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Sanierung: Der Schleckersche Insolvenzplan

von Lothar Schnitzler

Der Büroausstatter Herlitz hat es gemacht, der Modelleisenbahnbauer Märklin, die Modekette SinnLeffers ebenso wie der Druckmaschinenhersteller Manroland. Jetzt will auch Schlecker die Planinsolvenz.

Die besten Tweets zur Schlecker-Pleite

Mit neuem Claim ("For You. Vor Ort"), neuem Management und einer überarbeiteten Corporate Identity wollte sich der skandalumwitterte Drogeriekonzern Schlecker neu aufstellen. Beim Verbraucher kam die neue Strategie nicht gut an. Jetzt muss das Unternehmen Insolvenz anmelden. Aus der Netzgemeinschaft gibt es für Schlecker, das derzeit bundesweit Hunderte von Filialen schließt, nur blanken Hohn. Die besten Tweets zum Thema kurz nach der Verkündung der Insolvenz...

Quelle: dpa

Gegenüber der klassischen Insolvenz bietet die Planinsolvenz erhebliche Vorteile. Während es bei herkömmlichen Verfahren in der Regel darum geht, die Einzelteile des Unternehmens – seine es Grundstücke, Gebäude oder ganze Tochtergesellschaften möglichst gewinnbringend zu verkaufen, ist bei der Planinsolvenz die Weiterführung des Unternehmens das Ziel. In der Regel bleiben die Manager oder Unternehmer in Amt und Würden. Den Rettungsplan erarbeiten die Chefs des Pleiteunternehmens vor der Anmeldung der Insolvenz und reichen ihn zusammen mit Insolvenzantrag ein.

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Die Erfahrungen mit dem neuen Instrument nach dem Inkrafttreten der Insolvenzreform im Jahre 1999 sind positiv. „Immerhin 60 Prozent der Unternehmen. die bei der Antragstellung noch operativ tätig sind, können durch Planinsolvenz erfolgreich saniert werden", sagt der Insovenzexperte Hans Haarmeyer, Professor am RheinAhrCampus-Remagen. Das ist auch gut für die Gläubiger: Ein funktionierendes Unternehmen bringt höhere Quoten bei der Abfindung als die Leichenfledderei im herkömmlichen Verfahren.

Mehr Geld für Gläubiger, weniger Kündigungen

Statt zwei bis drei Prozent erhalten die Gläubiger rund 20 Prozent ihrer Forderungen erstattet. Vor allem laufen die Sanierungen im Planverfahren deutlich schneller. So brauchte der Düsseldorfer Insolvenzverwalter Horst Piepenburg nur acht Monate um die Insolvenz der Modekette SinnLeffers zu Ende zu bringen. Positiv ist auch die Arbeitsplatzbilanz: Weit über 50 Prozent der Arbeitsplätze bleiben bei Planinsolvenzen erhalten.
Allerdings bildet – bezogen auf die Gesamtheit der Insolvenzfälle – die Planinsolvenz noch immer die Ausnahme. Nur bei rund drei Prozent der Insolvenzverfahren kommt das neue Schema zum Tragen. Anders sieht es bei den Verfahren mit Unternehmen mit über hundert Mitarbeitern aus, wo etwa die Hälfte der Insolvenzen als Planinsolvenzen durchgeführt wird.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 22.01.2012, 14:34 UhrAnonymer Benutzer: Ortelsburg44

    Diese Pleite sollte für alle Unternehmen Waenung sein.
    Schlecker bis her: menschenverachtend - feindlich gegen Mitarbeiter .
    Alles rächt sich.
    Helmut Beck 72250 Freudenstadt

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