Schottenbank grätscht in Rettung: Warum der Verkauf von Max Bahr gescheitert ist

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Schottenbank grätscht in Rettung: Warum der Verkauf von Max Bahr gescheitert ist

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Hat die Royal Bank of Scotland Max Bahr auf dem Gewissen?

von Henryk Hielscher

Hat die Royal Bank of Scotland (RBS) Max Bahr auf dem Gewissen? Folgt man einer Presseerklärung des Max-Bahr-Insolvenzverwalters Jens-Sören Schröder ist der Verkauf der Baumarktkette an ein Konsortium um den Wettbewerber Hellweg daran gescheitert, dass sich ein Immobilien-Ableger der Bank und der Kaufkandidat nicht über Sicherheiten für Mietverhältnisse einigen konnten.

Das Problem: Die Gesellschaft Moor Park MB ist die zentrale Vermieterin der Max-Bahr-Märkte. Die Immobiliengesellschaft hatte schon vor geraumer Zeit Insolvenz angemeldet, Hauptgläubigerin von Moor Park ist die Royal Bank of Scotland. Sie hatte ihre Zustimmung für einen Verkauf an Hellweg davon abhängig gemacht, dass Hellweg eine Bürgschaft entsprechend der bisherigen.

Konzerngarantie der insolventen Praktiker AG stellt. Dabei  soll es um einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag gegangen sein.  „Eine Konzernbürgschaft wollte Hellweg als mittelständische Familienunternehmen nicht übernehmen“, heißt es dazu in der Pressemitteilung des Max-Bahr-Verwalters.

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Doch warum hat sich RBS nicht darauf eingelassen, die Sicherheiten zu kappen? Entscheidend war offenbar, dass die Bank im Falle eines späteren Scheiterns noch höhere Verluste befürchtete. Denn dann wären Banken und Warenkreditversicherer besser abgesichert gewesen als der Vermieter.

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Tatsächlich dürfte die RBS auch so hoch gepokert haben, weil sie einen „Plan B“ in der Tasche hat. Der Moor-Park-Insolvenzverwalter, der Hamburger Jurist Berthold Brinkmann,  soll in den vergangenen Wochen und Monaten bereits Standortabgaben an Wettbewerber sondiert haben, heißt es in der Sanierungsbranche. Demnach soll es bereits für einen Großteil der 66 von Moor-Park vermieteten Max-Bahr-Märkte Interessenten geben.  Das Risiko für die Bank: Ob die Interessenbekundungen nun auch zu wirksamen Mietverträgen zu den erwarteten Konditionen führen, ist fraglich. Zumal an Baumarkt-Immobilien derzeit kein Mangel herrschen dürfte: So versucht auch Christopher Seagon, Insolvenzverwalter der Max-Bahr-Schwestergesellschaft  Praktiker, Nachmieter für Dutzende Standorte zu finden.  Das dürfte Auswirkungen auf die Immobilienpreise haben.

Auch Interessenten wie Globus, die im Verkaufsverfahren zwischenzeitlich aus dem Rennen waren, können sich nun wieder neue Hoffnung machen, Märkte zu übernehmen.

Die Max-Bahr-Beschäftigten reagierten indes schockiert auf die Nachricht. „Jetzt ist Rohrbruch. Die letzte Hoffnung ist geplatzt“, sagte Max-Bahr-Gesamtbetriebsratschef Ulrich Kruse der Nachrichtenagentur Reuters. „Alle haben darauf gesetzt, dass RBS uns noch eine Chance gibt.“ Mit der Übernahme durch Hellweg hätten insgesamt 3.600 Arbeitsplätze in bundesweit 73 Bau‐ und Gartenmärkten erhalten werden können, teilte Insolvenzverwalter Schröder mit.  Zusammen mit der Praktiker, wo die Abwicklung bereits läuft, müssten über 15.000 Beschäftigte um ihren Arbeitsplatz bangen. „Das ist bitter, ganz ganz traurig", sagte Kruse.

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