Online-Handel: Luxusfans entdecken das Internet

von Lothar Schnitzler

Lange Zeit verpönt, wird das Internet nun auch für die Hersteller des Edlen und Teuren zum wichtigen Absatzkanal. Nur ein kleiner harter Kern verweigert sich dem Trend.

Paris, Champs-Élysées, es ist jeden Morgen das gleiche Bild. Eine Traube von Menschen knubbelt sich vor dem Stammladen des französischen Kofferbauers Louis Vuitton und wartet geduldig auf Einlass. Wenige Hundert Meter weiter auf der Rue Faubourg Saint-Honoré, wo die älteste Boutique von Hermès liegt, drücken sich Kundinnen ebenfalls fast die Nasen platt am Schaufenster.

Erfolgsfaktoren für Web-Shops

  • Front-End und Back-End

    Sie müssen nahtlos miteinander integriert sein. Das heißt, wenn der Besucher im Shop eine Bestellung auslöst, muss dieser Prozess in den nachgelagerten Warenwirtschafts-, Kundenwirtschafts- und Produktmanagementsystemen sauber abgebildet werden.

  • Multi- und Cross-Channel

    "In Zukunft wird es immer wichtiger sein, mehrere Kanäle gleichzeitig zu bedienen und diese gut miteinander zu vernetzen", so Reupert. Beispielsweise können integrierte Prozesse in den Webshops von Einzelhändlern eine Funktion bieten, über die der Besucher herausfindet, ob ein Artikel in einer bestimmten Filiale vorrätig ist. "Denn nach wie vor informieren sich viele Kunden im Internet und kaufen dann doch im stationären Handel."

  • Mobile Enablement

    Der Trend zum Smartphone hält an und darum ist es für Shop-Betreiber elementar, den Shop-Content auch mobil zur Verfügung zu stellen, um Kunden nicht an technisch fortschrittlichere Konkurrenten zu verlieren.

  • Produktdatenqualität

    Studien haben gezeigt, dass rund ein Drittel der Kaufabbrüche in einem Web-Shop auf der Produktdetailseite erfolgen. Daher ist die Qualität von Produktbeschreibungen und Produktbildern elementar wichtig. Um sich von der Konkurrenz abzuheben, rät Reupert: Besser als die Mitbewerber über Produkte informieren, bessere Usability und effektive Suchmaschinenoptimierung.

    Quelle: Achim Reupert, Experte des Dienstleisters Nionex, auf Mittelstandsmanager.de

Auch in Deutschlands Prachtmeilen scheint der Run auf die Tempel des Edlen und Teuren ungebrochen. In Berlin entsteht ein Lagerfeld-Store beim Potsdamer Platz, in Münchens Palais an der Oper richtet sich ein Louis-Vuitton-Maison ein, Cartier erweiterte in Hamburg, Juwelier Rüschenbeck wird eine Boutique im neuen Kö-Bogen in Düsseldorf aufmachen. Doch der Schein des ungebrochenen Booms der Luxusboutiquen trügt. Die Prunkläden sind dabei, ihr einträgliches Monopol zu verlieren. Die Zeit, in der Luxus ausschließlich über den Ladentisch gereicht wird, geht zu Ende. Das zeigt eine Untersuchung der Münchner Unternehmensberatung Roland Berger und des Meisterkreises, der Vereinigung führender Luxusfirmen in Deutschland.

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Online-Shopping So machen Sie sich im Netz unentbehrlich

Vom USB-Stick bis zur Küchenzeile: Egal, was Unternehmen online anbieten, die Konkurrenz ist riesig und mitunter billiger. Da hilft nur Mehrwert. Denn Online-Kunden fliegen auf das Rundumsorglos-Paket.

Quelle: rtr

Fast zwei Drittel der Hersteller verkaufen ihre Ware inzwischen auch über das Netz. Zwar ist der Anteil des Umsatzes, der übers Web geht, mit weniger als fünf Prozent noch vergleichsweise klein. Doch die Luxusmacher gehen davon aus, dass sich der Anteil in den kommenden fünf Jahren etwa verdoppeln wird.

Noch bis vor Kurzem galt der Eigentümerwechsel bei Goldcolliers oder Nobeluhren als unvereinbar mit dem schnellen Klick am Computer. Was hatte die Branche dem Internet-Handel nicht alles nachgesagt: Er zerstöre die Marke und mache aus Preziosen wohlfeile Massenware. Er töte die Begehrlichkeit.

Für welche Luxusgüter Verbraucher online am liebsten Geld ausgeben

  • Rang 8

    Wohn- und Tischkultur: 24,4 Prozent

  • Rang 7

    Schreibgeräte: 28,2 Prozent

  • Rang 6

    Wein und Spirituosen: 37,0 Prozent

  • Rang 5

    Schmuck: 38,3 Prozent

  • Rang 4

    Kosmetik: 45,5 Prozent

  • Rang 3

    Uhren: 46,8 Prozent

  • Rang 2

    Mode und Accessoires: 57,8 Prozent

  • Rang 1

    Parfüm: 77,3 Prozent

Daran glauben aber mittlerweile immer weniger in der Branche. Zwar gibt es sie weiterhin, die Luxus- und Internet-Muffel, die in den vergangenen zwölf Monaten weder ein Luxusprodukt gekauft noch die Web-Site eines Luxusherstellers besucht haben. Doch abgesehen von ihnen, hält inzwischen rund die Hälfte der Luxuskunden den Einkauf im Netz für die bessere Alternative.

Noch stärker ist die Anziehungskraft des Internets, wenn es um Produktinformationen geht. Fast 70 Prozent der von Roland Berger und Meisterkreis befragten Käufer von Luxusgütern informieren sich über das Web. Für mehr als die Hälfte, 57 Prozent, sind die Läden nur noch zweite Wahl.

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