Panne in Möbelhaus: Hitler-Tasse: Jetzt ermittelt der Staatsschutz

Panne in Möbelhaus: Hitler-Tasse: Jetzt ermittelt der Staatsschutz

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Kaffeetassen mit einem kleinen Hitler-Konterfei wurden in einem nordrhein-westfälischen Möbelhaus verkauft.

Ein Möbelhaus aus NRW hatte Pech mit Kaffeetassen aus China: Sie trugen ein Bild von Adolf Hitler. Weil es niemandem auffiel, wurden die Nazi-Tassen auch verkauft. Nun droht ein juristisches Nachspiel.

Das Möbelhaus Zurbrüggen macht unfreiwillig Schlagzeilen: Versehentlich brachte es eine Kaffeetasse mit einem Hitler-Konterfei in Umlauf. Als die peinliche Panne bemerkt wurde, waren schon 175 Tassen verkauft. Ein eiliger Rückruf folgte. Doch trotzdem drohen in dem Fall nun möglicherweise rechtliche Konsequenzen: Der Staatsschutz hat Ermittlungen aufgenommen. Dabei geht es um den Tatvorwurf der Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen, sagte die Dortmunder Oberstaatsanwältin Barbara Vogelsang am Freitag.

Weil auf den Tassen ein Hitler-Porträt sowie ein Hakenkreuz zu sehen seien, sei der Tatbestand objektiv erfüllt, erläutert Vogelsang. Die Beamten müssten nun aufklären, wer die Tassen bestellte und wer hätte wissen können, was auf den Tassen zu sehen ist.

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Die neuen Besitzer hängen offenbar an ihren kuriosen Tassen: Trotz der Rückruf-Aktion der Möbelhauskette sind laut Christian Zurbrüggen, Mitinhaber des gleichnamigen Möbelhauses aus Unna, bislang erst acht Tassen von den 175 verkauften zurückgegeben worden. Insgesamt hatte das Möbelhaus 5000 Tassen bei einem Zulieferer aus China bestellt, von denen die nicht verkauften Exemplare nach Erkennen des Fehlers vernichtet wurden. Das Möbelhaus bietet den Käufern der Hitler-Tassen einen Warengutschein in Höhe von 20 Euro, wenn sie die Tassen zurückgeben.

Adolf Hitler als "Werbefigur"

  • Restaurant „SoldatenKaffee“

    Nazi-Dekor an den Wänden, Kellner in SS-Uniform und „Nazi-Goreng“ als Spezialität des Hauses: Nach Medienwirbel wurde das „SoldatenKaffee“ in der indonesischen Stadt Bandung 2013 geschlossen.

  • Shampoo in der Türkei

    Eine türkische Werbeagentur stoppt nach Protesten im März 2012 einen Werbespot für ein Haarshampoo mit Filmaufnahmen von Adolf Hitler.

  • Anti-Aids-Kampagne

    2009 erregte ein Werbespot im Netz Aufsehen, der Hitler beim wilden Beischlaf zeigte. Unter dem Slogan „Aids ist ein Massenmörder!“ wollte der Verein Regenbogen (Saarbrücken) auf die HIV-Problematik hinweisen. Nach Protesten sperrte Youtube das Video.

  • Indisches Modegeschäft

    Ebenfalls 2009 tauften Ladenbesitzer in der indischen Stadt Ahmedabad ihr Geschäft für Herrenbekleidung „Hitler“ - mit einem Hakenkreuz statt I-Punkt. Nach Protesten kündigten sie die Umbenennung an.

  • Hitler-Puppe in der Ukraine

    In den Spielzeugregalen der ukrainischen Hauptstadt Kiew wird nach Angaben der Wochenzeitung „Serkalo Nedeli“ 2008 eine Hitler-Puppe angeboten. Wie bei einer Barbie habe sich bei der 40 Zentimeter großen Figur die Kleidung wechseln lassen.

  • Hitler-Wein in Italien

    In Norditalien sorgt immer wieder Wein mit Hitler-Etiketten für Aufregung. Die damalige Justizministerin Brigitte Zypries forderte ihren italienischen Amtskollegen 2003 deshalb zum Handeln auf. Trotzdem tauchten auch in späteren Jahren immer wieder "Hitler-Weine" auf.

Auch von anderer Seite gibt es Interesse an den Pannen-Pötten: Das Haus der Geschichte in Bonn sucht nach einem Exemplar der Kaffeetasse. Museumssprecher Peter Hoffmann sagte, man habe zunächst eine Anfrage an die Bielefelder Zeitung "Neue Westfälische" gerichtet, die über den Fall berichtet hatte. Man suche immer "nach Dingen der Zeitgeschichte" und beobachte dabei auch die Medien, so Hoffmann. Sollte das Bonner Museum ein Exemplar bekommen, würde die Hitler-Tasse aber nicht sofort in einer Ausstellung landen, sondern käme erstmal in eine Sammlung. Möglicherweise könne die Tasse später einmal für eine Sonderausstellung interessant werden, erklärte Hoffmann.

Die Tassen zeigen eine alte Briefmarke mit einem seitlichen Porträt Adolf Hitlers, die je nach Ausführung mehr oder weniger gut zu erkennen ist. Sie wird teilweise überdeckt von verschnörkelter Schrift und Rosenblättern. Auf der Briefmarke ist auch ein alter Poststempel zu erkennen, der ein Hakenkreuz zeigt. Offenbar habe der chinesische Designer nicht gewusst, wessen Konterfei er da auf die Tassen drucke, erklärte Zurbrüggen.

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