Saisonale Produkte: Das Geschäft mit den Jahreszeiten

Saisonale Produkte: Das Geschäft mit den Jahreszeiten

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Vier Monate vor Weihnachten sind die ersten Schokoladennikoläuse auf dem Weg in die Regale

von Lisa Rossel

Zehn Prozent des Umsatzes von Süßwaren entfallen auf saisonale Produkte wie Schokonikoläuse und Lebkuchen. Ganze Marken bauen auf dem Geschäft mit den Jahreszeiten auf.

Theoretisch gehören Lebkuchen, Spekulatius und gebrannte Mandeln in die Adventszeit. Praktisch jedoch stehen sie regelmäßig ein bisschen früher in den Regalen der Supermärkte – auch in diesem Jahr. Etwa 30 Hersteller in Deutschland leben von Saisonartikeln. Und sie produzieren schon seit Mai für das Weihnachtsgeschäft, bestätigt der Bundesverband der deutschen Süßwarenindustrie (BDSI).

Zwar sollen die 144 Millionen Schokomänner erst Anfang November in den Regalen auftauchen. Diverse Produzenten, wie zum Beispiel Schokoladenhersteller Hachez aus Bremen, planen den Verkaufsstart aber schon für Anfang Oktober.

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Schokonikoläuse und -osterhasen sind aber nicht die einzigen Saisonartikel, die jährlich wiederkehren. Im vergangenen Jahr entfielen nach Angaben des BDSI zehn Prozent des jährlichen Umsatzes mit Süßwaren auf Saisonartikel - eine Summe von knapp 13 Milliarden Euro.

Andreas Pogoda von der Markenberatung Brandmeyer in Hamburg rät seinen Kunden sogar, eine Marke als Saisonprodukt zu verkaufen. Der Grund: Die regelmäßige Verfügbarkeit macht attraktiv – und nützt auch den Herstellern. Sie können den Verkauf besser planen. Deshalb gibt es die Praline Mon Chérie in den Sommermonaten nicht zu kaufen. Nach Angaben des Herstellers Ferrero soll damit die Qualität der temperaturempfindlichen Pralinen gewahrt werden.
Doch wahr ist auch: Das Unternehmen nutzt die Sommerpause dazu, um das Produkt danach in den Laden zu bringen.

Saisonale Produkte profitieren außerdem von ihrem Rhythmus. Ist ein Produkt noch nicht so bekannt, schmeckt aber immer wieder gut, kann es durch Mund-zu-Mund-Propaganda schnell zum Kultobjekt werden. „Wichtig ist, dass die Erwartungen des Verbrauchers immer wieder erfüllt werden“, sagt Pogoda.

Ein weiterer Vorteil: Regelmäßige Werbeaktion entlasten die Unternehmen. Einmalige Aktionen hingegen kosten Energie, außerdem verpuffen die Effekte schnell.

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Doch saisonale Produkte sind auch in anderen Branchen beliebt. Neben der Süßwarenindustrie nutzt auch die Finanzbranche saisonale Veranstaltungen, um auf ihre Finanzprodukte hinzuweisen: Die Sparkassen feiern jährlich am 31.10. ihren Weltspartag.

Angeblich soll an die volkswirtschaftliche Bedeutung des Sparens erinnert werden, doch nach Aussage von Pogoda wollen die „Banken für Jedermann“ durch die jährliche Wiederholung einen bleibenden Eindruck bei den kleinsten Sparern hinterlassen – mit bunten Spardosen, Plüschtieren und anderen Werbegeschenken.

Mit Material von der dpa.

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