Prozess gegen Sal. Oppenheim: Gericht zweifelt an Forderungen von Schickedanz

Prozess gegen Sal. Oppenheim: Gericht zweifelt an Forderungen von Schickedanz

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Der Vorsitzende Richter Stefan Singbartl (r.) und Richterin Kirsten Prömse im Landgericht in Koeln vor Beginn des Verfahrens über eine milliardenschwere Schadenersatzklage der Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz.

Seit Dienstag klagt die Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz gegen ihre ehemaligen Anlageberater. Schickedanz will ihr Milliardenvermögen zurück. Doch die Richter muss sie erst noch überzeugen.

Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz kann sich nur wenig Hoffnung auf Milliardenschadenersatz nach der Pleite des Handelskonzerns Arcandor machen. Das Landgericht Köln hält ihre Argumentation für nicht einleuchtend, wie es bereits zum Auftakt des spektakulären Zivilprozesses gegen ihre ehemalige Hausbank Sal. Oppenheim am Dienstag deutlich machte. Schickedanz wirft der früheren Führungsriege der einst größten europäischen Privatbank vor, ihr Milliardenvermögen gegen ihren Willen riskant angelegt und verschleudert zu haben. Sie verlangt von der Bank, den inzwischen abgetretenen Ex-Bankenchefs und von ihrem Vermögensberater Josef Esch 1,9 Milliarden Euro. Ihre Schadensersatzklage richtet sich insgesamt gegen 14 Beklagte.

Anleger mit wackligen Oppenheim-Esch-Investments

  • Karl-Otto Pöhl

    Ex-Bundesbank-Chef

  • Madeleine Schickedanz

    Quelle-Erbin

  • Heinz-Horst Deichmann

    Schuhhändler

  • Claas Kleyboldt

    Ex-Axa-Manager

  • Holger Lampatz

    Maxdata-Gründer

  • Vera Conle-Kalinowski

    LTU-Erbin

  • Wolf Baron von Buchholtz

    Haniel-Miteigentümer

  • Hans Reischl

    Ex-Rewe-Chef

  • Carl Hahn

    früherer VW-Chef

  • Thomas Middelhoff

    Ex-KarstadtQuelle-CEO

  • Wilhelm von Finck jr.

    Erbe

  • Helmut Nanz

    Unternehmer

  • Dieter Schütte

    Verleger

  • Wolfgang Urban

    Ex-Karstadt-Chef

  • Jörn Kreke

    Douglas-Patriarch

  • Claudia Oetker

    Erbin

Der Vorsitzende Richter Stefan Singbartl sagte jedoch, es sei „schwerlich plausibel“, dass Schickedanz einerseits immer gegen die Anlage-Entscheidungen ihrer Berater gewesen sei, dies aber andererseits nie deutlich gemacht habe. „Bislang überzeugt uns der Vortrag noch nicht“, sagte Singbartl. Schickedanz - die nicht selbst vor Gericht erschien - hatte sich im großen Stil am Handelskonzern Arcandor, ehemals KarstadtQuelle, beteiligt und auch mittels Darlehen von Sal. Oppenheim immer wieder Geld in das Unternehmen gesteckt. 2009 war der Konzern zusammengebrochen - die heute 69-Jährige verlor praktisch ihr gesamtes Vermögen.

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„Frau Schickedanz hat das gemacht, was man ihr vorgelegt hat“, sagte ihr Anwalt Stefan Homann vor Gericht. Sal. Oppenheim habe es versäumt, ihr die Risiken der gewählten Anlageformen deutlich zu machen. Richter Singbartl reagierte darauf mit Verwunderung. Die Grundsätze des Aktienkaufs dürften einer Großanlegerin wie Frau Schickedanz doch wohl deutlich gewesen sein, sagte er. Außerdem habe sie nach der Arcandor-Insolvenz selbst gesagt, sie habe sich persönlich in der Pflicht gesehen - und eben nicht als „Strohfrau“ der Banken. Schickedanz müsse sich darüber im Klaren sein, dass die Beweislast bei ihr als Klägerin liege. Bisher blieben ihre Ausführungen recht allgemein.

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