
Radeberger hat den Bionade-Gründern die verbliebenen 30 Prozent an ihrem Unternehmen abgekauft. Warum stecken Sie erneut Millionen Euro in eine Marke, die ihren Zenit offenbar überschritten hat?
Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben – und ihn schon gar nicht zu schnell ins falsche Licht rücken.
Wie wollen Sie denn den Niedergang der Marke stoppen?
Der Abwärtstrend ist bereits im letzten Jahr gestoppt worden – hauptsächlich durch den Ausbau der Distribution im Lebensmitteleinzelhandel, die Einführung eines 4er-Packs und nicht zuletzt durch die nationale Kommunikation. Diesen Weg gehen wir nun einfach konsequent Schritt für Schritt weiter.
Quelle: dpaDeutschlands Kult-Limonaden
Bionade
„Das weltweit einzigartige alkoholfreie Erfrischungsgetränk, das rein biologisch hergestellt“ ist, rühmt sich Bionade selbst. Die Biobrause, die wie Bier gebraut wird, wurde 1995 im bayerischen Ostheim vom Diplom-Braumeister Dieter Leipold entwickelt. Alle Zutaten versichert die Bionade GmbH sind biologisch abbaubar.
Bionade entwickelte sich schlagartig zum Kultgetränk: 2002 verkaufte das Unternehmen nur zwei Millionen Flaschen, fünf Jahre später waren es dann schon 200 Millionen. Dann brach der Umsatz 2008 ein. Nachdem zunächst die Familien Kowalsky und Leipold das Unternehmen gemeinsam führten, wurde dann der Mineralwasser-Hersteller Rhön-Sprudel mit 70 Prozent Mehrheitseigner. 2009 übernahm die Oetker-Tochter Radeberger diese Anteile. 2012 soll die Biobrause komplett in den Besitz von Radeberger übergehen.
Quelle: Jane MejdahlOrangina
Erst schütteln, dann trinken – das ist Orangina. Die Franzosen lieben die Orangen-Limoande mit Fruchtfleisch. So sehr, dass es Coca-Cola bis heute nicht gelungen ist, in Frankreich einen ähnlich großen Markteinfluss zu bekommen wie in anderen Ländern. Seit 2006 gehört Orangina zur Investorengruppe Lion Capital und Blackstone. In Deutschland wird Orangina über die Krombacher Brauerei vertrieben.
Markenzeichen der Limonade, die ein spanischer Apotheker 1935 erstmals auf einer Messe in Marseille präsentierte, ist die bauchige Flasche, die an die kugelrunden Orangen erinnern soll. Der Franzose Leon Beton erwirbt das Rezept und produziert Orangina zunächst für den algerischen Markt, erst nach dem zweiten Weltkrieg (1947) kommt die Limonade nach Frankreich.
Quelle: Axel SchwenkeFritz-Kola
"Vielviel Koffein und weniger süß": Fritz-Kola hat fast dreimal soviel Koffein wie die gewöhnliche Cola – mit einem Hauch Zitrone. Hinter Fritz-Kola stehen Lorenz Hampl und Mirco Wolf Wiegert. Sie wollen mit dem Label gegen Colamonopole, Plastikflaschenschrott und Dauer-Coolness angehen. 2003 werden die ersten 170 Kisten Fritz-Cola produziert.
Was die Bilanz angeht halten sich die Hamburger bedeckt, feststeht, der Laden läuft. Aus der Garagen-Firma ist ein Unternehmen mit 20 Mitarbeiter und einem Umsatz von 2,6 Millionen Euro geworden (Stand Sommer 2010).
Quelle: PressebildAfri Cola
Die Limonade der Trendsetter und Szenegänger. Seit 1999 liegen die Markenrechte für Afric Cola bei der Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG. Sie erwarb die Kultmarke – und ramponierte sie erst einmal. Die neuen Eigentümer veränderten die Rezeptur so stark, dass die einstigen Fans Sturm dagegen liefen und sogar ein Konkurrenzprodukt auf den Markt brachten.
Seit 2006 gibt es Afri Cola in der markanten Taillen-Flasche mit den zwei seitlichen Einbuchtungen wieder mit Original-Koffeinwert von 25 mg/100 ml und ist wieder weniger süß. Exportiert wird offiziell nach Österreich, in die Schweiz, Tschechien, Saudi-Arabien, Ghana, Frankreich und Südafrika.
Quelle: PressebildSinalco
2005 feierte die Limonade ihren 100. Geburtstag. Der Name kommt vom lateinischen Begriff für „ohne Alkohol“ – sine alcohole. Sinalco ist ein natürliches Fruchtgetränk aus Südfrüchten und einheimischen Obstarten . In den 50er- bis 70er Jahren ist Sinalco der Inbegriff für die Gattung Limonade. Der Jingle „Die Sinalco Schmeckt“, komponiert auf die Melodie des Flohwalzers machen die Brause berühmt.
1994 erwirbt die RheinfelsQuellen H. Hövelmann die Sinalco-Rechte und starten den Relaunch der Kultlimonade. Mit Erfolg - 2010 setzte Hövelmann 147,6 Millionen Euro um.
Quelle: PressebildVitaCola
Die ostdeutsche Traditionsmarke VitaCola ist in den neuen Ländern nach Herstellerangaben die zweitbeliebteste Koffein-Brause nach Coca-Cola. Die Thüringer Waldquell Mineralbrunnen GmbH haucht der einstigen DDR-Marke 1994 im thüringischen Schmalkalden neues Leben ein. Ab diesem Zeitpunkt ist VitaCola in ganz Deutschland erhältlich. 2008 feiert die Kult-Cola ihr 50-jähriges Bestehen.
Quelle: PressebildBluna
„Sind wir nicht alle ein bisschen Bluna?“ Mit diesem Slogan erreichte Bluna Mitte der 90er Jahre wieder ernorme Bekanntheit. In den 50er Jahren war die Limonade von Afri-Cola-Erfinder Karl Flach ein echter Verkaufsschlager, geriet zwischenzeitlich aber in Vergessenheit.
1952 brachte das Unternehmen F. Blumhoffer Nachfolger die Marke heraus. Die Rechte liegen seit 1994 bei der Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG.
Quelle: PressebildClubMate
Club Mate ist ein mit viel Kohlensäure versetzter Mate-Eistee. Mate wird aus Yerba-Tee, einer jahrhundertealte Urwaldpflanze aus Südamerika gemacht. In weiten Teilen Südamerikas gilt Mate-Tee als Nationalgetränk.
Seit 1994 liegt die Lizenz für ClubMate bei der Brauerei Loscher aus Münchsteinach. Hergestellt wird das Mate-Getränk bereits seit 1924, damals unter dem Namen „Sekt-Bronte“.
Quelle: PressebildAlmdudler
Das Familienunternehmen Klein ist Erfinder und Hüter der Marke Almdudler - leicht erkennbar am Etikett mit dem Trachtenpärchen. Die Kräuterlimonade aus Kräuterextrakten, Mineralwasser, Zucker und Zitrone soll eiskalt, ohne Glas und nicht gemischt getrunken werden – das rät zumindest der Hersteller.
1957 bringt Erwin Klein die Kräuterlimonade auf den österreichischen Markt. Der Name kommt vom Begriff „auf der Alm dudeln“, einem Wiener Begriff für das Jodeln.
Deutschlands Kult-Limonaden
Bionade
„Das weltweit einzigartige alkoholfreie Erfrischungsgetränk, das rein biologisch hergestellt“ ist, rühmt sich Bionade selbst. Die Biobrause, die wie Bier gebraut wird, wurde 1995 im bayerischen Ostheim vom Diplom-Braumeister Dieter Leipold entwickelt. Alle Zutaten versichert die Bionade GmbH sind biologisch abbaubar.
Bionade entwickelte sich schlagartig zum Kultgetränk: 2002 verkaufte das Unternehmen nur zwei Millionen Flaschen, fünf Jahre später waren es dann schon 200 Millionen. Dann brach der Umsatz 2008 ein. Nachdem zunächst die Familien Kowalsky und Leipold das Unternehmen gemeinsam führten, wurde dann der Mineralwasser-Hersteller Rhön-Sprudel mit 70 Prozent Mehrheitseigner. 2009 übernahm die Oetker-Tochter Radeberger diese Anteile. 2012 soll die Biobrause komplett in den Besitz von Radeberger übergehen.
Droht Bionade nun als winzige Kultmarke ein Nischendasein im Radeberger-Reich?
Bionade befindet sich vom Umsatz her und mit 150 Mitarbeitern bei Radeberger in bester Gesellschaft. Dann müssten Sie ja auch andere Marken aus unserem Portfolio, etwa Selters, als „winzige Kultmarken“ bezeichnen, die ein „Nischendasein“ fristeten. Gerade das tun wir aber nicht, sondern freuen uns, sie zu haben. Wenn sich Bionade 2012 so weiter entwickelt wie in den letzten Monaten des vergangenen Jahres, dann würden wir uns sehr freuen. Da ging es nämlich aufwärts.













