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Praktiker: Rettungsplan steht auf der Kippe

Quelle: Handelsblatt Online

Verhandlungskreisen zufolge steht die Rettung des Baumarktkonzerns Praktiker am Scheideweg. Der US-Finanzinvestor Anchorage fordert weitreichende Zugeständnisse und droht, seine Kredit-Offerte zurückzuziehen.

Die Zukunft der Baumarktkette ist weiter unklar. Quelle: dapd
Die Zukunft der Baumarktkette ist weiter unklar. Quelle: dapd

FrankfurtDer Rettungsplan des Baumarktkonzerns Praktiker steht Verhandlungskreisen zufolge auf der Kippe. Der US-Finanzinvestor Anchorage, dessen 85-Millionen-Euro-Kredit Kern des Sanierungskonzepts ist, dränge auf eine Entscheidung und drohe, seine Offerte zurückzuziehen, wenn der Aufsichtsrat am Mittwoch nicht grünes Licht für die Vereinbarung gibt. Der Aufsichtsrat des angeschlagenen Unternehmens will am Abend zusammentreten, wie vier mit der Tagesordnung des Treffens vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch sagten. „Wir müssen weg von der Hängepartie“, sagte ein Insider. Die Gespräche mit dem Hedgefonds ziehen sich bereits seit Monaten hin. „Irgendwann ist einmal zu Ende verhandelt“, sagte ein anderer Teilnehmer.

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Ein Sprecher von Praktiker wollte sich nicht zum Stand der Verhandlungen äußern. Der Vorstand und die Berater von Praktiker sehen keine Alternative zu dem Kredit, für den Anchorage über 16 Prozent Zinsen fordert. Außerdem verlangt der US-Investor als Pfand die Konzerntochter Max Bahr, die als einzig wertvoller Teil des Unternehmens gilt. Anchorage verfolgt oft die Strategie, vom Kreditgeber zum Eigentümer eines Unternehmens zu werden, beim Autozulieferer Honsel und beim Schiffsbauer Bavaria Yachts hatte der Finanzinvestor damit Erfolg.


Bisher vergeblich fordert Anchorage Finanzkreisen zufolge noch weitere Zugeständnisse, unter anderem von den Vermietern der Baumarkt-Immobilien der Tochter Max Bahr. Diese sind nach der Insolvenz der Immobiliengesellschaft Moor Park der Royal Bank of Scotland zugefallen. Die Mieten lägen deutlich über dem Branchenüblichen, sagten mehrere Insider. „Wenn sich Vermieter, aber auch die Banken nicht bewegen, wird sich Anchorage zurückziehen“, sagte ein Insider. Die RBS äußerte sich zunächst nicht zu den Forderungen.

Praktiker will die Frage der Mieten aus den Verhandlungen heraushalten. Ein Sprecher betonte, das Unternehmen konzentriere sich auf das 160 Millionen Euro schwere Finanzierungspaket, das mit Anchorage, den Banken und Warenkreditversicherern verhandelt wird. Die Gespräche mit den Vermietern stünden auf einem anderen Blatt. „Wir verhandeln mit allen Vermietern über die Mietkonditionen“, sagte er.

Praktiker-Aktionärsvertreterin Isabella de Krassny drängt seit längerem darauf, die Gespräche mit Anchorage abzubrechen. Die Zinsen, die der Investor fordert, seien Wucher. De Krassny hat zusammen mit dem Investor Clemens Vedder ein eigenes Finanzierungskonzept vorgelegt, das der Praktiker-Vorstand aber ablehnt. Auch in diesem Konzept ist Max Bahr als Sicherheit vorgesehen. Zwei Vertraute von de Krassny sitzen im Praktiker-Aufsichtsrat.

Teil des Vorstandskonzepts ist auch eine Kapitalerhöhung über 60 Millionen Euro. Hier könnten sich praktische Probleme ergeben: Die Praktiker-Aktie notierte am Mittwoch bei 1,02 Euro. Unter dem Nennwert von einem Euro dürfen aber neue Aktien nicht ausgegeben werden. Damit würde bei Praktiker womöglich vorher ein Kapitalschnitt fällig.

 

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