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Rettungsplan: Schiffsstandort Deutschland unter Druck

von Frank Matthias Drost Quelle: Handelsblatt Online

Der Koordinator der Regierung für die maritime Wirtschaft, Staatssekretär Hans-Joachim Otto, befürchtet eine langfristige Schwächung des Schifffahrtsstandortes Deutschland. Otto hatte die Branche zu Gesprächen geladen.

Container am Hamburger Hafen Quelle: dpa
Container am Hamburger Hafen Quelle: dpa

BerlinDurch den teilweisen Rückzug der Banken aus der Schiffsfinanzierung seien nicht nur Reeder, sondern auch Werften und Zulieferer betroffen. „In Asien gibt es derzeit wesentlich bessere Finanzierungsbedingungen“, sagte Otto in einem Gespräch mit dem Handelsblatt.

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Otto hatte heute führende schiffsfinanzierende Banken in Deutschland wie die HSH Nordbank, Commerzbank, NordLB, Unicredit, KfW Ipex-Bank und die Deutsche Bank nach Berlin eingeladen, um die Lage nach dem erklärten Rückzug der Commerzbank aus der Schiffsfinanzierung zu sondieren.

Die Commerzbank begründete den Strategieschwenk mit einer Konzentration auf das Kerngeschäft und einer zunehmenden Eigenkapitalanforderungen. Die Branche befindet sich seit Jahren in der Krise, die durch Überkapazitäten im Transportbereich geprägt ist.

Für Erleichterung in der Branche sorgte die Feststellung der Commerzbank, dass sie ihr 20 Milliarden Euro schweres Schifffahrtsportfolio vertragsgerecht abbauen werde, ohne die Kredite in eine Bad Bank zu überführen. Vor Ende der Laufzeit werde sich die Bank nicht zurückziehen, hieß es.

Die Vorschläge der Reeder zur Lösung der Krise fielen bei den vertretenden Banken dem Vernehmen nach auf keinen fruchtbaren Boden. So forderten die Reeder, dass die staatliche KfW bei bestehenden Krediten einspringen sollte. Das wurde in der Runde als nicht notwendig angesehen. „Die KfW braucht nicht ihre Schatullen zu öffnen“, gab Otto den Tenor der Runde wieder. Allerdings könnte die KfW Ipex-Bank künftig eine größere Rolle im Neugeschäft spielen.

Für Otto sind die Probleme bei der Schiffsfinanzierung „nur die Spitze eines Eisbergs“. Denn die verschärften Eigenkapital- und Liquiditätsanforderungen nach den neuen Eigenkapitalrichtlinien von Basel III würden sich generell negativ auf langfristige Investitionsvorhaben auswirken.

„Es kann nicht sein, dass Banken jetzt nicht mehr in der Lage sind, langfristige Vorhaben zu finanzieren“, so Otto. In Kürze soll der Dialog unter Einschluss des Bundesfinanz- und Bundesverkehrsministeriums, der Reeder, der Werften, der Zulieferindustrie und der Banken fortgesetzt werden.

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