
Es ist später Freitagnachmittag, das Wochenende ist nah, die meisten Menschen schlendern ihrer Freizeit entgegen, einige gehen noch rasch etwas einkaufen. Schön ist es nicht hier. Ein Stückchen weiter die Straße runter, zwischen verrammelten Wirtshäusern und Bierkneipen, zwischen Copyshop, Telecenter und Asia-Imbiss, zwischen allerlei Sprühdosen-Sudeleien, verwaisten Ladenlokalen und rettungslos verpinkelten Hauswänden, gibt’s “Brandenburger Landwaren”, eine Bäckerei, ein Kiosk, immerhin - das Nötigste. Ganz vorn aber, an der Ecke Oranienplatz-Oranienstraße, hat ein neues Spezialitätengeschäft eröffnet, eine schicke Boutique mit großzügigen Schaufenstern, in der ein großgewachsener, älterer Herr philosophische Delikatessen und ästhetische Feinschmeckereien anbietet.
Bild: APPlatz 7: Robert Rauschenberg
Robert Rauschenberg (1925-2008) zählt zu den Wegbereitern der Pop Art. Der Amerikaner arbeitete Medienübergreifend als Maler, Grafiker, Fotograf und Objektkünstler. Im Bild ist ein Ausschnitt aus seinem Werk "Lastkahn" zu sehen.
Bild: APPlatz 9: Sol LeWitt
Der amerikanische Künstler Sol LeWitt (1928-2007) hatte eine großen Einfluss auf den Begriff der Konzeptkunst (Conceptual Art). Das Foto zeigt das Werk "Wall Drawing" im New Yorker MOMA.
Bild: dpaDie zehn erfolgreichsten Künstler
Platz 10: Lawrence Weiner
Der 1942 geborene Konzept und Mixed-Media Künstler ist vor allem für seine großflächigen typographischen Arbeiten bekannt. Im Bild steht er vor einer von ihm gestalteten Bahn der Düsseldorfer Stadtwerke. Sie trägt den Titel: "Eine Linie gezogen vom ersten Stern der Abenddämmerung bis zum letzten Stern der Morgendämmerung".
Bild: APPlatz 6: Sigmar Polke
Der deutsche Maler Sigmar Polke (1941-2010) ist bekannt für die ironischen Elemente in seinem Werk, in das er neben konventioneller Malerei auch graphische Techniken wie Siebdruck integrierte. Zusammen mit Gerhard Richter und Konrad Lueg prägte er den Begriff des "Kapitalistischen Realismus".
Bild: © Cindy Sherman - Courtesy Metro Pictures New York & Sprüth Magers Berlin LondonPlatz 8: Cindy Sherman
Cindy Sherman wurde 1954 in Glen Ridge, New Jersey geboren. Die Fotokünstlerin ist bekannt für ihre selbstinszenierten Arbeiten, in denen sie sich mit Themen wie Identität, Rollenbildern und Sexualität beschäftigt. Auch in dem abgebildeten Werk "Untitled # 494" aus dem Jahr 2010 findet sich dieser selbstreferentielle Bezug.
Bild: © John Baldessari - Courtesy John Baldessari & Sprüth Magers Berlin LondonPlatz 5: John Baldessari
Der 80-Jährige Amerikaner gilt als Wegbereiter der Konzept- und Medienkunst. Er hat in fast 60 Jahren ein beeindruckendes Werk aus Gemälden, Fotos, Skulpturen, Videos und Texten geschaffen. Auf der Biennale in Venedig bekam er 2009 den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk. Abgebildet ist sein Werk "Hands and / or Feet (Part Two): Eyepatch / Prosthesis (Knife)".
Bild: dpaPlatz 4: Gerhard Richter
Der Maler Gerhard Richter wurde 1932 in Dresden geboren. Von 1971 bis 1993 war er Professor für Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf. Im Bild ist sein Werk "1024 Farben" zu sehen, auf das auch die Gestaltung des Kölner Domfensters zurückgeht.
Bild: APPlatz 3: Bruce Naumann
Bruce Nauman wurde 1941 in den USA geboren. Zu den bekanntesten Arbeiten des Konzeptkünstlers dürften seine Lichtinstallationen aus Neonröhren zählen.

Platz 2: Joseph Beuys
Der Düsseldorfer Aktionskünstler Joseph Beuys (1921-1986) prägte den Ausspruch: "Jeder Mensch ist ein Künstler", der mittlerweile zum geflügelten Wort avanciert ist. Auch sein Werk ist geprägt von einem starken Zitat- und Anspielungscharakter, wie die im Bild gezeigte Arbeit "Das Schweigen des Marcel Duchamp wird überbewertet" zeigt.
Bild: dpaPlatz 1: Andy Warhol
Der amerikanische Maler und Grafiker Andy Warhol (1928-1987) ist einer der wichtigsten Vertreter der Pop Art und war einer der ersten Künstler, der Kunst und industrielle Massenproduktion zu seinem Thema machte. Bezeichnend dafür sind seine Siebdrucke, die in hoher Auflage reproduziert werden konnten. Im Bild zu sehen ist einer seiner Drucke aus der Serie "Self-Potrait".
Platz 7: Robert Rauschenberg
Robert Rauschenberg (1925-2008) zählt zu den Wegbereitern der Pop Art. Der Amerikaner arbeitete Medienübergreifend als Maler, Grafiker, Fotograf und Objektkünstler. Im Bild ist ein Ausschnitt aus seinem Werk "Lastkahn" zu sehen.
Bazon Brock veröffentlicht sich neu
Das Angebot reicht von naturbelassenen Inspirationen über handgefertigte Geistesblitze bis hin zu fair gehandelten Denkanstößen. Und für die eilige Laufkundschaft gibt es frische Irritationen aus garantiert biodynamischem Anbau, eine philosophische Notrufsäule, eine poetische Weltformel, das Versprechen “stoischer Diätetik” und die endgültige Widerlegung von René Descartes: “Cogito ergo bum bum”.
Kein Zweifel, Bazon Brock, emeritierter Professor für Ästhetik und Kulturvermittlung an der Bergischen Universität Wuppertal, rastloser Meister der ästhetischen Theorie und künstlerischen Lebensführung, Weggefährte von Wolf Vostell und Joseph Beuys, der unermüdliche “Denker im Dienst”, always fishing for complications, der nimmermüde Förderer einer Passivitäts-Kompetenz, die Rezipienten zum Kunstgenuss ermächtigt, der notorisch anstößige “Beweger”, der unentwegt die Republik bereist und zu langen “Lustmärschen” durch deutsche Museen einlädt… - Bazon Brock ist nach Berlin-Kreuzberg gezogen, um sich wieder einmal neu zu veröffentlichen.
Literatur
Lustmarsch durchs Theoriegelände
Ein höchst unterhaltsame Einführung in den Kosmos von Bazon Brock bietet seine Kampfschrift “Lustmarsch durchs Theoriegelände”, Verlag Dumont, 24,90 Euro.
Der Profi-Bürger
Erste Handreichungen für die Ausbildung zum “Profi-Bürger” gibt’s auch in Buchform: “Der Profi-Bürger”, Verlag Wilhelm Fink, 14 Euro
Eine hochnotpolitische Koalition
Ausgerechnet hier, mitten im Kiez der materiellen Engpässe, will er also seine “Denkerei” etablieren als Kompetenzzentrum für ein gelingendes Leben. Ausgerechnet hier, inmitten grün-alternativer Autoritätsverächter, will er der Öffentlichkeit pädagogisch besonders wertvolle Denkmittel (Besucherschulen, action teachings) zur Erfassung von Wissenschaft und Erkenntnis stiftender Kunst zur Verfügung stellen.
Und ausgerechnet hier, mitten im multikulturellen Nebeneinander, zwei Kilometer nur vom Deutschen Bundestag entfernt, will er eine hochnotpolitische Koalition schmieden, die den Ehrgeiz hat, keine Krise der Welt mehr zu lösen, um sie im Wege gemeinschaftsstiftender Diskurse zu meistern.
- Seite 1: Willkommen im Amt für unlösbare Probleme
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