Onlinehandel: Amazon feiert Weihnachten im Hochsommer

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Onlinehandel: Amazon feiert Weihnachten im Hochsommer

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Amazon stellt im Juli schon mal die Artikel vor, die zu Heilig Abend unter dem Baum liegen sollen

Quelle:Handelsblatt Online

Alle Jahre wieder. Das amerikanische Internet-Kaufhaus Amazon spielt in München schon mal Heiligabend und sagt, was wir uns in einem halben Jahr schenken sollen.

Nach wochenlangem Regenwetter ist dieser Dienstag endlich wieder einmal ein wirklich warmer Sommertag in Bayern. Der richtige Zeitpunkt also, um die Plastikchristbäume aus dem Keller zu holen, die großen Holzschlitten in den Hof zu schleppen und die Rentierfelle abzustauben.

Auch die Haustiere sollen ihre Geschenke haben

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Und so geschieht es denn auch in den Räumen der Werbeagentur Heye in der Münchener Innenstadt. Das amerikanische Onlinewarenhaus Amazon steckt die Elektrogirlanden in die Steckdose und feiert bei 25 Grad im Schatten "Christmas in July", Weihnachten im Juli also. Schließlich räumen die Supermärkte in rund einem Monat schon wieder die ersten Weihnachtssüßigkeiten in die Regale.

Was sich völlig abgedreht anhört, hat einen durchaus ernsthaften Hintergrund. Auf der ungewöhnlichen, ganztägigen Party stellt Amazons Deutschlandchef Ralf Kleber der Presse die heißesten Waren vor, die er in den Wochen vor dem Fest verkaufen möchte. Weil viele Magazine und TV-Sendungen schon weit vor dem Advent geplant werden, lädt der Konzern mitten im Sommer ein.

"In Amerika und England funktioniert das Format gut und hat schon Tradition", sagt eine Amazon-Sprecherin. Auch in Deutschland scheint das Konzept aufzugehen. Dutzende Journalisten schauen sich die modernsten E-Book-Reader an, bestaunen bunte Packungen mit Hundekeksen zum Selbstbacken, stolpern über mit neuester Computertechnik bestückte Dinosaurier fürs Kinderzimmer - und lauschen bis in den Abend hinein verschiedenen Lesungen, verkosten Wein, hören Livemusik. Das passt zu Amazon, denn das Internet-Kaufhaus ist inzwischen mehr als ein reiner Versandhändler. Die Amerikaner sind ebenso einer der bedeutendsten Verleger, ein großer Computerhersteller und Filmanbieter.

Gute Chancen hat ein Skateboard mit zwölf Rollen

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Die Veranstaltung gleich neben der Münchener Hauptfeuerwache demonstriert zudem eindrücklich das gewachsene Selbstbewusstsein der 1994 gegründeten Firma: Der traditionsreiche deutsche Konkurrent Neckermann.de musste vergangene Woche Insolvenz anmelden, Amazon hingegen freut sich jetzt schon auf ein gutes Weihnachtsgeschäft. Rund 20 000 Aushilfskräfte wird das Unternehmen aus Seattle in der Adventszeit hierzulande wieder anheuern, um all die schönen Dinge, die an diesem Dienstag zu sehen sind, in Pakete zu packen.

Dabei fällt eins auf: Da mögen große Marken wie Adidas ihren Händlern verbieten, bei Amazon zu verkaufen. Ralf Kleber und seine Mannschaft bremst das nicht. Unter dem Label "Ultrasport" hat er bereits eine eigene Linie mit Sportartikeln im Programm. Ein Skateboard mit zwölf Rollen und den Eigenschaften eines Snowboards wird dabei der Renner zu Weihnachten - wenn das Kalkül von Amazon aufgeht.

Quelle:  Handelsblatt Online
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