Schokostreit: Ritter Sport siegt gegen Stiftung Warentest

Schokostreit: Ritter Sport siegt gegen Stiftung Warentest

von Kerstin Dämon

Der Schokoladen-Hersteller Ritter Sport hat im Streit mit der Stiftung Warentest einen weiteren Sieg errungen. Das Landgericht München entschied, dass eine einstweilige Verfügung gegen die Stiftung Warentest weiterhin Bestand hat.

Durch das Urteil dürfen die Prüfer der Stiftung Warentest dem Hersteller in ihrem Schokoladentest keine irreführende Kennzeichnung eines Vanillearomas vorwerfen. Die Stiftung Warentest nimmt diese Entscheidung nicht hin und wird deshalb Berufung gegen das Urteil einlegen.

In einem Test von Vollmilch-Nuss-Schokoladen hatte die Stiftung Warentest der Ritter Sport-Tafel die Note fünf gegeben, weil die Schokolade das Aroma Piperonal enthalte, das künstlich hergestellt worden sei. Dieser Aromastoff, der in der Sorte "Voll-Nuss" des Schokoladenherstellers aus dem baden-württembergischen Waldenbuch vorkommt, sei falsch deklariert gewesen. So jedenfalls der Vorwurf der Stiftung Warentest. Obwohl nicht klar sei, ob der Aromastoff nun chemisch hergestellt oder natürlichen Ursprungs sei, habe Ritter Sport mit "natürlichen Aromen" geworben. Deshalb vergab die Stiftung die Note "mangelhaft" - wegen irreführender und falscher Angaben. Die Qualität der Schokolade sei aber gut. "Der Aromastoff Piperonal stellt keine gesundheitliche Gefahr dar, Ritter Sport Voll-Nuss kann also bedenkenlos verzehrt werden", hieß es bei Warentest.

Anzeige

Klagen gegen Stiftung Warentest Ritter Sport erwirkt einstweilige Verfügung

Ein Gericht verbietet der Stiftung Warentest die Behauptung, der Schokohersteller verwende chemische Aromen. Die Erfolgsaussichten einer Klage sind dennoch schlecht: Die Stiftung musste noch nie Schadenersatz zahlen.

Quelle: Fotolia

Gegen dieses Urteil ging der Schokoladenhersteller auf die Barrikaden und erwirkte sogar eine einstweilige Verfügung gegen die Warenprüfer. Die nahmen es gelassen. "Wir haben vier bis fünf Klagen im Jahr", sagte Pressesprecherin Heike von Laak gegenüber WirtschaftsWoche Online. Das letzte Mal, dass die Stiftung ein Urteil revidieren und sich entschuldigen musste, sei in den 1990er Jahren der Fall gewesen. Schadenersatz musste die Stiftung Warentest noch nie zahlen. Das Landgericht München habe die Tester außerdem gar nicht angehört, bevor es Ritter Sport Recht gegeben habe. Und das, obwohl man nur das Versprechen des Aromenherstellers Symrise habe, seine Rohstoffe natürlich zu produzieren.
"Es wird dann ein Gericht entscheiden müssen, wer Recht hat: Ritter Sport oder wir", sagt von Laak Ende November. Einen Vergleich lehnten beide Parteien ab. Schließlich geht es sowohl für die Warentester als auch für Ritter Sport um das Vertrauen der Verbraucher. Beide wollen ein klares Urteil.

Weitere Artikel

Der Aromenhersteller Symrise, der Ritter Sport beliefert, hat deshalb im Dezember eine eidesstattliche Versicherung abgegeben, dass das Aroma Piperonal natürlichen Ursprungs sei und legte dabei sein Herstellverfahren offen. Bis dato hatte das Unternehmen darüber geschwiegen, wie der Stoff, der auch in Pflanzen wie Pfeffer oder Dill vorkommt, hergestellt wird. Vorsichtshalber war auch die Lebensmittelüberwachung des Landkreises Holzminden bei Symrise vorstellig geworden und hat Proben des umstrittenen Stoffes entnommen. Der Streitwert des Verfahrens liegt bei 500.000 Euro.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%