Schmerzhafte Sanierung: Rund 20 Karstadt-Filialen droht die Schließung

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Schmerzhafte Sanierung: Rund 20 Karstadt-Filialen droht die Schließung

, aktualisiert 15. Juli 2014, 10:27 Uhr

Sorge um mehr als 20 Karstadt-Häuser: Die Mitarbeiter müssen sich offenbar erneut auf harte Einschnitte einstellen.

Karstadt-Aufsichtsratschef Stephan Fanderl stimmt die 17.000 Mitarbeiter der angeschlagenen Warenhauskette auf tiefe Einschnitte in das Filialnetz ein. Es gebe zwar noch keine konkreten Schließungsbeschlüsse, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ („FAZ“). „Aber das Unternehmen macht sich seit einiger Zeit berechtigte Sorgen um die Profitabilität von mehr als 20 Häusern.“ Das entspricht etwa einem Viertel der bundesweit 83 Karstadt-Häuser.

„Es wird schmerzhafte Einschnitte geben müssen, um dem gesunden Kern eine Zukunft zu geben“, betonte Fanderl in einem Gespräch mit der „FAZ“. Mit Einschnitten sei auch in der Essener Hauptverwaltung und in der Logistik zu rechnen. „Es ist klar, dass Karstadt in der derzeitigen Situation alles auf den Prüfstand stellen muss“, sagte Fanderl. „Die Kraft der Karstadt-Filialen, zu hohe Zentral- und Logistikkosten zu tragen, ist genauso begrenzt wie die Fähigkeit, auf Dauer eine zu große Zahl unprofitabler Standort zu betreiben.“

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Karstadt-Parkhaus Quelle: dpa

Das Management arbeite mit Hochdruck daran, dem Aufsichtsrat und den Arbeitnehmergremien „zeitnah“ ein umfassendes und belastbares Sanierungskonzept vorzuschlagen. Mit allen Vertragspartnern des angeschlagenen Warenhausunternehmens sollen Gespräche geführt werden.

Kein Geld über die Ladenkasse

Mit dem Warenkreditversicherer des Unternehmens sei eine Verlängerung des Vertrages um ein Jahr erreicht worden. Damit ist das für das Unternehmen besonders wichtige Weihnachtsgeschäft gesichert. Karstadt habe auch genug Liquidität und sei handlungsfähig, versicherte Fanderl. Karstadt verdiene aber „über die Ladenkasse noch immer kein Geld“.

Konzernchefin Eva-Lotta Sjöstedt, die als große Hoffnungsträgerin galt, räumte bereits nach weniger als fünf Monaten ihre Platz. Sie sehe keine Basis mehr für den von ihr angestrebten Sanierungsprozess, hatte die Schwedin überraschend Anfang vergangener Woche erklärt. Arbeitnehmervertreter zeigten sich schockiert. Verdi forderte die Eigentümer auf, ihre Pläne auf den Tisch zu legen und zu investieren.

Fanderl sagte dazu, er bedaure den Abgang Sjöstedts. Karstadt habe aber mit Miguel Müllenbach und Kai-Uwe Weitz „erfahrene Geschäftsführer“, mit denen die Sanierung angegangen werden solle.

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Investor Nicolas Berggruen hatte den Karstadt-Konzern im Juni 2010 für den Symbolpreis von einem Euro übernommen. Kritiker werfen dem Eigentümer vor, dem Unternehmen die für eine Sanierung notwendige Finanzspritze bislang versagt zu haben.

„Von einem rationalen Finanzinvestor finanzielle Unterstützung zu erwarten, wenn man ihm nicht zeigen kann, ob und wie sich diese rentiert, ist müßig und in der Regel erfolglos“, sagte Fanderl der Zeitung. Die auf Immobiliengeschäfte spezialisierte Finanzgruppe Signa besitzt seit Herbst vergangenen Jahres 75 Prozent der Anteile an den Premium- und Sport-Warenhäusern von Karstadt - darunter das Berliner KaDeWe.

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