Paketgeschäft und Online-Handel: Eine Branche auf vorweihnachtlichen Hochtouren

ThemaOnlinehandel

Paketgeschäft und Online-Handel: Eine Branche auf vorweihnachtlichen Hochtouren

Die Paketboten in Deutschland kommen in diesen Tagen ins Schwitzen. Genauso herrscht Hochbetrieb in den Logistikzentren der Versandhäuser. Verpacken, aufladen und ab geht die Post. Das Geschäft brummt - zu stark?

Moderne Weihnachtswichtel arbeiten nicht in Lappland, sondern auch schon mal hinter grauen Fassaden nahe der Autobahn. Statt roten Zipfelmützen tragen sie orangefarbene Warnwesten. Doch sie tun noch immer dasselbe: Den ganzen Tag packen. Im Buchbusch am Rande von Pforzheim herrscht in diesen Wochen Hochbetrieb. Dort steht eines von neun Logistikzentren des Versandhändlers Amazon in Deutschland. Kurz vor dem Fest läuft es besonders gut. Rund 13.000 Aushilfskräfte hat der Online-Riese bundesweit eingestellt, um die Bestellungen in den letzten Wochen des Jahres abzuarbeiten und Pakete an die Kunden auszuliefern.

An dieser Stelle kommen jene Männer und Frauen ins Spiel, die es in diesen Tagen besonders eilig haben: für mehrere Zehntausend Paketboten in gelben, roten oder blauen Jacken heißt es: Ärmel hochkrempeln, schleppen, klingeln, ablegen. Es ist ein großes Räderwerk - das Zusammenspiel von Onlinehandel und Paketlogistik - und es muss wie geschmiert laufen. Die beiden Bereiche boomen. Von Jahr zu Jahr wird die Paketflut größer. Immer mehr Verbraucher bestellen bequem vom Sofa Waren per Mausklick im Internet.

Anzeige

Nach Zahlen des Handelsverbandes Deutschland (HDE) legt der elektronische Handel jedes Jahr zu. Von den 91 Milliarden Euro, die der gesamte Handel im November und Dezember 2016 voraussichtlich insgesamt umsetzen wird, dürften laut HDE über 12 Milliarden Euro in die Kassen der Online-Händler fließen. Tendenz weiter steigend. Die rosigen Aussichten beflügeln die Fantasien der Logistiker.

Amazon, Zalando & Co. Weihnachten ist wie gemacht für den Online-Handel

Der Onlinehandel wird auch in diesem Jahr im Weihnachtsgeschäft den klassischen Händlern Marktanteile abnehmen. Die Internetanbieter machen inzwischen ein Viertel ihrer Umsätze im November und Dezember.

Weihnachtspakete liegen im Amazon-Logistikzentrum in Leipzig. Quelle: dpa

Bis 2025 könnte der Anteil des Internethandels am gesamten Handel nach Zukunftsszenarien der Post von acht Prozent auf 40 Prozent in entwickelten Volkswirtschaften steigen. „Die Logistik wird in Zukunft für den Onlinehandel noch sehr viel stärker als heute die Rolle des Enablers übernehmen“, sagt Postvorstand Jürgen Gerdes. Was er meint: Die Paketlogistik bereitet dem Onlinehandel den Boden.

Beim Branchenprimus Deutsche Post DHL ist das Paketgeschäft inzwischen eine Ertragssäule des Konzerns. Ein dichtes Zustellernetz haben die Bonner nicht nur im Inland geknüpft, sondern auch in Europa. An den Tagen kurz vor Heiligabend rechnet das Unternehmen in Deutschland mit mehr als 8 Millionen zugestellter Pakete täglich. Insgesamt sollen die Paketmengen im Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr um 10 Prozent wachsen.

„Das wird wieder ein heißes Weihnachtsgeschäft“, prophezeit Ingo Bertram vom Paketdienstleister Hermes. Das zur Otto-Gruppe gehörende Unternehmen aus Hamburg, eines der größten in der Branche, erwartet für das Weihnachtsgeschäft beim Paketvolumen ein Plus von 20 Prozent. Das heißt, Hermes hält über 42 Millionen Sendungen allein im Dezember und mehr als 2 Millionen Pakete an Spitzentagen für möglich.

Die größten Probleme bei Lieferungen von Onlinehändlern

  • Platz 6

    14 Prozent der Befragten erhielten in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal keine Ware, obwohl Händler oder Zusteller eine erfolgreiche Zustellung meldeten

  • Platz 5

    Die falsche Ware erhielten im vergangenen Jahr 17 Prozent der Befragten

  • Platz 4

    24 Prozent der Befragten ärgerten sich über beschädigte Ware

  • Platz 3

    Mehr als ein Viertel der Befragten (26 Prozent) klagten darüber bestellte Waren gar nicht bekommen zu haben

  • Platz 2

    45 Prozent der Befragten gaben an, dass bei ihnen in den vergangenen zwölf Monaten die Karte mit dem Hinweis auf "verpasste Anlieferung" in den Briefkasten eingeworfen wurde, obwohl sie zu Hause waren

  • Platz 1

    Bei 48 Prozent der Befragten kamen Lieferungen später an als angekündigt

  • Die Studie

    Die Studie entstand im Auftrag für JDA Software, einen führenden Anbieter von Lösungen für die Bereiche Supply Chain, Produktionsplanung. Für die Auswertung wurden 2042 repräsentativ ausgewählte Verbraucher zwischen 16 und 64 Jahren aus Deutschland befragt. Die Erhebung erfolgte online im April 2015 und wurde von dem unabhängigen Meinungsforschungsinstitut YouGov durchgeführt.

Nach Angaben des Branchenverbands Paket und Expresslogistik haben die Unternehmen in diesem Jahr rund 25.000 Aushilfskräfte engagiert, um das wachsende Sendungsvolumen zu bewältigen. Derweil ist Amazon mit ersten Packstationen in die Domäne der Paketdienstleister eingebrochen. So können Kunden unter anderem in München und Berlin direkt in einem Amazon-Schließfach ihre Pakete abholen.

Aber DHL, Hermes & Co lassen sich die Butter nicht vom Brot nehmen. Alle sind bundesweit aktiv und arbeiten an der Optimierung ihrer Zustellungen. Schneller, zuverlässiger und sicherer lautet das Ziel. Von der Haustür bis zum Paketkasten, von der Packstation bis zum Paketbutler, vom Arbeitsplatz bis zum Nachbarn als Zustellort. Der neueste Clou: Anlieferung in den Kofferraum, per Roboter oder mit selbstfahrenden Fahrzeugen, die schon heute in der Lagerlogistik eingesetzt werden.

Paypal, Amazon, Thomann Die beliebtesten Marken im Online-Handel

Vertrauen ist gut, Bekanntheit besser: Eine aktuelle Studie zeigt, worauf es den Deutschen bei Internet-Shops, Vergleichsportalen und Bezahldiensten ankommt – und welche Online-Marken sie besonders mögen.

Mehr als 12 Milliarden Euro Umsatz erwartet der Handelsverband HDE für das Weihnachtsgeschäft der Online-Händler. Quelle: dpa

Bei Amazon in Pforzheim sind die fünfstöckigen Regale im Wareneingang bis zum Anschlag gefüllt. Eine ausgeklügelte Logistik bringt die Waren zum Packtisch: Flachbildschirme, Bilderrahmen, Spielzeugschiffe, Gitarren, Schlitten, Kinderwagen, Pfannen und jede Menge Teppiche - ein kunterbunter Gabentisch. Manches geht in Originalverpackung auf die Reise, anderes wird weihnachtlich eingewickelt. Über verschiedene Warenbänder gelangen die Pakete schließlich bis zu den Toren, wo Fahrzeuge der Paketdienstleister von DHL, Hermes oder DPD schon warten.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%