
Mr. O’Toole, Sie sind der Chef einer der größten Sportmarken weltweit – wie oft trainieren Sie eigentlich selbst?
O’Toole: Früher habe ich sehr viel Eishockey und Basketball gespielt, heute bin ich 50 und gehe mindestens drei Mal die Woche zum Fitnesstraining in die CrossFit-Box auf unserem Firmengelände in Canton bei Boston. Und wenn ich auf Reisen bin, habe ich stets Sportzeug dabei. Laufen kann man schließlich überall.
Die Fitness werden Sie brauchen – gerade hat Ihr Boss, Adidas-Chef Herbert Hainer, die Umsatzziele für die Marke für das Jahr 2015 von drei auf zwei Milliarden Euro gekappt. Was läuft schief?
Auf den ersten Blick sieht das natürlich nicht gut aus. Es war aber dringend nötig, die Umsatzerwartung anzupassen. Im Wesentlichen sind es drei Dinge, die uns wehgetan haben. Erstens haben wir beschlossen, nach zehn Jahren unseren Vertrag mit der US-Profi-Football-Liga NFL nicht zu verlängern. Das kostet uns im Jahr einen dreistelligen Millionenumsatz...
...den nun Ihr Wettbewerber Nike macht.
Wir haben den Vertrag bewusst nicht verlängert, weil er nicht zu unserer Strategie für Reebok passt. Man muss die Adidas-Gruppe als Ganzes sehen. Die Marke Adidas konzentriert sich auf Sportler, die Training als Vorbereitung für Wettkämpfe betrachten, auf Athleten, die hart daran arbeiten, ihre Bestzeit über 800 Meter um einige Sekunden zu verbessern. Wir gehen in eine andere Richtung und definieren uns als Fitness-Company. Reebok-Kunden wollen fit und gesund sein, um den Alltag zu packen, um bessere Leistungen im Beruf zu erzielen und körperlich und geistig fit zu bleiben. Wir nennen das „fit for life“.
Bild: dapdPlatz 20: Tom Tailor
Das Hamburger Unternehmen Tom Tailor gehört seit 1962 zu den größten Bekleidungsunternehmen in Deutschland. Demnächst übernimmt der Konzern die Handelskette Bonita - damit wird Tom Tailor zum siebtgrößten Modeunternehmen in Deutschland. Nur im Ranking der Top-Arbeitgeber der Fashion-Branche, das das Fachmagazin „Textilwirtschaft“ erstellt hat, findet sich die Firma ganz hinten auf dem letzten Platz.
Bild: REUTERSPlatz 19: Zara
Zara ist die bekannteste Produktions- und Verkaufskette des spanischen Inditex-Konzerns und auf der Image-Skala um einen Platz nach unten gerutscht. Als Arbeitgeber bei jungen Nachwuchskräften rangiert Zara auf dem vorletzten Platz. Liegt das vielleicht daran, dass die Modekette vor einem Jahr wegen des Verdachts auf Zwangsarbeit in Brasilien in die Schlagzeilen geraten ist? Gut ausgebildete Nachwuchskräfte erwarten von ihrem künftigen Arbeitgeber nämlich neben guten Karrieremöglichkeiten auch, dass sich das Unternehmen nachhaltig engagiert und soziale Verantwortung unternimmt.
Bild: ScreenshotPlatz 18: Mango
Ebenfalls auf den hinteren Rängen landet das katalanische Unternehmen Mango - noch. Denn der Modekonzern steigert seit Jahren nicht nur kontinuierlich seine Umsätze, sondern kann sich auch auf der Image-Skala verbessern (2010 Platz 21). Mango sehen die Befragten vor allem auch als einen Arbeitgeber mit attraktiven Produkten.
„Das Familiäre bestimmt die Arbeitswelt und das unternehmerische Selbstverständnis: Seit 2008 führt Mango eine Herrenkollektion, verantwortlich ist einer der Söhne Isak Andics. Seine Tochter leitet das Accessoires-Label Touch. Und seine Nichte die Kollektionen für den außereuropäischen Markt“, schreibt die „Süddeutsche“ in einem Unternehmensportrait über den Modekonzern.
Bild: dpa/dpawebPlatz 16: Gerry Weber
Das Geschäft des westfälischen Bekleidungsherstellers Gerry Weber floriert im Moment - der Umsatz der Modefirma stieg im zweiten Quartal um 13 Prozent, auch der Gewinn legte zu. Nur im Ranking der Top-Arbeitgeber in der Modebranche kassiert das Unternehmen zwei Plätze und belegt den 16. Platz.
Bild: dapdEbenfalls Platz 16: C&A
Federn lassen musste auch die 1911 in Berlin gegründete Textilkette C&A: Nach Rang 12 in 2010 teilt sich das Unternehmen in diesem Jahr den 16. Platz mit Gerry Weber. Vielleicht wird die Modefirma für den Nachwuchs bald wieder attraktiver: C&A will demnächst die Läden auf Vordermann bringen und neue Filialen eröffnen. Über 700 Millionen Euro will Europa-Manager Andreas Seitz in den kommenden drei Jahren für die Expansion und Modernisierung investieren. Bislang schätzt der Nachwuchs vor allem, dass C&A einen sicheren Arbeitsplatz bietet - ein Kriterium, auf das gut 96 Prozent der 1.100 Befragten unter 35 Jahren achten.
Bild: dpaPlatz 15: Esprit
Der Modekonzern Esprit ist angeschlagen und verliert auch als Arbeitgeber an Attraktivität. Nach Platz 10 im Jahr 2010 landet die schlingernde Modekette mit Sitz in Ratingen diesmal nur noch auf dem 15. Platz. Der neue Chef Martínez Gutiérrez, der vom Marktführer Inditex kommt und spätestens Ende September sein Amt antritt, soll das Unternehmen jetzt wieder auf Kurs bringen.
Bild: Comfort Holding GmbHPlatz 13: Peek & Cloppenburg Hamburg
Peek & Cloppenburg Hamburg sehen die meisten Befragten als Arbeitgeber, der gute Weiterbildungsmöglichkeiten bietet. In Zukunft muss die Modekette den Nachwuchskräften aber noch etwas mehr bieten, um sie für sich zu gewinnen, denn im Ranking verlieren die Hamburger im Vergleich zu 2010 8 Plätze.
Bild: ScreenshotEbenfalls Platz 13: Bestseller
Der dänische Modekonzern Bestseller steht hinter Marken wie Vero Moda, Exit, Jack & Jones oder Only und positioniert sich nach Rang 12 in 2010 dieses Jahr auf Platz 13.
Bild: obsPlatz 11: S.Oliver
Weniger attraktiv als Arbeitgeber ist auch der unterfränkische Bekleidungshersteller S.Oliver: Das Modeunternehmen verliert nach Rang 6 in 2010 fünf Plätze und muss sich mit den elften Platz mit einem Konkurrenten teilen.
Bild: ScreenshotEbenfalls Platz 11: Brax
Bei dem Herforder Hosenspezialisten Brax rechnen die meisten Anwärter in erster Linie mit sicheren Arbeitsplätzen. Hier punktet Brax sogar noch vor Otto und C&A.
Platz 20: Tom Tailor
Das Hamburger Unternehmen Tom Tailor gehört seit 1962 zu den größten Bekleidungsunternehmen in Deutschland. Demnächst übernimmt der Konzern die Handelskette Bonita - damit wird Tom Tailor zum siebtgrößten Modeunternehmen in Deutschland. Nur im Ranking der Top-Arbeitgeber der Fashion-Branche, das das Fachmagazin „Textilwirtschaft“ erstellt hat, findet sich die Firma ganz hinten auf dem letzten Platz.
Klingt gut, klappt aber nicht, wie Ihre Toning-Schuhe zeigen, die angeblich schon beim Gehen die Muskulatur trainieren.
Das ist der zweite Grund für unsere reduzierte Umsatzprognose. 2010 haben wir zehn Millionen Paar Toning-Schuhe verkauft und hatten große Hoffnungen. 2011 sah es erst auch noch gut aus, aber dann haben wir bei den Toning-Schuhen einen herben Einbruch erlitten...
...durch Ihren Wettbewerber Skechers.
Der hat den Markt mit Ware geflutet und so die Preise kaputt gemacht. Daraufhin mussten wir unser Angebot reduzieren, was Umsatz gekostet hat. Wir glauben aber weiter an Toning-Schuhe. Und wenn der Handel seine Lagerbestände abgebaut hat, wird es wieder Wachstum geben, allerdings auf einem kleineren Niveau als noch vor einigen Jahren.
Dritter Tiefschlag waren die Vorwürfe gegen die Reebok-Führung in Indien, die Scheingeschäfte getätigt und in die eigene Tasche gewirtschaftet haben soll?
In Indien laufen derzeit noch die Ermittlungen gegen die beiden früheren Geschäftsführer, dazu darf ich im Einzelnen nichts sagen. Fest steht, dass wir wegen der offenbar kriminellen Machenschaften im laufenden Geschäftsjahr einen negativen Effekt von 70 Millionen Euro auf das Betriebsergebnis des Konzerns haben. Für 2013 planen wir einen Neustart in diesem für Reebok wichtigen Markt.
























