Praktiker und Max Bahr: Zwei von drei Mitarbeitern haben wieder Arbeit

Praktiker und Max Bahr: Zwei von drei Mitarbeitern haben wieder Arbeit

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Rund zwei Drittel der ehemaligen Praktiker- und Max-Bahr-Mitarbeiter haben wieder einen Job gefunden.

Zweieinhalb Jahre nach den Pleiten von Praktiker und Max Bahr stellt sich heraus, dass für viele Beschäftigte die Katastrophe glimpflich ausgegangen ist. Dennoch bleibt ein Viertel der ehemaligen Mitarbeiter arbeitslos.

Die meisten ehemaligen Beschäftigten der insolventen Baumarktketten Praktiker und Max Bahr haben wieder einen Job gefunden. Das ergab eine wissenschaftliche Untersuchung über die Arbeit der Transfergesellschaften, die nach den beiden Insolvenzen eingesetzt worden waren. Laut den am Donnerstag in Hamburg vorgestellten Ergebnissen fanden rund zwei Drittel der Beschäftigten in eine neue sozialversicherungspflichtige Beschäftigung oder in die Selbstständigkeit. Ein Viertel sei dagegen arbeitslos geblieben.

Das sei ein sehr gutes Ergebnis - auch im Vergleich zu ähnlichen Fällen, sagte Studienleiter Gernot Mühge vom Bochumer Helex-Institut. Bei der Schlecker-Insolvenz fanden etwa 49 Prozent der Beschäftigten wieder eine Stelle, 39 Prozent blieben dagegen arbeitslos. Viele Vergleichsmöglichkeiten gibt es jedoch nicht. Mit 7600 Beschäftigten (von 8200 Berechtigten) in sechs verschiedenen Transfergesellschaften war der Fall Praktiker/Max Bahr der größte seit 1998.

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Insgesamt beschäftigten beide Baumarktketten in über 300 Filialen rund 15.000 Arbeitnehmer, von denen aber 5500 geringfügig beschäftigt waren und nicht für eine Transfergesellschaft infrage kamen. Über ihr berufliches Schicksal ist nichts bekannt.

Praktiker und Max Bahr waren 2013 zahlungsunfähig geworden und hatten 2014 ihre letzten Filialen geschlossen. Zahlreiche Standorte wurden von anderen Baumarktketten oder Einzelhändlern übernommen, andere ersatzlos geschlossen oder umgewandelt. Nur rund 20 Prozent der Beschäftigten konnten am gleichen Standort weiterarbeiten.

Transfergesellschaften sind ein arbeitsmarktpolitisches Instrument, das nicht nur bei Insolvenzen eingesetzt wird, sondern auch bei größeren Entlassungen. An den Kosten beteiligen sich die Unternehmen oder Gläubiger sowie die Agentur für Arbeit. Bei Praktiker/Max Bahr lagen die Kosten in der Größenordnung von 100 Millionen Euro.

Dabei waren die Beschäftigten nur drei bis sechs Monate in den Transfergesellschaften - und damit kürzer als die gesetzliche Höchstdauer von zwölf Monaten. Andernfalls hätten die Gesellschaften noch erfolgreicher arbeiten können, meinte Mühge. In den Auffanggesellschaften erhalten die von Arbeitslosigkeit bedrohten Arbeitnehmer Beratung, Bewerbungstrainings und zusätzliche Qualifikationen wie zum Beispiel Computerschulungen oder Sprachkurse.

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