Rorsteds Plan: Bei Henkel wird 2016 abgerechnet

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Rorsteds Plan: Bei Henkel wird 2016 abgerechnet

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Kasper Rorsted will Henkel in den USA auf Erfolgskurs sehen.

von Mario Brück

Mit einer US-Offensive und einem IT-Großprojekt trimmt Vorstandschef Kasper Rorsted Henkel auf Effizienz und weiter steigende Gewinne.

Rund 200 Tage im Jahr ist Kasper Rorsted für gewöhnlich irgendwo im Henkel-Reich auf Dienstreise. Dass der Chef des Konsumgüterriesen aus Düsseldorf mit Marken wie Persil, Pril, Pritt und Schwarzkopf in diesem Jahr aber davon mehr als zwei Monate in den USA verbringen würde, damit hatte er nicht gerechnet.

Zeitweise im Wochentakt flog der 53-jährige Däne in das nordamerikanische Hauptquartier nach Rocky Hill im US-Staat Connecticut, in die Zentrale für Waschmittel und Kosmetik nach Scottsdale in Arizona oder an die Westküste nach Culver City in Kalifornien, wo die US-Friseursparte sitzt. Zwischendurch hielt Rorsted Investoren in New York und Boston bei Laune oder traf sich mit Wal-Mart-Chef Doug McMillon in Bentonville in Arkansas. Die Brandherde in den USA waren so bedrohlich, dass ständig ein Vorstand in den Staaten zu löschen versuchte. „Seit Frühjahr 2014 war fast immer ein Vorstandsmitglied in den USA“, sagt Rorsted im Gespräch mit der WirtschaftsWoche. „Für uns war klar: Die USA sind unser umsatzstärkstes Land, da müssen wir erfolgreich sein.“

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Wissenswertes zu Henkel

  • Seinen Ursprung...

    ...nimmt das Unternehmen 1876 in Aachen als Henkel & Cie. Fritz Henkel gründet es gemeinsam mit zwei Freunden und bringt ein Pulver-Waschmittel unters Volk, das erstmals in kleinen Päckchen statt - wie damals üblich - lose verkauft wird.

  • Wasch- und Reinigungsmittel...

    ... tragen rund 4,6 Millionen Euro in 2013 beziehungsweise 28 Prozent zum Konzernumsatz bei.

  • Der Bereich Schönheitspflege...

    ... bringt 2013 3,5 Millionen Euro beziehungsweise 21 Prozent am Konzernumsatz.

Doch davon konnte keine Rede sein. In Nordamerika war 2014 nicht nur der um Währungseffekte und Zukäufe bereinigte Umsatz um fast drei Prozent auf 2,9 Milliarden Euro geschrumpft. Auch das operative Ergebnis brach um 15 Prozent ein. Henkel hatte in seinem größten Einzelmarkt kaum innovative Produkte auf den Markt gebracht und falsche Managemententscheidungen getroffen.

Umsatz von 20 Milliarden rückt in weite ferne

Der Makel im US-Geschäft wurmte Rorsted, vor allem im Hinblick auf seine 2012 gesetzten Ziele für 2016. Denn Ende kommenden Jahres wird abgerechnet: Dann muss sich Rorsted von den Gesellschaftern des Henkel-Clans an der Zielerfüllung messen lassen. Schafft er es, den Konzernumsatz auf 20 Milliarden Euro zu steigern – die Hälfte davon soll aus Schwellenländern kommen – und den Gewinn je Aktie im Schnitt jährlich um zehn Prozent zu erhöhen?

Ende des Jahres dürfte Henkel auf rund 18 Milliarden Euro Umsatz kommen. Ohne weitere Zukäufe rückt die 20-Milliarden-Marke in kaum erreichbare Ferne.

Ohnehin legen Umsatz und Gewinn längst nicht mehr so rasant zu wie in den guten ersten Jahren nach Rorsteds Amtsantritt 2008. Die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr musste Henkel nach dem dritten Quartal 2015 an den unteren Rand der prognostizierten Spanne senken. Im Gesamtjahr wird Henkel vor allem wegen der Schwäche der chinesischen Wirtschaft nur noch um etwa drei Prozent wachsen. Bislang hatte sich Henkel ein Plus von bis zu fünf Prozent zugetraut.

Die Veränderung der Henkel-Bilanz nach Rorsteds Amtsantritt ( Für eine Großansicht auf das Bild klicken)

Die Veränderung der Henkel-Bilanz nach Rorsteds Amtsantritt (Für eine Großansicht auf das Bild klicken)

„Wir sind sehr zuversichtlich, insbesondere unser wichtigstes Ziel von jährlich durchschnittlich zehn Prozent Gewinnwachstum je Aktie zu erreichen – wenn es 2016 keine dramatischen Währungsturbulenzen oder Krisen gibt“, sagt Rorsted. Im Gespräch erklärt er erstmals im Detail, wie er dazu Henkel in Nordamerika wieder auf Kurs bringen will, was er in China plant und wie das Großprojekt One Global Supply Chain, kurz OneGSC genannt, konzernweit die Warenbeschaffung optimieren soll.

Mit OneGSC sollen künftig alle Einkaufs-, Produktions- und Transportprozesse der drei Bereiche Klebstoffe, Kosmetik und Waschmittel weltweit über eine einheitliche SAP-Plattform gesteuert werden. Die Federführung für das Projekt, in das Henkel schon einen dreistelligen Millionenbetrag investiert hat, übernimmt eine neue Tochter mit rund 180 Mitarbeitern in Amsterdam.

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