Schnäppchenportal: Groupon verspricht Partnern mehr Hilfe

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Schnäppchenportal: Groupon verspricht Partnern mehr Hilfe

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"Wir haben nicht das Image, das wir verdienen", sagte Groupon-Europa-Chef Christopher Muhr.

Wie eine Rakete schoss das Gutscheinportal Groupon 2010 in den Internethimmel. Mit der Euphorie war schnell Schluss. Die Schnäppchen-Aktionen trieben einige Partner an den Rande des Ruins. Jetzt soll alles besser werden.

Groupon war vor zwei Jahren der Renner im Internet. Ausgezeichnet als Startup des Jahres 2010 und mit den Publikumspreis "e-Star 2011 Online Excellence Award" schien es für das Schnäppchenportal keine Grenzen zu geben. Das Geschäftsmodell ist simpel: Internetnutzer kaufen bei Groupon Gutscheine für Produkte und Dienstleistungen in ihrer Stadt. Restaurantbesuche, Massagen oder Feinkostartikel gibt es dort für bis zu 80 Prozent unter dem Normalpreis. Der Rabatt wird möglich durch die Festlegung einer Mindestanzahl von Käufern für das jeweilige Angebot, den sogenannten "Deal". Finden sich genügend Käufer, erhält jeder den Gutschein zum Schnäppchenpreis. Gibt es zu wenige Interessenten kommt der Deal nicht zustande.

Derzeit hat Groupon nach eigenen Angaben rund 37 Millionen aktive Nutzer. 12.500 Menschen arbeiten für das Rabattportal, 250.000 Partner in 48 Ländern bieten über Groupon ihre Waren und Dienstleistungen an. Doch schon wenige Monate nach dem Start des Portals meldeten sich Unternehmen, die angaben, von Groupon ausgenutzt oder gar in den Ruin getrieben worden zu sein. Getränkelieferant Stardrinx etwa zog sich 2012 den Groll von Groupon-Kunden zu, weil er die bestellten Moet-Champagner und Red Bull-Energy-Drinks nicht mehr auslieferte. Der Stardrinkx Geschäftsführer Christian Lutz erklärte der WirtschaftsWoche damals warum: "Groupon schuldet mir immer noch Geld in der Größenordnung eines großzügigen Einfamilienhauses. Insgesamt sind 40 Prozent der Forderungen von Groupon bislang nicht bezahlt worden. So lange ich von denen kein Geld bekomme, werde ich keine Waren mehr ausliefern. Laut Vertrag soll ich nach Ende einer Groupon-Aktion eine Vorabzahlung in Höhe von 30-50 Prozent des Gesamtumsatzes erhalten. Das ist nicht geschehen." Lutz rechnete damals mit einem Rechtsstreit, der sich bis zu fünf Jahren hinziehen könne.

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"Wir haben nicht das Image, das wir verdienen"

Der Getränkelieferant war nicht der einzige Partner, der sich von Groupon ins Chaos gestürzt fühlte. Vor allem viele Kleinunternehmer unterschätzen die Wirkung der Rabatte und wurden dem Kundenansturm nicht Herr. Außerdem waren die Preise oft so gering kalkuliert, dass die Unternehmen draufzahlten. Die erhofften Zweit- oder Drittbesuche der mit Gutscheinen angelockten Kunden, blieben oft aus. Das Geschäft rechnete sich nicht.

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Die Partner fühlten sich von Groupon schlecht informiert und allein gelassen. Jetzt soll alles besser werden, verspricht Groupon-Europa-Chef Christopher Muhr im Gespräch mit dem manager magazin. "Wir haben nicht das Image, das wir verdienen", wehrt er sich. Man sei nicht perfekt, arbeite aber an sich. "Wir versuchen, den Händlern dabei zu helfen, maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln, die funktionieren und ihnen einen Return on Investment bringen. Wir helfen den Händlern zu verstehen, wer eigentlich ihre Kunden sind. Und mit der Zeit werden wir das noch deutlich intelligenter machen. Dazu sind Werkzeuge in der Art von Google Analytics nötig, mit Hilfe derer den Händlern klar wird, was sie für ihr Geld kriegen, wer ihre Kunden sind, was diese konsumieren und wann sie zurückkommen. Das, was Google für den eCommerce ist, wollen wir für den lokalen Handel werden."

Vor der zunehmenden Konkurrenz wie Ebay Chart zeigen oder Google Chart hat Muhr keine Angst. "Die These, dass das Rabattgeschäft eigentlich jeder Idiot könne, ist falsch - was man auch daran sieht, dass viele unserer Konkurrenten bereits eingegangen sind, während wir in fast allen wichtigen Märkten Marktführer sind. Kleine, lokale Anbieter haben oft nicht die Größe und werden sich auf lokale Märkte beschränken müssen."

Auf Groupon wartet noch ein hartes Stück Arbeit. Im November 2011 ging das Internet-Startup an die Börse, die Aktie kostete damals rund 20 Dollar. Der Kurs fiel innerhalb der nächsten zwölf Monate stetig, landete im Dezember 2012 auf einem Tiefstand von knapp drei Dollar. Aktuell ist das Papier wieder gut sieben Dollar wert. Anleger zweifeln schon länger daran, dass das Geschäftsmodell von Groupon auf Dauer funktioniert. Amazon hat fast seine gesamte Investition in den Groupon-Rivalen LivingSocial abgeschrieben. Groupon selbst steckt noch immer in den roten Zahlen. Zwar setzte der US-Konzern weltweit mehr als 2,3 Milliarden Dollar um, hängen blieb aber nichts. Der Verlust betrug 67,4 Millionen Dollar. Einziger Trost: Die Richtung stimmt. 2011 stand noch ein Minus von weit über 370 Millionen Dollar in den Büchern.

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