"Rapex"-Bericht : EU will giftige Billigprodukte aus dem Verkehr ziehen

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"Rapex"-Bericht : EU will giftige Billigprodukte aus dem Verkehr ziehen

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In Europa tauchen wieder mehr gefährliche Waren auf. Die meisten stammen aus China.

Wenn ein Wasserkocher in Flammen aufgeht oder ein T-Shirt abfärbt, kann es gefährlich werden. Dann greifen Tester ein und lassen das Produkt vom Markt nehmen. In Europa finden sich wieder mehr solcher Waren. Die EU setzt auf eine nahtlose Überwachung.

Die Puppe war schön anzufassen, aber ihr Kunststoff voller verbotener Weichmacher. Den Wasserkocher konnte man zwar benutzen, aber nur einmal, denn er ging sofort in Flammen auf. Und wer die Hautcreme auftrug, strich sich Quecksilber auf den Körper und musste mit Vergiftungserscheinungen rechnen. Dass diese Produkte keinen weiteren Schaden anrichten konnten, verdanken Europas Verbraucher dem Schnellwarnsystem der EU.

Tausende Prüfer der nationalen Behörden sind in den EU-Ländern im Einsatz, um riskante Waren an der Grenze, in Häfen oder im Laden zu beschlagnahmen oder zu verbieten. Die Warnung geht über die „Rapex“-Datenbank an alle EU-Länder - die dann handeln. So wird die Gefahr schneller gebannt.

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Zahl der Funde nimmt zu

Im vergangenen Jahr entdeckten die Tester fast 2300 gefährliche Produkte. Das war über ein Viertel mehr als 2011 und eine ähnliche Menge wie 2010. Seit neun Jahren gibt es die Rapex-Datenbank. Die EU-Kommission wertet die hohe Zahl der Funde als gutes Zeichen. Die immer lückenlosere Überwachung zeige Erfolge. „Der Binnenmarkt bietet den Verbrauchern heute mehr Sicherheit“, sagt EU-Verbraucherschutzkommissar Tonio Borg.

Bei diesen Produkten wurde 2012 am häufigsten Alarm geschlagen

  • Platz 5

    4 Prozent der gemeldeten Produkte betrafen Kosmetika.

  • Platz 4

    8 Prozent der gemeldeten Produkte betrafen Kraftfahrzeuge.

  • Platz 3

    11 Prozent der gemeldeten Produkte betrafen Elektrogeräte und -zubehör.

  • Platz 2

    19 Prozent der gemeldeten Produkte betrafen Spielzeug.

  • Platz 1

    34 Prozent der gemeldeten Produkte betrafen Bekleidung, Textilien und Modeartikel.

Kritiker sehen das anders. „Die hohe Zahl belegt, dass immer noch zu viele riskante Güter in die Regale unserer Geschäfte gelangen“, sagt die Leiterin der europäischen Verbraucherschutzorganisation Beuc, Monique Goyens. „Die Behörden schaffen es einfach nicht, das zu stoppen.“ Viele Länder hätten in den vergangenen Jahren beim Personal und bei den Budgets von Prüfstellen gekürzt. Zudem gebe es eine hohe Dunkelziffer an riskanten Waren, die den Kontrolleuren entgingen.

Die Wirkungsweise des Schnellwarnsystems kann wohl noch verbessert werden. So fällt auf, dass fünf Länder - darunter Deutschland - mehr als die Hälfte aller Warnungen in Europa verschickte. Andere Staaten handhaben das laut EU-Bericht sehr viel lascher.

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