Prozess: Staatsanwälte fordern mehr als drei Jahre Haft für Middelhoff

Prozess: Staatsanwälte fordern mehr als drei Jahre Haft für Middelhoff

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Middelhoff soll Charterflüge und eine Festschrift für seinen Mentor zu Unrecht über die Firma abgerechnet haben.

Im Prozess gegen den ehemaligen Arcandor-Chef Thomas Middelhoff hat die Staatsanwaltschaft drei Jahre und drei Monate Haft wegen schwerer Untreue beantragt. Das erklärten die Ankläger am Donnerstag in ihrem Plädoyer vor dem Essener Landgericht.

Die Staatsanwaltschaft hat eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten gegen den ehemaligen Arcandor-Chef Thomas Middelhoff beantragt. Middelhoff habe Kosten für Flüge über den Handelskonzern abgerechnet, obwohl sie nicht im Interesse KarstadtQuelles und des Nachfolgekonzerns gewesen seien, sagte Staatsanwältin Daniela Friese am Donnerstag im Untreue-Prozess gegen Middelhoff vor dem Essener Landgericht zur Begründung.

Middelhoff hat nach Auffassung der Staatsanwaltschaft seine Treuepflichten verletzt und dem inzwischen pleitegegangenen Konzern geschadet. Middelhoff habe die frühere Karstadt-Mutter „nach Gutdünken“ mit Kosten seiner zahlreichen externen Nebentätigkeiten belastet, sagte Staatsanwalt Helmut Fuhrmann am Donnerstag in seinem Plädoyer vor dem Essener Landgericht. Bei Reisen mit Arcandor- und zugleich mit privaten Terminen hätten die Kosten zumindest aufgeteilt werden müssen.

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Hauptsächlich geht es um Flüge mit Chartermaschinen, die von Arcandor bezahlt wurden, nach Auffassung der Ankläger aber ganz oder teilweise privat veranlasst waren. So habe der Manager in New York regelmäßig sein Aufsichtsratsmandat bei der New York Times wahrgenommen. Wenn sich Middelhoff auf Termindruck und Zeitnot berufe, sei dies in vielen Fällen aber nicht Arcandor anzulasten, sondern seinen zahlreichen externen Mandaten, argumentierte die Staatsanwaltschaft.

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Thomas Middelhoff Quelle: dpa

Einmal habe er einen Charterflieger nur deswegen leer von Köln nach Boston (USA) fliegen lassen, um ein paar Stunden früher ins Wochenende starten zu können. Auch Flüge in sein Feriendomizil in Saint-Tropez in Südfrankreich habe er dienstlich abrechnen lassen. Middelhoff habe seine Einlassungen mehrfach geändert, seine Angaben seien teils unschlüssig oder als reine Schutzbehauptungen zu werten, so der Staatsanwalt. Middelhoff hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

Die Kosten für Flüge zwischen dem Wohnsitz in Bielefeld und dem Arbeitsplatz in Essen müssten von ihm privat getragen werden. So habe dem Manager jederzeit ein Dienstwagen mit Fahrer und eine Dienstwohnung zur Verfügung gestanden. „Wohnt man zu weit weg, oder sind die Verkehrswege schlecht, dann muss man umziehen“, sagte der Staatsanwalt. Von seinem Finanzvorstand habe Middelhoff dies schließlich auch erwartet.

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