Riesige Kluft: Adidas hinkt Nike hinterher

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Riesige Kluft: Adidas hinkt Nike hinterher

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Europas größter Sportartikelhersteller strengt sich mächtig an, läuft Nike aber noch lange hinterher.

von Peter Steinkirchner

Seit einem Vierteljahrhundert rennt Europas größter Sportartikelhersteller dem Rivalen Nike hinterher. Was auch immer die Franken anstellen, die Chance, die Amerikaner einzuholen, scheint gleich null.

Bei Adidas wird dieser Tage ein cooles Büro frei: locker 30 Quadratmeter groß, licht und hell, mit einer breiten Fensterfront, die Ausblick ins Grüne bietet, dazu ein ansehnlicher Flachbildfernseher mit hüfthohen Lautsprecherboxen.

Erich Stamminger hat künftig weder Verwendung für die Technik noch für den loftartigen Raum auf dem Campus der Adidas-Konzernzentrale im fränkischen Herzogenaurach. Denn der 57-Jährige, der seit 1983 für Adidas rackert und seit 2006 die Marke mit den drei Streifen verantwortet, geht, aus persönlichen Gründen.

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Gemeinsam mit seinem Duzfreund an der Spitze hat Stamminger in den vergangenen Jahren viel erreicht; sie haben den Umsatz von Europas größtem Sportartikelhersteller auf fast 15 Milliarden Euro gesteigert und den Börsenwert auf 18 Milliarden Euro gehievt.

Doch wenn das Adidas-Urgestein zur Bilanz-Vorlage am 5. März den Konzern verlässt, wird er den ganz großen Coup nicht feiern können. Nicht nur, dass die Umsatzzahlen zuletzt wenig erbaulich waren. Als Mister Drei Streifen steht der Marketingmann zugleich für den verlorenen Zweikampf mit dem Erzrivalen Nike aus dem US-Staat Oregon.

Weltweite Größenvorteile

Gut ein Vierteljahrhundert lang ver- suchte der hochgewachsene Franke im Zusammenspiel mit Hainer alles, um den Primus in dem 150 Milliarden Dollar schweren globalen Sportartikelmarkt wieder einzuholen oder ihm wenigstens Paroli zu bieten. Stattdessen bekommt das Wettrennen um die Poleposition mittlerweile eine neue Qualität – zum Leidwesen von Adidas offenkundig zugunsten von Nike.

Vor einigen Jahren hatten sich Amerikaner und Franken noch gemeinsam vom Rest der Sportbranche abgesetzt. Allenfalls Puma mischte eine Zeit lang im Wettstreit der Großen mit, fällt als Drittplatzierter mit einem auf drei Milliarden Euro gesunkenen Umsatz jedoch immer weiter ab. Doch inzwischen öffnet sich die Kluft auch zwischen Adidas und Nike immer weiter. Die Chance der Franken, Anschluss an den Weltmarktführer zu halten, scheint für ganz lange Zeit zu schwinden:

  • Nike steigerte seinen Umsatz zwischen 2008 und 2013 um 7,6 Milliarden Euro auf 19,6 Milliarden Euro. Adidas wuchs zwar auch um 4,2 Milliarden auf 14,9 Milliarden Euro. Dennoch vergrößerte der US-Riese damit seinen Vorsprung auf den Rivalen aus der alten Welt.
  • Vor allem auf dem mit 75 Milliarden Euro größten Sportmarkt der Welt, den USA, der im Wesentlichen für den Milliardenvorsprung von Nike sorgt, fällt Adidas zurück. Während die beiden Kontrahenten im Rest der Welt nahezu Kopf an Kopf unterwegs sind, kommt Nike heute allein in Nordamerika auf mehr als zehn Milliarden Dollar Umsatz – bei Adidas reicht es nur für vier Milliarden. Nike steigerte in den vergangenen drei Jahren den Umsatz auf dem umkämpften Markt um satte drei Milliarden Euro.
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