Schlecker-Pleite: Gläubiger beschließen Zerschlagung

Schlecker-Pleite: Gläubiger beschließen Zerschlagung

Das lang angekündigte Aus ist nun eingetreten: Die Schlecker-Gläubiger haben für die endgültige Zerschlagung der Drogeriemarktkette gestimmt. Am Ende des Monats erhalten 13.200 Schlecker-Mitarbeiter die Kündigung.

Die Schlecker-Gläubiger haben am Dienstag wie erwartet für das endgültige Aus der insolventen Drogeriemarktkette gestimmt. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz sagte nach dem Treffen in Ulm: „Die Stilllegung des Geschäftsbetriebs von Anton Schlecker e.K. ist mit großer Mehrheit beschlossen worden.“ Eine Fortführung sei nicht mehr zu vertreten gewesen. Bereits am Freitag hatte sich der Ausschuss mit den größten Gläubigern für das Ende ausgesprochen und damit die entscheidenden Weichen gestellt. Die Kündigungen der 13 200 Schlecker-Mitarbeiter sollen zum Ende des Monats rausgehen.

Rund 5000 Beschäftigte der beiden Schlecker-Töchter IhrPlatz und Schlecker XL können aber weiter hoffen. Denn die 490 Filialen von IhrPlatz sowie die 342 Schlecker-XL-Märkte sollen vom Münchner Investor Dubag übernommen werden. Die Zukunft der XL-Filialen ist Thema einer eigenständigen Versammlung, die noch am Dienstagnachmittag stattfinden sollte. Die Gläubigerversammlung von IhrPlatz ist dagegen für Mittwoch anberaumt.

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Insolvenzverwalter verteidigt Eigentümerfamilie

Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz hat die frühere Eigentümerfamilie der Drogeriemarktkette gegen den Vorwurf einer Bereicherung auf Kosten des Unternehmens in Schutz genommen. „Man kann der Familie viel vorwerfen“, sagte Geiwitz am Dienstag in Ulm. Etwa, dass sie zu spät reagiert habe. „Man kann ihr aber nicht vorwerfen, Vermögen im großen Stil weggeschafft zu haben“, betonte er. Medien hatten von hohen Gewinnen der Schlecker-Kinder durch ein für die Kette tätiges Logistikunternehmen berichtet.

Geiwitz wies darauf hin, dass Firmengründer Anton Schlecker sehr viel Geld in sein Unternehmen gesteckt habe. Allein in den Jahren 2008 bis 2012 seien es 460 Millionen Euro gewesen. „Durch einen Wechsel der Rechtsform weg vom eingetragenen Kaufmann hätte Anton Schlecker viel mehr Vermögen retten können“, sagte er.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat die Pleite der Drogeriekette Schlecker „sehr bedauert“ und will eine zügige Vermittlung der Betroffenen erreichen. Die Chancen dafür stünden wegen der regionale Streuung gut, sagte die CDU-Politikerin am Dienstag in Berlin. Zudem sei die Bundesagentur für Arbeit bereits frühzeitig einbezogen worden. Das erhöhe die Vermittlungschancen für die mehr als 10.000 vor der Arbeitslosigkeit stehenden Frauen.

Eine Transfergesellschaft, wie sie die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di fordert, sei nicht umsetzbar, sagte die Ministerin weiter. Das hätten die vergangenen Wochen gezeigt. Denn diese Idee sei nicht an den beteiligten Bundesministerien gescheitert, sondern letztlich an den Ländern.

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Gerade dies hat die Verdi-Landesvorsitzende Leni Breymaier am Dienstag erneut eingefordert. Sie forderte Hilfen wie etwa einen Sonderfonds bei der Bundesagentur für Arbeit oder Geld für Transfergesellschaften. Sie sagte: „Was hier passiert, ist eine Katastrophe für die Schlecker-Frauen und Schande für die soziale Marktwirtschaft.“ Begleitet wurde die Versammlung der Gäubiger von Demonstrationen mehrerer hundert Schlecker-Verkäuferinnen vor dem Versammlungsort.

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