Recycling-Gebühren: Der Grüne Punkt wird teurer

Recycling-Gebühren: Der Grüne Punkt wird teurer

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Viele Unternehmen drucken den "Grünen Punkt" auf ihre Produkte, ohne dafür zu zahlen.

Das Duale System Deutschland mit dem "Grünen Punkt" nimmt immer weniger ein. Viele Unternehmen nutzen das Siegel zwar, bezahlen es aber nicht. Deshalb soll Recycling teurer werden. Am Ende zahlt wohl der Kunde.

Das Duale System Deutschland (DSD) erhöht seine Preise für Verpackungsrecycling ab dem kommenden Jahr um bis zu acht Prozent. Das Unternehmen begründete die Preisanhebung mit Kostensteigerungen. Ein Durchschnittswert für die Preissteigerungen wurde zunächst nicht genannt. Von einem Umsatz in der Gruppe von rund 714 Millionen Euro im vergangenen Jahr entfielen bei dem Unternehmen knapp 577 Millionen Euro auf das Kerngeschäft mit Verpackungsrecycling.

Kein Geld mit Nachhaltigkeit

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Das DSD war vor 20 Jahren gegründet worden, um der wachsenden Müllberge durch Recycling Herr zu werden. Seitdem organisiert es die Wiederverwertung von Verpackungsmüll wie Joghurtbecher oder Konservendosen. Das Unternehmen ist im Besitz von Management und Investoren. Die Unternehmen der Unternehmensgruppe mit dem Grünen Punkt recyceln und verwerten neben gebrauchten Verpackungen aus dem dualen System auch Abfälle aus Industrie und Gewerbe. Die erzeugten Sekundärrohstoffe werden überwiegend in Deutschland und Europa vermarktet. Allein durch das Recycling der Verpackungen aus Gelbem Sack und Gelber Tonne, Glascontainern sowie Altpapiersammlung hat der Grüne Punkt im Jahr 2012 rund 47,5 Milliarden Megajoule an Primärenergie eingespart - damit könnte man ein Jahr lang fast 620.000 Zweipersonenhaushalte mit Strom versorgen. Außerdem hat das Recycling Ausstoß von 1,3 Millionen Tonnen an Kohlendioxidäquivalenten verhindert. Das geht so zumindest aus dem Nachhaltigkeitsbericht 2011/2012 hervor. Nur zahlen will dafür anscheinend keiner: Entweder drucken Unternehmen den grünen Punkt auf ihre Verpackungen und zahlen nicht, oder die Produkte haben keinen grünen Punkt, landen aber trotzdem im Gelben Sack oder im Glascontainer.

Kommunen wollen Recycling selbst in die Hand nehmen

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Denn beim sogenannten grünen Punkt zahlen die Hersteller an das Unternehmen Lizenzgebühren, die nach Material und Gewicht der Verpackung berechnet werden. Nun müssen die Unternehmen, die brav ihre Lizenzgebühren zahlen, den Gebührenausfall der anderen mittragen. Ob die gestiegenen Preise an die Endverbraucher weitergegeben werden, sei derzeit noch völlig unklar, so der Sprecher des DSD.

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) bezweifelte, ob die privatwirtschaftliche Organisation der Verpackungsentsorgung der richtige Weg ist. „Die Kommunen können und wollen in Zukunft die Verantwortung für die Verpackungsentsorgung übernehmen“, hieß es in einer in Berlin verbreiteten Stellungnahme. Dem System der Verpackungsentsorgung warf der Verband „ökologische und ökonomische“ Ineffizienz vor.

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