Paydirekt: Neuer Online-Bezahldienst mit Schweigepflicht

Paydirekt: Neuer Online-Bezahldienst mit Schweigepflicht

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Abheben von der internationalen Konkurrenz will sich das neue Online-Bezahlsystem der deutschen Banken vor allem beim Datenschutz.

von Mark Fehr

Erstmals haben die deutschen Banken den Schleier über ihrem neuen Online-Zahlverfahren Paydirekt gelüftet. Abheben von der internationalen Konkurrenz wollen sie sich vor allem beim Datenschutz.

Im Office von Paydirekt am Finanzplatz Frankfurt herrscht Start-up-Atmosphäre. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter quetschen sich mit ihren Laptops an langen Tischen in Gemeinschaftsräumen zusammen, manche besetzen sogar die Stehpulte auf den engen Fluren. Selbst die Chefbüros der Geschäftsführer Niklas Bartelt und Helmut Wißmann werden für Meetings genutzt. 30 interne Mitarbeiter arbeiten für Paydirekt, mit externen Kräften sind es insgesamt 80.

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An diesem Dienstag ist Tag zwei nach Beginn der Pilotphase eines der größten Kooperationsprojekte, das die deutsche Kreditwirtschaft - bestehend aus privaten Banken, Volksbanken und Sparkassen - je auf die Beine gestellt hat. Möglich gemacht hat es das relativ überschaubare Team von Paydirekt in Frankfurt. Zu diesem Anlass lüftet das Unternehmen erstmals den Schleier über dem neuen Online-Bezahlsystem, das es deutschen Bankkunden endlich ermöglichen soll, ihre Einkäufe im Internet direkt über das altvertraute Girokonto abzuwickeln.

Paydirekt der geplante gemeinsame Bezahldienst der deutschen Banken, Sparkassen und Volksbanken wird scheitern. Quelle: imago, Montage

„Wir haben viel geschafft, aber es ist auch noch viel zu tun“, sagt Geschäftsführer Bartelt. Am Montag hat die Münchner HypoVereinsbank die Pilotphase von Paydirekt eingeläutet. Angeschlossen ist der Online-Möbelhändler D-Living. Die erste Transaktion war der Kauf einer Dartscheibe, bestellt von einem HVB-Mitarbeiter. Bei Paydirekt feiert man das nun als einen Treffer ins Schwarze.

Jetzt geht es darum, schnell eine kritische Masse von Onlinehändlern an Paydirekt anzuschließen, damit die Nutzer rechtzeitig zum bevorstehenden Weihnachtsgeschäft auf Einkaufstour gehen können. Bartelt und Wißmann wollen aber keinen „großen Knall“ mit dem alle deutschen Banken auf einen Schlag Paydirekt einführen würden. Stattdessen geben sie die Parole vom „sukzessiven Hochfahren“ aus, ein Begriff, der heute bei vielen ihrer Antworten auf Journalistenfragen zu Paydirekt fällt.

Im Klartext: Händler werden nach und nach angeschlossen, ebenso schaltet jede Bank das System nach eigenem Zeitplan live. „Ende des Jahres werden wir am Markt sein“, verspricht Bartelt. Überzeugen will Paydirekt Konsumenten und Onlinehändler mit Vorzügen gegenüber dem etablierten und weit verbreiteten Bezahlverfahren PayPal, das den Markt dominiert und 50.000 deutsche Händler im Portfolio führt. Paydirekt will einfacher sein als der Platzhirsch - und sicherer.

Paydirekt Händler lehnen Online-Zahlsystem deutscher Banken ab

Namhafte Onlinehändler wollen sich nicht am  Online-Bezahlsystem Paydirekt beteiligen, das die deutschen Kreditinstitute zum bevorstehenden Weihnachtsgeschäft einführen wollen.

Jemand zeigt auf einen Laptop. Quelle: dpa

Nutzer registrieren sich per TAN über das gewohnte Onlinebanking ihrer Bank bei Paydirekt. Danach können sie in teilnehmenden Internetshops ihre Einkäufe mit einem Nutzernamen und Passwort bezahlen, anschließend wird sofort ihr Girokonto belastet. Es kommt also keine Drittanbieter oder Verrechnungskonto ins Spiel. Bei besonders teuren Einkäufen oder der Bestellung von betrugsanfälligen Produkten kann Paydirekt zusätzlich zum Passwort eine TAN abfragen. Wer will, kann sich auch spontan auf der Seite eines Onlineshops registrieren und die Anmeldung später über sein Onlinebankingportal bestätigen.

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