Schlecker: Tausende verlieren Ende März ihren Job

16. März 2012

Bis 31. März sollen die Massenentlassungen bei der insolventen Drogeriekette Schlecker ausgesprochen werden.

Die Uhr für die knapp 12.000 von Arbeitslosigkeit bedrohten Schlecker-Mitarbeiter tickt: Zum 31. März verlieren sie ihre Jobs. Aber eine Transfergesellschaft, die sie auffangen soll, wird nach wie vor zwischen Bund und Ländern verhandelt. Der baden-württembergische Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) hat sich am Freitag erneut für ein gemeinsames Vorgehen von Bund und Ländern eingesetzt. „Denn eine rasche Lösung ist nur bundesweit möglich“, sagte der Minister im RBB-Inforadio. Bund und Länder müssten hierfür koordiniert arbeiten. Darin sei er sich einig mit Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Dazu liefen „intensive Abstimmungsrunden“ mit Bund und Ländern. Am Wochenende treffen sich zudem die Arbeitnehmervertreter und der Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz zu Verhandlungen.

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Baden-Württemberg habe zwar die Schlecker-Zentrale und koordiniere die Bemühungen der Bundesländer um eine Transfergesellschaft. Es habe aber nicht mehr Schlecker-Beschäftigte als es seiner Bevölkerungszahl entspreche, sagte Schmid auf die Frage, wie groß der Finanzierungsanteil seines Landes sein werde.

Geiwitz will die zu entlassenden Mitarbeiter - vorwiegend Frauen - ab April in einer Transfergesellschaft auffangen. Dafür braucht er nach jüngsten Angaben etwa 70 Millionen Euro und hat dafür bei der staatlichen Förderbank KfW angefragt. Der Bund hatte ein Darlehen über die Bank aber zunächst abgelehnt. Am Donnerstag hieß es dann aus Stuttgarter Regierungskreisen, bei der Finanzierung werde an einer Lösung zwischen Bund und Ländern gearbeitet. Der Bund will aber nach Angaben aus Berliner Regierungskreisen bei Hilfen für die Beschäftigten keinerlei Haftung übernehmen. Das hätten die drei beteiligten Berliner Ministerien für Arbeit, Wirtschaft und Finanzen vereinbart.

Auslandstöchter als Sicherheit?

Ein Plan B könnte sein, die profitablen Auslandstöchter von Schlecker als Sicherheit für einen Kredit bei einer Hausbank zu benutzen. Auch dazu liefen derzeit Gespräche, sagte Minister Schmid im Inforadio-Interview.

Am Wochenende und in der kommenden Woche wird weiter fieberhaft an einer Lösung gearbeitet. Die Gewerkschaft ver.di, der Schlecker-Gesamtbetriebsrat und der Insolvenzverwalter treffen sich am Samstag in Kassel, um unter anderem über den Sozialplan für die zu Entlassenden und die Transfergesellschaft zu reden. Am Montag sollen in Berlin die Bundesländer zu Beratungen zusammenkommen.

Bereits gestern wurde die Aufgabe der größeren Lager auf den Weg gebracht. Künftig wird es nur noch fünf statt bisher 13 Lager-Standorte geben. 840 Jobs fallen weg. Sie sind in der von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz angekündigten Zahl von fast 12.000 Beschäftigten enthalten, die ihre Arbeitsplätze verlieren.

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Schlecker will Filialen in ganz Deutschland schließen und veröffentlicht eine Liste der betroffenen Standorte. Über 60 Geschäfte machen allein in Berlin dicht.

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Miese Noten für Anton Schlecker

Der Gründer der insolventen Drogeriekette Schlecker bekommt von der Bevölkerung miese Noten. Nach einer Umfrage des „Handelsblatts“ gilt Anton Schlecker als der mit Abstand unbeliebteste Unternehmer in Deutschland. Nur vier Prozent halten ihn für einen idealen Unternehmer. „Ideale“ Manager sind in den Augen der Menschen dagegen Bosch-Chef Franz Fehrenbach und dm-Gründer Götz Werner mit 88 und 87 Prozent Zustimmung. Dahinter
folgt VW-Chef Martin Winterkorn, den 78 Prozent der Befragten für einen guten Manager halten. Für die Umfrage wurden in dieser Woche von Forsa mehr als 1000 Bürger im Auftrag des „Handelsblatts“
befragt.
Am wichtigsten sei den Menschen, dass der Unternehmer „offen und ehrlich gegenüber der Belegschaft“ sei, sagte Forsa-Chef Manfred Güllner der Zeitung. Zu den besonders positiven Eigenschaften zählten darüber hinaus das Bemühen um das Vertrauen der Belegschaft und ein verantwortungsvolles Handeln gegenüber Gesellschaft und Umwelt. Deutlich weniger ins Gewicht falle, ob der Manager um eine hohe Frauenquote im Unternehmen bemüht sei oder „notwendige Maßnahmen mit Härte“ durchsetze.

dpa, ap

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