Praktiker: Großaktionär wirbt für neues Sanierungskonzept

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Praktiker-Aktionärin Isabella de Krassny plant ein Drei-Säulen-Modell für die angeschlagene Baumarktkette

von Henryk Hielscher

Die Großaktionärin der angeschlagenen Baumarktkette will ein alternatives Sanierungskonzept durchdrücken und fahndet nach Investoren für einen Hochzinskredit.

Rund zwei Dutzend Banker, Wirtschaftsprüfer und Vertreter von Family Offices waren der Einladung in den Hamburger Übersee-Club gefolgt. „Restrukturierung als Investmentcase“ lautete der Titel des Treffens am 5. Juni. Tatsächlich ging es um mehr: Vor der erlesenen Investorenschar präsentierte ein Team der österreichischen Privatbank Semper Constantia einen eigenen Rettungsplan für die taumelnde Baumarktkette Praktiker und deren Schwestermarke Max Bahr. Semper und Semper-Managerin Isabella de Krassny zählen zu den wichtigsten Aktionären des Unternehmens.

Drei-Säulen-Modell

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Das Semper-Konzept namens „Spark“ sieht ein Drei-Säulen-Modell vor, um den Konzern auf Kurs zu bringen, so Teilnehmer der Runde. Max Bahr wird dabei zwar ähnlich wie bei den Sanierungsideen des Konzernvorstands zur neuen Kernmarke ausgebaut. Aber anders als von der Konzernführung geplant sollen nur rund 60 bis 80 große Praktiker-Märkte auf die edlere Marke Max Bahr umflaggen. Etwa 25 kleinere Praktiker-Filialen könnten unter der Marke Extra Bau + Hobby geführt und von Franchisenehmern betrieben werden. Die verbleibenden Praktiker-Märkte soll ein neuer Vorstand um den früheren Obi-Deutschland-Chef Andreas Sandmann wieder als Discounter positionieren.

Semper Constantia sieht so die Chance, den Gewinn (Ebitda) des Konzerns bis zum Jahr 2014 auf mehr als 180 Millionen Euro zu steigern. Das Investitionsvolumen veranschlagten die Semper-Vertreter in Hamburg mit rund 100 Millionen Euro. Sie versuchten die Teilnehmer der Runde davon zu überzeugen, Kapital für ein hochverzinstes Sanierungsdarlehen zur Verfügung zu stellen. Als Sicherheiten für einen Betrag von 85 Millionen Euro sollen demnach Max Bahr und die Praktiker-Landesgesellschaft in Griechenland dienen.

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Mangelnde Alternativen

Die Privatbank hält direkt rund fünf Prozent der Praktiker-Anteile, über weitere zehn Prozent gebietet Semper-Managerin de Krassny mit ihrem Fonds Maseltov. Sie wollte sich zu den Plänen nicht äußern. Für die Hauptversammlung am 4. Juli hatte die Fondsmanagerin die Abwahl der meisten Kapitalvertreter im Aufsichtsrat beantragt, scheiterte aber vor Gericht wegen Formfehlern.

Mit dem Finanzinvestor Anchorage hat Praktiker-Chef Kay Hafner zwar einen Kreditgeber für rund 85 Millionen Euro parat, um seine Sanierungsstrategie voranzutreiben. Die Konditionen sollen aber an der „Grenze der Belastbarkeit“ liegen, heißt es in Finanzkreisen. Doch an Alternativen mangelte es bisher. Schon Ende 2011 musste der Konzern Spekulationen über Zahlungsschwierigkeiten entgegentreten.

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