Shopping am Flughafen: Fluggäste sollen mehr Geld im Terminal ausgeben

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Shopping am Flughafen: Fluggäste sollen mehr Geld im Terminal ausgeben

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Die Flughäfen wollen Passagiere zum Konsumieren verleiten.

Es ist schwierig, mit einem Flughafen in Deutschland richtig Geld zu verdienen. Den größeren Airports gelingt dies, weil die Passagiere in den angeschlossenen Shopping-Malls eine Menge Geld lassen.

Vier Euro sind die magische Zahl für Frankfurts Flughafenchef Stefan Schulte. So viel Einzelhandelsumsatz soll beim größten deutschen Flughafenbetreiber im Schnitt hängenbleiben, wenn ein Passagier seine Terminals nutzt. Aktuell fehlen noch rund 50 Cent, aber der Einzelhandel ist zusammen mit den Vermietungen auch so schon der Goldesel des Konzerns: Fast die Hälfte des Fraport-Gewinns vor Zinsen und Steuern stammte nach den ersten neun Monaten 2013 aus diesem Segment.

Für deutliche Steigerungen sorgte zuletzt der neue Flugsteig A-Plus, den Fluggäste nur erreichen, wenn sie zuvor einen sogenannten Marktplatz durchschritten haben, auf dem allerlei schöne Dinge feilgeboten werden. Noch luxuriöser geht es im Transit-Bereich für die interkontinentalen Gäste aus Asien, Russland oder Arabien zu. Dort werden auch Luxusuhren oder Kaviar in Großmengen an die solvente Kundschaft gebracht.

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Fraport verdient über die Ladenmieten und eine Umsatzbeteiligung an der Kauflaune der Fluggäste mit. Das zweite große Drehkreuz des Landes, der Flughafen München, geht einen anderen Weg. Über die hundertprozentige Tochter Eurotrade besorgen die Münchner den Löwenanteil des Einzelhandels gleich selbst. Egal ob eleganter Marken-Shop, Uhren und Schmuck oder Presse und Reisebedarf, die Läden werden von Eurotrade selbst geschmissen, was zu höheren Erlösen, aber auch zu einem höheren Aufwand führt. Sogar ein eigenes Bier wird angeboten, das Air-Bräu.

Handelsexperte Egbert Wege von der Beratungsgesellschaft Roland Berger sieht beide deutschen Drehkreuze auf einem guten Weg: „Sie fokussieren sich gut auf die digitalen Optionen zur Kundenkommunikation und die wichtigste Kundengruppe, die internationalen Reisenden.“ Diese hätten ganz andere Bedürfnisse als europäische Vielflieger. Getrieben wird das Geschäft an den Airports von den durch Zölle und Luxussteuern bestimmten Preisunterschieden: „Für einen Chinesen etwa lohnt es sich finanziell immer, in Europa zum Beispiel Mode von Luxusmarken zu kaufen.“ Wenn er genug Zeit zum Aussuchen und Anprobieren hat.

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