Schadsoftware „Petya“: Cyberangriff trifft größte Reederei der Welt heftig

Schadsoftware „Petya“: Cyberangriff trifft größte Reederei der Welt heftig

, aktualisiert 28. Juni 2017, 12:31 Uhr
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Kundenaufträge können derzeit von Maersk nicht gebucht werden.

Quelle:Handelsblatt Online

Wem gehört dieser Container? Eigentlich kann die größte Reederei der Welt das jederzeit beantworten. Doch ein Hackerangriff wirbelt die Betriebsabläufe durcheinander. Teilweise werden Riesenschiffe per Hand entladen.

Die Schiffe der größten Container-Reederei Maersk fahren heute, können kommunizieren und die Crews sind sicher auf den Weltmeeren unterwegs. Doch dass das Unternehmen diese Selbstverständlichkeit erwähnen muss, zeigt, wie heftig eine Cyberattacke mit der Schadsoftware „Petya“ den Konzern getroffen hat.

A.P. Moller-Maersk hat einige Systeme wegen des Angriffs heruntergefahren und prüft weiterhin die vollen Auswirkungen auf die Computernetzwerke. Das hat gravierende Folgen: Kunderorders können nicht eingebucht werden. „Unser Portal ist außer Betrieb und wir können keine Aufträge aufnehmen, bis wir es wieder hochgefahren haben“, so Vorstandsmitglied Vincent Clerc im Gespräch mit der Finanzagentur Bloomberg. Er wollte keine Auskunft geben, wann die Systeme wieder in Betrieb gehen könnten.

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„Wir sind sehr vorsichtig um sicherzustellen, dass beim Anfahren der Anwendungen die Attacke eingedämmt und zurückgedrängt ist. Das beschränkt die Zugriffsmöglichkeiten, die wir im Moment haben“, so Clerc weiter.

Auch die Sparte APM Terminals, die 76 Häfen und Umschlagplätze in 59 Ländern betreibt, ist an einigen Standorten betroffen – unter anderem der Hafen von New York und New Jersey, der größte Hafen an der US-Ostküste. Auch Rotterdam ist betroffen, Europas größter Hafen.

Ein von Maersk betriebenes Terminal in der Nähe der indischen Metropole Mumbai konnte am Mittwoch keine Container be- oder entladen wegen des Angriffs. Das „Gateway Terminal India“ war nicht in der Lage festzustellen, welche Schiffsladung wem gehört. Der Hafen reagierte darauf mit manuellen Ladevorgängen, erklärte der Verwaltungsratschef Anil Diggikar. Die Energiesparte von Maersk, die etwa Öl in der Nordsee fördert, ist nicht vom Angriff betroffen.


Maersk-Kunden müssen mit Verzögerungen rechnen

Die jüngste Attacke ähnelt dem „WannaCry“-Virus und hat über Nacht Asien erreicht, nachdem am Dienstag Europa und die USA erfasst worden waren. Unternehmen und Regierungssysteme waren betroffen. Die Hackersoftware fordert 300 Dollar in Form von Digitalwährungen, um infizierte Rechner zu befreien.

Maersk-Kunden müssten mit Verzögerungen bei Lieferungen rechnen, sagt Vorstand Clerc: „Es wird einige Auswirkungen haben auf Aufträge, die wir derzeit ausführen.“ Und er ergänzt: „Ich glaube, es hat nicht die Dimension, den globalen Handel zu beeinträchtigen. Aber es beeinträchtigt unsere Arbeit.“

Die Containerschiffe von Maersk transportieren etwa 15 Prozent der über die Weltmeere verschifften produzierten Güter. Der Angriff trifft das Unternehmen in einem Moment, da es eine neue Digitalisierungsstrategie umsetzt, um eine Branche zu modernisieren, in der die meisten Buchungen immer noch per Telefon getätigt werden.

Maersk habe keinerlei Lösegeld an die Hacker gezahlt, versichert Clerc. „Nach unseren Kenntnissen haben Regierungen die von den Hackern genutzten Zahlungskanäle stillgelegt.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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