Outdoor-Ausrüster: Warum Globetrotter auf kleinere Filialen in Top-Lagen setzt

Outdoor-Ausrüster: Warum Globetrotter auf kleinere Filialen in Top-Lagen setzt

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Globetrotter setzt künftig auch auf kleinere Filialen in Top-Lagen.

Nach roten Zahlen und dem Verlust seiner Unabhängigkeit setzt Europas größter Abenteuer-Ausrüster jetzt auf kleinere Filialen in 1A-Lagen – etwa auf der Düsseldorfer Königsallee oder dem Hamburger Gänsemarkt.

Noch bibbern sie – die Kältekammern, in denen mitten in Köln und anderen Großstädten Abenteuer-Interessierte bei 25 Grad unter Null ihren Daunenanorak auf Polar-Tauglichkeit testen, ist beim Outdoor-Kaufhaus Globetrotter stets gut besucht. Wie die Kletterwand im fünften Stock und die Regendusche gehören die begehbaren Gefrierboxen zu den Attraktionen der sieben sogenannten Erlebnisfilialen von Europas größtem Anbieter von Abenteuer- und Reiseausrüstung.

Dennoch sind ihre Tage gezählt – Globetrotter-Geschäftsführer Andreas Bartmann zieht den Kühlschränken wohl den Stecker: „Diese Konzepte haben viele Jahre gut funktioniert, aber sie haben sich mittlerweile überlebt.“ Damit sind die Kältekammern symptomatisch für den Umbau, den Globetrotter durchmacht.

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Jahrelang erfolgsverwöhnt mit zweistelligem Umsatzwachstum, profitierte die Kette lange vom Boom der milliardenschweren Outdoorbranche und des Onlinehandels. Doch die Expansion mit Einkaufstempeln, die wie der Laden in Köln bis zu 7000 Quadratmeter groß sind, war teuer. Die Branchenkonjunktur kühlte ab, zwischen 2013 und 2015 sank der Globetrotter-Umsatz um mehr als 40 Millionen Euro auf knapp 190 Millionen Euro. Globetrotter schrieb Millionenverluste, die am Ende die Unabhängigkeit kosteten.

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Seit 2015 gehört das 1979 in Hamburg gegründete Unternehmen zum börsennotierten schwedischen Konzern Fenix. Fenix betreibt Outdoorläden; zur Gruppe gehören auch die In-Marke Fjällräven und der deutsche Stiefelschuster Hanwag. Fenix verordnete seinem größten Umsatzbringer einen rigiden Sparkurs, mehr als 100 der 1300 Mitarbeiter mussten gehen, die Geschäftsführung wurde umgebaut.

Neue Läden in Düsseldorf und Hamburg

Die Früchte des neuen Kurses werden jetzt immerhin sichtbar: „Wir liegen beim Umsatz noch unter Vorjahresniveau, auch aufgrund von Schließungen von Betriebsstätten, verdienen aber unter dem Strich endlich wieder Geld“, sagt Bartmann. Auf der Basis soll Globetrotter jetzt auch wieder wachsen.

Dafür sorgen sollen künftig neben den etablierten Einkaufstempeln in Dresden, Stuttgart und Frankfurt kleinere Filialen in gut besuchten Innenstadtlagen. Den Anfang machen im Frühjahr 2017 zunächst zwei Läden, einer an der Düsseldorfer Königsallee, nicht weit von den Edelschneidern Armani und Zegna. Der zweite öffnet ebenfalls im März am Hamburger Gänsemarkt. Beide werden gut 1000 Quadratmeter groß sein und bis zu 15 Mitarbeiter beschäftigen.

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Neben den üblichen Wetterjacken, der Reisemedizin- und Impfberatung zielt Bartmann verstärkt auf eine urbane Klientel, die Business-Outfit mit Funktionskleidung kombiniert: „Man muss ja nur mal sehen, wie viele Menschen mit dem Rad in die Innenstadt fahren, das ist für uns ein hochattraktiver Markt.“

Bis 2018 soll der Umsatz so wieder zweistellig wachsen; Bartmann hält nach weiteren Standorten Ausschau. Kältekammern haben im neuen Konzept allerdings keinen Platz, auch aus Gründen der Nachhaltigkeit: „Wir können ja nicht an allen Ecken Stromkosten und Energie sparen – und dann das Geld in den Kammern praktisch zum Fenster raus werfen.“

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