Online-Modehändler: Zalando startet besser als erwartet ins Jahr

Online-Modehändler: Zalando startet besser als erwartet ins Jahr

, aktualisiert 16. April 2015, 12:35 Uhr

Der Online-Modehändler Zalando hat im ersten Quartal bei Umsatz und Ergebnis kräftig zugelegt. Das Unternehmen befindet sich damit klar auf einem Wachstumskurs.

Der Online-Modehändler Zalando profitiert überdurchschnittlich stark von der zunehmenden Lust der Deutschen, ihre Kleidung im Netz zu kaufen. Im ersten Quartal sei der Umsatz um 27 bis 29 Prozent auf 635 bis 648 Millionen gestiegen, teilte das Berliner Unternehmen in der Nacht zum Donnerstag mit.

Damit schnitt sich Europas Branchenprimus ein besonders großes Stück vom Kuchen des rasant wachsenden Onlinehandels ab. Laut Einzelhandelsverband HDE wird dieser im laufenden Jahr um zwölf Prozent auf 43,6 Milliarden Euro zulegen. Zalando macht gut die Hälfte seines Umsatzes in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

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Zalando auf einen Blick

  • Die Gründer

    Die Berliner Robert Gentz und David Schneider starteten im Oktober 2008 mit dem kleinen Online-Schuhshop Zalando. Ihr Büro diente als Warenlager, der Service lief über ihre Mobiltelefone.

  • Die Investoren

    Zu den Investoren zählen die Tengelmann-Gruppe (6 Prozent), der Facebook-Investor Digital Sky Technologies DST (9 Prozent), Holtzbrinck Ventures (8 Prozent) sowie die Samwer-Brüder Marc, Oliver und Alexander über ihren Berliner Startup-Entwickler Rocket Internet und European Funders Fund (17%). Die schwedische Investment AB Kinnevik hat mehrfach aufgestockt und hält mittlerweile 36 Prozent an Zalando direkt und indirekt via Rocket Internet. Damit sind die Schweden die größten Gesellschafter des E-Commerce Unternehmens. Im August 2013 stieg die Mode-Gruppe Bestseller von Anders Holch Povlsen mit 10 Prozent ein. Er kaufte u.a. Holtzbrinck und Tengelmann Anteile ab. Weitere Investoren wie der russischen Dotcom-Finanziers Yuri Milner halten insgesamt zusammen 13,5 Prozent.

  • Die Strategie

    Zalando expandierte in den vergangenen vier Jahren extrem schnell und aggressiv in ganz Europa und ist mittlerweile in 15 Ländern aktiv. Dafür setzte das Unternehmen große Summen für das Marketing, vor allem TV-Spots ein. Das Marktforschungsunternehmen Nielsen berechnete die Ausgaben für die Spots im Jahr 2011 allein in Deutschland auf 90 Millionen Euro. Der Bekanntheitsgrad der Marke Zalando liegt in der werberelevanten Zielgruppe bei 95 Prozent. In Frankreich kennt den Online-Händler nach einem Jahr am Markt bereits jeder Zweie.

  • Die Umsatzentwicklung

    Laut Bundesanzeiger wies Zalando für 2009 einen Fehlbetrag von 1,6 Millionen aus. 2010 waren es 20,4 Millionen. Der Umsatz lag 2010 bei 150 Millionen Euro. 2011 waren es bereits 510 Millionen Euro, 2012 hat Zalando die Milliarden-Marke mit 1,15 Milliarden Euro Nettoumsatz geknackt und den Vorjahresumsatz verdoppelt. 2013 kletterte der Umsatz um 52 Prozent auf 1,76 Milliarden Euro. Dabei steht aber ein Rekordverlust von 100 Millionen Euro in den Büchern.

  • Mitarbeiter und Logistik

    Zalando beschäftigt aktuell mehr als 1200 Mitarbeiter. In Berlin entsteht ein neuer Bürokomplex mit 20.000 Quadratmetern für mehrere hundert Mitarbeiter. Ab Sommer 2013 sollen weitere Büroflächen in Berlin Mitte angemietet werden. In Erfurt eröffnet Anfang Dezember das erste eigene Logistikzentrum, mit dem Bau eines weiteren hat der Online-Händler in Mönchengladbach begonnen, hier sollen bis zu 1000 Beschäftigte arbeiten.

An der Börse sorgten die Zahlen für Applaus: Die Aktien stiegen im SDax zeitweise um mehr als 13 Prozent auf ein Rekordhoch von 27,65 Euro. Die Papiere des größten Investors, Kinnevik aus Schweden, kletterten um 2,7 Prozent. Zalando hatte erst im Oktober sein Marktdebüt gefeiert.

Das deutliche Umsatzwachstum und eine stärkere Kostendisziplin sorgten dafür, dass sich das 2008 gegründete Unternehmen auch zu Jahresbeginn in den schwarzen Zahlen halten konnte. Dies war Ende 2014 erstmals geglückt. Laut Zalando wird der Betriebsgewinn (Ebit) im ersten Quartal wohl zwischen 25 und 39 Millionen Euro liegen nach einem Verlust von 23 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Dies entspreche einer bereinigten Ebit-Marge von vier bis sechs Prozent im ersten Quartal. Auf Jahressicht rechnet der Konzern früheren Angaben zufolge damit, in etwa das Vorjahresniveau von 3,7 Prozent zu erreichen.

Offenbar liefen die Geschäfte vor allem im März rund, wenn traditionell der Verkauf der Frühjahrs- und Sommerkollektionen startet. "Insbesondere die Entwicklung im März zeigt, dass wir eine starke Wachstumsdynamik haben", sagte Vorstandsmitglied Rubin Ritter bei Bekanntgabe der vorläufigen Zahlen. Am 12. Mai steht der Zwischenbericht der Berliner an.

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Zalando - bekanntgeworden als Schuh-Onlinehändler mit dem Werbeslogan "Schrei vor Glück" - ist auf Wachstumskurs. Dafür soll die Zahl der Mitarbeiter noch um etwa 2000 auf dann 10.000 erhöht werden. Beim Umsatz peilt Zalando in diesem Jahr ein Plus von 20 bis 25 Prozent an. 2014 hatte Zalando die Erlöse um mehr als ein Viertel auf 2,2 Milliarden Euro nach oben geschraubt.

In Europa konkurriert Zalando mit Asos aus Großbritannien, aber eben auch mit Amazon. Zudem bauen die Großen der Modebranche wie die Inditex-Tochter Zara oder H&M ihre Onlineshops aus. Zalando hat nach eigenen Angaben rund 1500 Marken im Angebot und beliefert mehr als 14 Millionen Kunden in 15 Ländern.

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