Bild: dpa50.000 Tonnen nicht-deklariertes Fleisch aus den Niederlanden sind offenbar in mehrere europäische Länder verkauft worden, darunter auch Deutschland. Das Fleisch könne mit unkontrolliertem Pferdefleisch vermischt worden sein, warnte die niederländische Kontrollbehörde für Nahrungsmittel. Die Kontrollbehörde hatte am 10. April 500 Betriebe, darunter auch deutsche, aufgefordert, die Ware bei ihren Kunden aufzuspüren und aus dem Handel zu nehmen. Die Herkunft des Fleisches sei unklar, erklärte die Behörde. Daher könne auch die Sicherheit nicht garantiert werden. Zurzeit gebe es aber keine Hinweise auf Gefahren für Menschen. Unter Betrugsverdacht steht ein Großhändler aus dem süd-niederländischen Oss. Seit über zwei Jahren soll er Fleisch verkauft haben, ohne die Herkunft zu registrieren. Er hatte bereits zuvor Pferdefleisch mit Rind vermengt und als reines Rindfleisch verkauft. Wahrscheinlich ist ein Teil des verdächtigen Fleisches bereits konsumiert worden, sagte der Sprecher der Aufsichtsbehörde. "Aber viel wurde auch in Tiefkühlmahlzeiten verarbeitet, und Frikadellen oder Hamburger sind sehr lange haltbar.“
Bild: dpaNeuer Schock für die Agrarbranche: Im Tierfutter für Schweine, Rinder und Geflügel ist ein krebserregendes Schimmelpilzgift festgestellt worden. Insgesamt kamen 45.000 Tonnen verseuchten Maises aus Serbien. Davon kamen 10.000 Tonnen über niedersächsische Futtermittelhersteller in Umlauf. Der zulässige Höchstwert von 0,02 Milligramm pro Kilo Aflatoxin B1 ist um mehr als das Zehnfache überschritten worden. Mehr als 4000 niedersächsische Betriebe sind betroffen. Die Milch ist laut Behörden aber nicht belastet. Der Schimmelmais ist binnen weniger Wochen der dritte Lebensmittelskandal in Deutschland...
Bild: dpaIn den Tiefkühl-Hackbällchen „Köttbullar“ der Möbelhaus-Kette Ikea haben Behörden in Tschechien Pferdefleisch nachgewiesen. Die Behörde wies Ikea an, das Produkt unverzüglich aus den Regalen zu nehmen. Über das Schnellwarnsystem RASFF seien die übrigen EU-Staaten umgehend informiert worden. Es handelte sich um eine Schweden hergestellte Packung mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 22.1.2014. Pferdefleisch fand die Behörde zudem in einer Rindfleisch-Lieferung aus Polen eines anderen Händlers.
Bild: dpaVerbraucher in Deutschland haben in den vergangenen Jahren möglicherweise Millionen Hühnereier als Bio- oder Freilandware gekauft, obwohl die Hennen auf engstem Raum gehalten wurden. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt gegen rund 150 Betriebe in Niedersachsen. Etwa 50 weitere Verfahren wurden an Ermittler in anderen Bundesländern abgegeben.
Bild: dpaIm Februar 2013 entpuppt sich vermeintliche Rindfleisch-Lasagne aus dem TK-Theke als Pferdefleisch-Produkt. In Deutschland werden rund 70 Fälle von falsch etikettierten Fertigprodukten nachgewiesen. An der Spitze bei den positiven Labortests ist Nordrhein-Westfalen mit 27 Fällen, gefolgt von Hessen (13), Baden-Württemberg (8) und Bayern (8). Weitere betroffene Länder sind Mecklenburg-Vorpommern (5), Brandenburg (4) und Hamburg (2). Zahlreiche Händler nahmen verdächtige Produkte aus dem Sortiment.
Bild: dpaDie irische Lebensmittelaufsicht FSAI hatte Mitte Januar in Hamburgern, die in Großbritannien und Irland verkauft wurden, Spuren von Pferdefleisch gefunden. Die Ware wurde unter anderem bei Aldi und Lidl verkauft, aber auch die Supermärkte Iceland, Tesco und Dunnes Stores waren betroffen. Hamburger von Tesco bestanden sogar zu 29 Prozent aus Pferdefleisch. Das sei zwar nicht gesundheitsschädlich, aber auch nicht erklärlich: Während es sich bei Spuren von Schweinefleisch, die ebenfalls nachgewiesen wurden, noch um Verunreinigungen aus Betrieben die sowohl Rinder als auch Schweine schlachten, handeln kann, ist der Verzehr von Pferd in Irland laut FSAI absolut unüblich. Wie das Pferdefleisch in die Hamburger kam, müsse noch untersucht werden. Die Supermärkte kündigten an, die Produkte aus den Regalen zu nehmen. Betroffene Kunden können die Burger zurückbringen.
Bild: dpaDer Discounter Lidl hatte am 23. Januar 2010 Harzer Käse der österreichischen Firma Prolactal zurückgerufen, weil dieser mit Listerien belastet war. Vier Konsumenten des Käses waren damals an Listeriose erkrankt, ein Mensch starb an den Folgen der Lebensmittelvergiftung. Drei Jahre nach dem Skandal muss Lidl jetzt Geldbußen von insgesamt 1,5 Millionen Euro zahlen, zudem müssen vier Beschäftigte Geldstrafen zahlen. Lidl kündigte an, die Entscheidung anzunehmen und bedauerte, damals die Ergebnisse von routinemäßigen Untersuchungen falsch interpretiert zu haben. Das Unternehmen habe seine gesetzlichen Untersuchungspflichten jederzeit eingehalten, betonte ein Sprecher. Allerdings habe es auf erste Hinweise im Juni 2009 falsch reagiert. Laut Gericht hätte Lidl spätestens Ende 2009 einen Lieferstopp veranlassen müssen.
Listerien sind Bakterien, die bei Menschen schwere Infektionen auslösen und bei Kranken, Geschwächten, Schwangeren oder Neugeborenen lebensbedrohlich werden können.
Bild: dapd2012
Die Stiftung Warentest hat in der Schokolade von 24 Adventskalendern für Kinder Rückstände von Mineralöl und ähnlichen Substanzen nachgewiesen. Die Öle stammten wahrscheinlich aus dem Karton. Er werde häufig aus Recyclingpapier hergestellt, das mit mineralölhaltigen Farben bedruckt sei. Die Substanzen seien vermutlich während der Lagerzeit in die Schokolade eingedrungen. Viele der etwa 50 Millionen Adventskalender, die jedes Jahr in Deutschland verkauft würden, liegen laut Stiftung Warentest wochen- oder monatelang in Fabriken und Geschäften. Die Schadstoffe aus der Verpackung könnten sich in dieser Zeit in der Schokolade anreichern.
Die Schokostückchen von neun Produkten hätten sogar besonders kritische Stoffe enthalten, sogenannte aromatische Mineralöle, erklärte die Stiftung weiter. Ein Teil der Stoffe stehe im Verdacht, Krebs zu erregen. Verbraucher, besonders Kinder, sollten diese Schokolade nicht essen. Das Problem betreffe nicht nur Billighersteller, sagte Ina Bockholt von der Stiftung Warentest. „Am höchsten belastet sind sogar teure Kalender.“ Die Tester hätten die Schadstoffe bei Kalendern mit Kindermotiven nachgewiesen, und zwar der Marken Rausch, Confiserie Heilemann, Arko, Riegelein "The Simpsons", Feodora Vollmilch-Hochfein Chocolade, Smarties, Hachez Adventskalender "Schöne Weihnachtszeit" sowie Friedel Adventskalender und Lindt "Adventskalender für Kinder".
Die Süßwaren- und Feinkostkette Arko kündigte am Montag an, bestimmte Produkte zurückzurufen. Dagegen sagte der Schokoladen-Hersteller Heilemann aus Bayern, die Schokotäfelchen seien ungefährlich.
Bild: dapd2011
Seit Mai 2011 erkrankten Menschen am gefährlichen Darmkeim EHEC. Ägyptische Bockshornkleesamen, die sich auf Salat, Tomate und Sprossen übertrugen, lösten eine Epidemie aus, die erst Ende Juni für beendet erklärt werden konnte.
Bild: dpa2010
Mit Dioxin belastetes Biofutter eines niederländischen Herstellers wird in elf Bundesländer geliefert. Vor allem in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen werden viele Höfe gesperrt. Akute Gesundheitsgefahr für die Verbraucher besteht jedoch nicht.
50.000 Tonnen nicht-deklariertes Fleisch aus den Niederlanden sind offenbar in mehrere europäische Länder verkauft worden, darunter auch Deutschland. Das Fleisch könne mit unkontrolliertem Pferdefleisch vermischt worden sein, warnte die niederländische Kontrollbehörde für Nahrungsmittel. Die Kontrollbehörde hatte am 10. April 500 Betriebe, darunter auch deutsche, aufgefordert, die Ware bei ihren Kunden aufzuspüren und aus dem Handel zu nehmen. Die Herkunft des Fleisches sei unklar, erklärte die Behörde. Daher könne auch die Sicherheit nicht garantiert werden. Zurzeit gebe es aber keine Hinweise auf Gefahren für Menschen. Unter Betrugsverdacht steht ein Großhändler aus dem süd-niederländischen Oss. Seit über zwei Jahren soll er Fleisch verkauft haben, ohne die Herkunft zu registrieren. Er hatte bereits zuvor Pferdefleisch mit Rind vermengt und als reines Rindfleisch verkauft. Wahrscheinlich ist ein Teil des verdächtigen Fleisches bereits konsumiert worden, sagte der Sprecher der Aufsichtsbehörde. "Aber viel wurde auch in Tiefkühlmahlzeiten verarbeitet, und Frikadellen oder Hamburger sind sehr lange haltbar.“
Nach dem Bekanntwerden des Pferdefleisch-Skandals wollen die EU-Staaten am heutigen Freitag in Brüssel über die Einführung von europaweiten Gentests für verarbeitetes Rindfleisch entscheiden. Mit den Tests sollen die Aufsichtsbehörden feststellen, ob es sich bei den Proben um falsch deklariertes Pferdefleisch handelt. Unterdessen geht auch die Suche deutscher Behörden nach falsch deklarierten Fleischprodukten weiter. In zahlreichen Bundesländern wurden bereits tausende Tiefkühlprodukte aus den Regalen genommen.
Die Metro-Tochter Real und die Supermarktkette Edeka haben bereits Fertiggerichten mit Pferdefleisch entdeckt, die eigentlich nur Rind enthalten sollten. In dem Tiefkühl-Produkt „Gut & Günstig Lasagne Bolognese“ seien bei Analysen in einzelnen Stichproben geringe Mengen Pferdefleisch gefunden worden, sagte ein Edeka-Sprecher in Hamburg. Der Artikel sei am Dienstag vorsorglich aus dem Verkauf genommen worden, nachdem der Lieferant eine mögliche Beimischung von Pferdefleisch nicht ausschließen konnte. Die beigemischte Menge liege bei einem bis fünf Prozent.
Auch Real hatte die Tiefkühl-Lasagne zurückgerufen, nachdem bei Stichproben Anteile von Pferdefleisch entdeckt worden waren. „Jeder Kunde, der den Artikel in den Markt zurückbringt, bekommt den Kaufpreis zurückerstattet“, sagte ein Unternehmenssprecher in Düsseldorf. Die Lasagne der Eigenmarke „Tip“ sei bundesweit in allen 316 Real-Märkten verkauft worden. Das Unternehmen sehe sich „als Opfer einer vorsätzlichen Täuschung“.
Das Handelsunternehmen Konsum Leipzig nahm am Freitag vorsorglich eine verdächtige Tiefkühl-Lasagne aus den Regalen. Kaiser's Tengelmann wartet derweil auf Ergebnisse der eigenen Analysen für die aus dem Verkauf genommene A&P-Tiefkühllasagne.
Aigner fordert Ermittlungen wegen Verbrauchertäuschung
Nach Bekanntwerden des Pferdefleisch-Skandals hat das zuständige Labor in Berlin mit der Analyse erster Proben begonnen. „Die Untersuchung läuft schon“, sagte Maren Fischer vom Landeslabor Berlin/Brandenburg am Freitag. Bis die Ergebnisse über die Herkunft des Fleisches vorliegen, dauere es zwei bis drei Tage. Bis zum 20. Februar sollen alle Bezirke je zwei Hackfleisch-Proben abliefern. Es kann aus Tiefkühlessen stammen, aber auch von Buletten, Nudelsoße oder Dönern.
Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) hat derweil die Justizbehörden zu Ermittlungen aufgefordert. Wichtig sei auch, dass alle falsch gekennzeichneten Produkte schnell vom Markt genommen und Proben in den Labors gründlich untersucht werden, auch auf Arzneimittelrückstände, sagte Aigner der „Saarbrücker Zeitung“.
„Nur mit flächendeckenden Tests und einem europaweit einheitlichen Vorgehen werden wir das tatsächliche Ausmaß dieses Falls erfassen können“, so Aigner. Sie forderte die Justizbehörden in Deutschland zu Ermittlungen auf: „Wir haben es offenbar mit einem bislang einmaligen Fall von Verbrauchertäuschung zu tun.“
In London gab es erste Hinweise auf Rückstände von Medikamenten in Pferdefleisch. Im Zusammenhang mit dem Lebensmittelbetrug wurden in Großbritannien drei Männer festgenommen. Nach Erkenntnissen französischer Ermittler hat der Lebensmittelhändler Spanghero wissentlich tonnenweise als Rind gekennzeichnetes Pferdefleisch vertrieben.
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