Projekt "Collins": Otto will Amazon und Zalando angreifen

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Projekt "Collins": Otto will Amazon und Zalando angreifen

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Benjamin Otto stellt "Collins" vor.

von Henryk Hielscher

Der Versandriese Otto hat enthüllt, was sich hinter dem Geheimprojekt "Collins" verbirgt - eine neue Shopping-Plattform. Damit will der Konzern Amazon und Zalando angreifen.

An Euphorie herrscht kein Mangel: Um etwas "radikal Neues" soll es gehen, um ein "Öko-System" und ein "ganz besonderes Innovationsprojekt", das nicht weniger als die "Demokratisierung des E-Commerce" zum Ziel habe. Nicht Marken wie Apple, Google oder Amazon künden hier von der schönen neuen Shopping-Welt. Vielmehr hat das Hamburger Versandimperium Otto heute seine lang erwartete Fashion-Offensive gestartet und die Messlatte weit nach oben gelegt.

Das Projekt Collins lief im Konzern bisher als geheime Verschlusssache. Entsprechend hoch sind die Erwartungen, als Benjamin Otto, Enkel des Unternehmensgründers Werner Otto, im Hamburger Lichtwerk die ganz in weiß gehaltene Bühne betritt, um das Konzept vorzustellen: Mit viel Technik im Hintergrund soll künftig das Einkaufserlebnis vom klassischen Shoppingbummel ins Netz übertragen werden.

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Modebegeisterten Kundinnen von 20 bis 40 Jahren würden auf Basis von Algorithmen und dem bisherigen Einkaufsverhalten neue Klamotten und Stile präsentiert. Mit der Integration von Apps und der Öffnung für externe Entwickler soll gar eine neue Online-Shop-Infrastruktur rund um die Marke "About you" etabliert werden.

Ist das der Zalando-Killer, der große E-Commerce-Wurf von Otto? Immerhin hat der Konzern einen dreistelligen Millionenbetrag investiert. Das Projekt gilt auch als Feuertaufe für Benjamin Otto. 

Schwierige Startphase

Tatsächlich wirken die Seiten frisch, das Konzept dahinter stimmig für die Zielgruppe. So kann die feierbewusste Kundschaft über "About you" etwa eine App ansteuern, die je nach Clubauswahl das passende Outfit vorschlägt. Styles von Promis lassen sich via Klick ordern und Wunsch-Schuhe per Baukastensystem zusammen stellen. Und wem an der Bushaltestelle die Optik eines Mitwartenden zusagt, kann auf eine Kleidererkennungs-App setzen.

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Ob die Seite den hohen Erwartungen gerecht werden kann, ist dennoch fraglich. Nach der Anfangseuphorie beginnt das Tageskleinklein: Reichweite muss aufgebaut werden, weitere App-Entwickler überzeugt werden. Selbst im Erfolgsfall können auch Wettbewerber das Konzept kopieren. Nicht zuletzt ist der deutsche Modemarkt on- wie offline gut besetzt.

Folgt man Collins-Co-Chef Tarek Müller, scheint die Mission dennoch schon fast erfüllt zu sein. Nach der ersten Präsentation durch Otto greift er kurz zu seiner Wasserflasche, trinkt einen Schluck und betritt betont lässig die Bühne mit den Worten "Heute ist ein guter Tag für Frauen". Endlich könnten sie sich auch im Netz inspirieren lassen, stöbern und entdecken. Er betont vor allem die Möglichkeit, sich auf den individuellen Geschmack zugeschnittene Kleidung anzeigen zu lassen. Dabei würde das System aus jedem Klick und jedem Einkauf dazu lernen.

Heute sei quasi "die Einschulung" von Collins, so Müller. Daran, dass am Ende des Weges ein Einser-Abitur steht, lässt er keinen Zweifel.

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