Praktiker: Hafner geht in die Verlängerung

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Praktiker: Hafner geht in die Verlängerung

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Kay Hafner soll für weitere drei Monate Vorstandschef der angeschlagenen Baumarktkette Praktiker bleiben.

von Henryk Hielscher

Interimschef Kay Hafner soll die Baumarktkette Praktiker drei weitere Monate führen – zum Verdruss von Großaktionärin Isabella de Krassny.

Der Konflikt ist bemerkenswert: Seit Monaten schon liefern sich die österreichische Fondsmanagerin Isabella de Krassny und der Vorstand und Aufsichtsrat einen teils erbittert geführten Kampf um die Macht bei der Baumarktkette Praktiker. Nun zeigt sich, dass die Auseinandersetzung wohl noch mehrere Monate anhalten könnte.

Am Montagabend entschied der Aufsichtsrat des taumelnden Konzerns, den Vertrag von Vorstandschef Kay Hafner um weitere drei Monate zu verlängern. De Krassny hatte Hafner auf der Hauptversammlung Anfang Juli die Entlastung verweigert und hat ein eigenes Personaltableau aufgestellt. Nach ihrer Ansicht soll der frühere Obi-Deutschlandchef Andreas Sandmann das Unternehmen wieder auf Kurs bringen.

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Umso erstaunlicher: Über Sandmann, der sich in den vergangenen Wochen Hoffnungen machen durfte, im Zuge einer Kompromisslösung zumindest Vorstandsmitglied zu werden, fehlt jede Aussage. Über die langfristige Besetzung der obersten Führungsposition soll erst dann entschieden werden, wenn die laufenden Finanzierungsverhandlungen abgeschlossen sind, erklärte Aufsichtsratschef Kersten von Schenk. Inwieweit die Personalwünsche der Großaktionärin berücksichtigt werden, ist damit völlig offen.

Missmanagement des Vorstands

Die Fronten sind ohnehin verhärtet. De Krassny, die für die österreichische Bank Semper Constantia und die zyprische Investmentgesellschaft Maseltov rund 15 Prozent der Praktiker-Stimmrechte vertritt, wirft dem Vorstand und Teilen des Aufsichtsrats Missmanagement vor. Für das Unternehmen würden nachteilige Kreditbedingungen ausgehandelt, wiederholte sie in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung jüngst ihren Kernvorwurf. Eine alternative Finanzierung durch de Krassny und den Investor Clemens Vedder hatte das Praktiker-Management zuvor abgelehnt. Hafner sieht die Finanzierung durch den US-Finanzinvestor Anchorage als „alternativlos“ an, da die „Transaktionssicherheit“ bei der alternativen Offerte nicht gewährleistet sei.

De Krassny droht mit Aktionärstreffen

Anchorage soll dem angeschlagenen Baumarktkonzern einen Kredit über 85 Millionen Euro gewähren. Dieser soll mit 17 Prozent verzinst und mit der Tochter Max Bahr besichert werden. De Krassny Anwälte haben dem Konzern bereits ein außerordentliches Aktionärstreffen für den Fall angedroht, dass die Verträge mit Anchorage unterschrieben werden. Dort könnte de Krassny zwar kaum noch etwas am Finanzierungskonzept ändern, aber – sofern sich die Mehrheitsverhältnisse ähnlich wie beim Aktionärstreffen Anfang Juli gestalten – die Abwahl unliebsamer Aufsichtsräte durchsetzen. Bis dahin bleibt die Lage bei Praktiker allerdings unübersichtlich, was auch die anstehenden Verhandlungen mit Banken nicht erleichtern dürfte.

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Unklar ist etwa, wann eine außerordentliche Hauptversammlung stattfinden müsste, ob es Verzögerungsmöglichkeiten gibt und sich über eine geplante Kapitalerhöhung bis dahin womöglich auch die Mehrheitsverhältnisse wieder ändern.  Offen ist auch, welche Auswirkungen, die Klagen von Aktionären gegen die Hauptversammlungsbeschlüsse haben.

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