Quell-Erbin: Schadenersatzprozess von Schickedanz vor gütlicher Einigung

Quell-Erbin: Schadenersatzprozess von Schickedanz vor gütlicher Einigung

Bild vergrößern

Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz.

Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz steht im Schadenersatzprozess mit der Deutschen Bank vor einer außergerichtlichen Einigung. Das teilte ein Sprecher des Geldhauses mit.

Im Schadenersatzprozess von Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz steht eine außergerichtliche Einigung kurz bevor. Schickedanz und ihre damalige Hausbank Sal. Oppenheim hätten eine Vereinbarung geschlossen, die ein Ende des Rechtsstreits ermöglichen soll, teilte ein Sprecher der Deutschen Bank am Mittwoch auf Anfrage mit. Sal. Oppenheim gehört inzwischen zur Deutschen Bank. „Wenn die in der Vereinbarung vorgesehenen Voraussetzungen erfüllt sind, kann der Rechtsstreit einvernehmlich, umfassend und endgültig für beendet erklärt werden.“ Zuvor hatten die „Süddeutsche Zeitung“ und der WDR darüber berichtet.

Bei der vorgesehenen Einigung laufe es auf einen zweistelligen Millionenbetrag für Schickedanz hinaus, hieß es in Verhandlungskreisen. Schickedanz forderte in einem Prozess vor dem Kölner Landgericht ursprünglich insgesamt 1,9 Milliarden Euro, vor allem von Sal. Oppenheim, deren früherer Führung und ihrem einstigen Vermögensberater Josef Esch.

Anzeige

Die Ex-Milliardärin hatte hohe Summen in den Arcandor-Konzern - zuvor KarstadtQuelle - gesteckt, der 2009 pleiteging. Ihr Vermögen sei gegen ihren Willen riskant angelegt und verschleudert worden, argumentiert die Klägerin. Die Beklagten wiesen die Vorwürfe zurück.

Die Geschichte von Sal. Oppenheim

  • 1789

    Salomon Oppenheim gründet in Bonn eine Bank

  • 1798

    Umzug nach Köln

  • ab 1837

    Mit der Finanzierung von Eisenbahnen und dem Einstieg ins Versicherungsgeschäft steigt die Bank auf

  • 1938

    Auf Druck der Nazis Umbenennung in Pferdmenges & Co. (bis 1947)

  • 1964

    Alfred von Oppenheim (gest. 2005) wird Chef und baut die Betreuung reicher Privatkunden auf

  • 1989

    Verkauf der Anteile an der Colonia Versicherung, Beginn der Zusammenarbeit mit Josef Esch

  • 1993

    Ex-Bundesbank-Präsident Karl Otto Pöhl führt Sal. Oppenheim.

  • 1998

    Matthias Graf von Krockow folgt ihm.

  • 2005

    Mit dem Kauf der BHF Bank wird Sal. Oppenheim zur größten Privatbank Europas. Esch-Projekte wie der Neubau der Kölner Messe geraten in die Kritik.

  • 2008

    Die Bank macht erstmals Verlust

  • 2009

    Durch die Pleite des Handelskonzerns Arcandor, mit dem die Bank über Kredite und Aktienbeteiligung eng verbunden ist, gerät Sal. Oppenheim in eine existenzbedrohende Krise

  • 2010

    Die Deutsche Bank übernimmt Sal. Oppenheim komplett.

  • 2012

    Zahlreiche Prozesse von Anlegern wegen Verlusten bei Oppenheim-Esch-Fonds. Die Staatsanwaltschaft Köln erhebt Anklage gegen die Ex-Bankführung und Josef Esch, Prozessbeginn wohl Anfang 2013

Das Verfahren läuft seit dreieinhalb Jahren. Der Verkündungstermin war bereits mehrfach verschoben worden - auch, um den Streitparteien Zeit für eine außergerichtliche Einigung zu geben. Das Gericht hatte eigentlich für den 20. Dezember einen Verkündungstermin angesetzt. Bei dem Verfahren handelt es sich um einen der größten Schadenersatzprozesse der deutschen Justizgeschichte.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%