Pleite der Baumarkt-Kette: Was Praktiker-Kunden beachten müssen

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Pleite der Baumarkt-Kette: Was Praktiker-Kunden beachten müssen

Der Baumarkt-Riese Praktiker geht in die Insolvenz. Was wird nun aus Gutscheinen, bestellter Ware und dem Kauf auf Raten? Für Verbraucher gilt es, einiges zu beachten.

Der Praktiker-Vorstand stellte am Donnerstag Insolvenzanträge für die Ketten "Praktiker" und "Extra Bau&Hobby" beim Amtsgericht Hamburg. Der Antrag für die Muttergesellschaft Praktiker AG soll spätestens am Freitag folgen. Der Konzern, der 430 Baumärkte im In- und Ausland betreibt, ist überschuldet und zahlungsunfähig. Rund 20.000 Mitarbeiter von Praktiker müssen nach der Pleite der Baumarktkette um ihren Arbeitsplatz bangen.

Doch was bedeutet die Pleite für Verbraucher? Praktiker musste bereits einräumen, dass die Warenversorgung nicht mehr sichergestellt sei, denn Banken und Kreditversicherer, die den Warenbestand vorfinanzieren, hatten nach einem miserablen Geschäft im verregneten Frühjahr die Reißleine gezogen. Besonders ärgerlich kann das für Kunden werden, die Ware bereits angezahlt, aber noch nicht erhalten haben, denn im schlimmsten Fall gehen ihre Zahlungen in die Insolvenzmasse über. Laut der Verbraucherzentrale NRW (VZ NRW) kann der Insolvenzverwalter entscheiden, ob das Geschäft noch abgewickelt wird - lehnt er dies ab, können Kunden zwar noch versuchen, aus der Insolvenzmasse befriedigt zu werden, nach den Erfahrungen der Verbraucherschützer können sie aber nur einen sehr bescheidenen Anteil erwarten.

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Baumarkt-Großaktionärin de Krassny "Wir haben nach wir vor Interesse daran, dass Praktiker überlebt"

Praktiker-Großaktionärin Isabella de Krassny glaubt, dass die taumelnde Baumarktkette noch gerettet werden kann.

Praktiker steht unmittelbar vor der Insolvenz. Großaktionärin de Krassny hält eine Rettung aber noch für möglich. Quelle: dpa

Wer Ware bei Praktiker bestellt hat und sie auch erhält, muss sie bezahlen. Allerdings warnt die Verbraucherzentrale eindringlich davor, bei dem insolventen Unternehmen jetzt noch Vorkasse zu bezahlen - denn bleibt die Lieferung aus, ist das Geld meist futsch.

Kunden, die Waren auf Raten gekauft haben, sind in jedem Fall verpflichtet, die Raten für gelieferte Produkte auch weiter zu bezahlen. Die Ratenzahlung mit Verweis auf die Insolvenz einfach einzustellen, ist unzulässig - es besteht kein außerordentlicher Kündigungsgrund. Die Verbraucherschützer warnen allerdings vor Gefahren, wenn das Konto, auf das die Raten überwiesen werden sollen, geändert wird. Um nicht auf Trittbrettfahrer hereinzufallen, sollten Verbraucher etwa durch telefonische Nachfrage die Echtheit der Daten überprüfen.

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Ähnlich schlecht sieht es für Gutscheinbesitzer aus. Ab Eröffnung des Insolvenzverfahrens können Kunden ihre Forderungen aus dem Gutschein nur noch beim Insolvenzverwalter anmelden - meist gehen diese Forderungen aber ins Leere, so die VZ NRW. Auch jetzt schon könnte der vorläufige Insolvenzverwalter die Nichteinlösung von Gutscheinen anordnen. Die Verbraucherschützer raten Gutschein-Inhabern daher, sich schnellstmöglich um die Einlösung in der nächstgelegenen Filiale zu kümmern.

Auch wer fehlerhafte Ware gekauft hat, kann mit etwas Pech auf dem Schaden sitzen bleiben. Denn bei der gesetzlichen Gewährleistung liegt die Pflicht beim Händler, in diesem Fall eben bei Praktiker - er muss die Ware austauschen oder reparieren. Läuft das Insolvenzverfahren bereits, kann der Insolvenzverwalter wählen, ob er den Anspruch erfüllt oder nicht. Garantieansprüche, die der Hersteller des jeweiligen Produktes gibt, bleiben von der Insolvenz des Händlers jedoch unberührt.

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