Reederei: Wie Maersk der Krise entkommt

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Reederei: Wie Maersk der Krise entkommt

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Ein Frachtcontainer der dänischen Containerschiffsreederei Maersk

von Jacqueline Goebel

Die Jahreszahlen werden zeigen: Maersk hat es geschafft, der seit sieben Jahren bestehenden Schifffahrts-Krise zu entkommen – ganz im Gegensatz zu der Konkurrenz aus Deutschland, die immer noch mit Verlusten kämpft.

Der Held von Wilhelmshaven heißt Maersk. Die dänische Containerreederei, die größte auf der Welt, ist die größte Chance für die deutsche Hafenstadt. Seit zwei Jahren wartet der dort für eine Milliarde Euro teuer gebaute Tiefwasserhafen JadeWeserPort darauf, dass Schiffe ihre Container dort abladen – bisher vergebens, das Projekt häuft Millionen an Verlusten an. In der vergangenen Woche lief endlich Rettung ein, in Form des Ozeanriesen „Munkebo Maersk“. Dass die weltgrößte Containerrederei mit ihrem Partner MSC den JadeWeserPort als Ziel für ihre Linienfahrten aufgenommen hat, werten in Wilhelmshaven viele als Wendepunkt.

So funktioniert A.P. Moeller Maersk

  • Größtes Unternehmen Dänemarks

    Mit rund 89.000 Beschäftigten in über 130 Ländern ist A.P. Moeller Maersk - oder A. P. Møller-Mærsk, wie es in der dänischen Schreibweise heißt - das größte Unternehmen Dänemarks. Der Konzern hat seinen Hauptsitz in Kopenhagen und besteht aus fünf Unternehmenssparten, die zusammen rund 50 Milliarden Dollar Umsatz machen - und zuletzt beinahe vier Milliarden Dollar Gewinn.

  • Maersk Line - die Reederei

    Die Reederei Maersk Line ist der älteste und immer noch der wichtigste Unternehmenszweig. Auf ihr gründet das 1904 gegründete Unternehmen. Heute ist Maersk mit etwa 600 Containerschiffen die größte Reederei der Welt. 2013 erwirtschaftete die Sparte 1,5 Milliarden Dollar Gewinn - während viele andere Konkurrenten noch Millionen Dollar Verluste anhäufen.

  • APM Terminals - der Hafenbetreiber

    Eng mit der Reederei verbunden ist das Geschäft der Unternehmenssparte APM Terminals. Über den Unternehmenszweig betreibt Maersk Terminals an über 50 Häfen. Unter anderem ist das Unternehmen auch an dem bisher noch wenig angefahrenen Tiefseewasserhafen in Wilhelmshaven, dem JadeWeserPort, beteiligt. 2013 erwirtschaftete der Unternehmensbereich etwa 770 Millionen Dollar.

  • APM Shipping Terminals - der Logistikanbieter

    Die Sparte APM Shipping Terminals umfasst den Speditions- und Logistikanbieter Damco, die Tankerflotte Maersk Tankers, den Offshore-Versorger Maersk Supply Service und Svitzer, einen Dienstleister für Sicherheit und Notfälle auf See.

  • Maersk Oil - das Öl-Geschäft

    Unter dem Namen Maersk Oil bündelt das Unternehmen sein Öl-Geschäft. Die Dänen Fördern Öl vor der dänischen und britischen Küste, aber auch in Qatar, Algerien und Kasachstan. Die Sparte erwirtschaftete 2013 einen Überschuss von rund einer Milliarde Dollar.

  • Maersk Drilling - der Offshore-Spezialist

    Die Maersk Gruppe besitzt außerdem eine Reihe Ölplattformen. 2013 erwirtschaftete die Sparte mit dem Namen Maersk Drilling rund 500 Millionen Dollar Profit bei einem Umsatz von etwa 2 Milliarden Dollar.


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Die dänische Reederei Maersk setzt die Maßstäbe auf den Meeren dieser Welt. Im vergangenen Geschäftsjahr hat das Unternehmen mit der Containerschifffahrt mehr Gewinn gemacht. Niedrige Ölpreise verpassen der Bilanz für 2014 dagegen einen Dämpfer. In ihrem Jahresbericht kündigte die Gruppe mit Sitz in Kopenhagen an, ihre Anteile an der Danske Bank zu verkaufen. Møller-Maersk hält 20 Prozent der Aktien an der größten dänischen Bank. Unter dem Strich stieg der Gewinn von rund 3,8 Milliarden auf knapp 5,2 Milliarden US-Dollar (rund 4,6 Mrd Euro). Der Umsatz kletterte leicht auf knapp 47,6 Milliarden Dollar (rund 41,8 Mrd Euro).

Seit sieben Jahren befindet sich die Branche in einer tiefen Krise: In einer langen Wachstumsphase haben die Reedereien weltweit Kapazitäten geschaffen, die sie seit der Finanzkrise nicht mehr füllen können. Viele Konzerne häufen seit Jahren Verluste an, andere sind bereits ganz von den Ozeanen verschwunden. Auch die deutschen Anbieter wie Hapag Lloyd – die Nummer 4 auf der Welt – oder Hamburg Süd befinden sich noch immer in den Fängen der Krise. Nur Maersk, die Reederei mit dem weißen Stern auf hellblauen Grund, hat sich in angenehmere Gewässer retten können. Schon in den vergangenen Jahren hat AP Moeller-Maersk mit positiven Gewinnen überrascht. Der Konzern, der auch im Ölgeschäft und als Hafenbetreiber stark ist, machte 2013 bei einem Umsatz von 47 Milliarden US-Dollar rund 3,8 Milliarden Euro Überschuss. Morgen wird das Unternehmen seine Jahreszahlen für 2014 vorlegen - dann wird sich zeigen, ob Maersk wirklich wieder freie Fahrt hat. Das Ziel des Vorstands liegt bei rund vier Milliarden Dollar Gewinn. Die Containerschiff-Sparte alleine soll dazu zwei Milliarden Dollar Überschuss beitragen. Die Konkurrenz aus Deutschland hingegen schreibt weiter Verluste. Doch wie haben die Dänen das geschafft?

1. Größenvorteile nutzen

Zugegeben, auch schon vor der Schifffahrtskrise war die Maersk Line die größte im Markt, gefolgt von der Schweizer Reederei MSC und CMA-CGM aus Frankreich. Der stärkste deutsche Anbieter vor der Krise war im Jahr 2007 Hapag Lloyd auf Platz 5 der Rangliste. Doch die Dänen wussten ihre Marktmacht und ihre Finanzstärke besser zu nutzen als die Konkurrenz. Mit einem aggressiven Preiskampf drängte Maersk in den Anfangsjahren der Krise kleinere Konkurrenten vom Markt. Die Frachtraten für die Container und auch die Charterraten für die Miete eines Schiffs haben sich von der Krise und dem Preiskampf bisher nicht erholt.

Außerdem erkannten die Dänen das Potenzial von Mega-Schiffen. 2011 ordnete die Reederei 20 Containerschiffe der Triple-E-Klasse - die fast 400 Meter langen Schiffe können bis zu 18.000 Standardcontainer transportieren. "Maersk waren die ersten, die Schiffe in dieser Größenordnung geordert haben", sagt Analyst Tobias Sittig von der Frankfurter MainFirst Bank.
Die Konkurrenz reagierte darauf mit Skepsis: Wie soll Maersk solche Kapazitäten füllen können? Heute steht es außer Frage, dass die Nachfrage da ist. Die Ozeangiganten fahren deutlich günstiger als die kleineren Schiffe. Auf den Container umgerechnet verbrauchen sie wesentlich weniger Treibstoff und auch die Personalkosten sind niedriger. Auf der Strecke zwischen Asien und Europa beispielsweise lassen sich mit den Ozeangiganten bis zu 25 Prozent der Kosten einsparen – solange die Schiffe voll beladen sind.

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