Raffaellos vor Gericht: Ferrero verliert im Pralinenstreit

Raffaellos vor Gericht: Ferrero verliert im Pralinenstreit

, aktualisiert 01. November 2017, 15:34 Uhr
Bild vergrößern

Auf der Packung von Raffaello sollen künftig Stück, nicht Gramm angegeben werden. In diesem Fall ist die Rechnung einfach. Drei Stück wiegen 30 Gramm.

Quelle:Handelsblatt Online

Das Leben, wusste schon Forrest Gump, ist wie eine Schachtel Pralinen: Man weiß nie, was man kriegt. Zumindest in Deutschland könnte sich das nach einer Klage von Verbraucherschützern gegen Ferrero ändern.

FrankfurtDas Frankfurter Landgericht verlangt vom Süßwarenhersteller Ferrero genauere Mengenangaben auf der Verpackung seines Konfekts „Raffaello“. Das Unternehmen müsse die Stückzahl nennen, die Angabe in Gramm helfe Konsumenten nicht, heißt es in dem noch nicht rechtskräftigen Urteil. „Verbraucher müssen die Anzahl entweder sehen können, oder sie muss auf der Verpackung stehen. Nur so können sie unserer Ansicht nach die Menge richtig einschätzen“, sagte Wiebke Franz von der Verbraucherzentrale Hessen am Mittwoch in Frankfurt. Die Verbraucherschützer hatten Ferrero nach der Beschwerde eines hessischen Verbrauchers abgemahnt.

Die EU-Lebensmittelverordnung verpflichte Hersteller, neben der Nettofüllmenge auch die Stückzahl offenzulegen, wenn sie mehrere einzeln verpackte Pralinen, Schokoriegel oder Eisportionen in einer Verpackung anbieten, erklärten die Verbraucherschützer. Das Gericht stufte demnach die Umhüllung der „Raffaellos“ als Einzelverpackung ein. Ferrero habe argumentiert, es handele sich um eine Trennhilfe - vergleichbar etwa mit dem Einwickelpapier von Bonbons.

Anzeige

Ferrero hat nach eigenen Angaben gegen das Urteil vom 11. Oktober Berufung eingelegt. „Die Umsetzung eines solchen Urteils ginge an der Praxis vorbei und hätte Auswirkungen auf die gesamte Süßwarenindustrie“, begründete das Unternehmen auf Anfrage. „Um für Ferrero und auch die Branche Rechtssicherheit herzustellen und eine praxisgerechte Entscheidung zu erreichen, liegt der Fall nun dem Oberlandesgericht Frankfurt zur Überprüfung vor.“

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%