Shopping-Portal Rakuten: Handelsplattform will Amazon und Ebay angreifen

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InterviewShopping-Portal Rakuten: Handelsplattform will Amazon und Ebay angreifen

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Japans größtes e-Commerce-Unternehmen könnte ein ernsthafter Konkurrent für Ebay und Amazon werden

von Henryk Hielscher und Martin Fritz

Das japanische E-Commerce-Konglomerat Rakuten will Amazon und Ebay Konkurrenz machen und setzt auf das Geschäft via Smartphones. Ein Interview mit dem Chef Hiroshi Mikitani.

Der weltgrößte Internet-Marktplatz wollte Rakuten werden und Amazon und Ebay überholen. Doch davon spricht Gründer Hiroshi Mikitani nicht mehr. Nicht nur, dass sich der Abstand zu den US-Rivalen vergrößert hat. Vor Japans Haustür ist zudem die chinesische Alibaba Group rasant zum Online-Giganten herangewachsen.

Eigentlich hat der japanische Milliardär nichts falsch gemacht: Der 49-Jährige perfektionierte das Geschäftsmodell seines Shopping-Portals mit Rundum-sorglos-Service für die 42.000 angeschlossenen Händler in Japan, bevor er 2010 mit seinem Marktplatz ins Ausland expandierte. Alle Mitarbeiter mussten dafür Englisch lernen.

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Dennoch ist Rakuten heute erst in zwölf Ländern vertreten. In den Vereinigten Staaten fassten die Japaner nicht richtig Fuß, obwohl Mikitani vor vier Jahren das Einkaufsportal Buy.com für 250 Millionen Dollar kaufte und in Rakuten.com umtaufte. Und nach nur anderthalb Jahren zog sich Rakuten 2012 aus dem Reich der Mitte zurück. Die Partnerschaft mit Chinas größter Suchmaschine Baidu beim Shopping-Portal Lekutian scheiterte. Der Kampf um die Online-Kunden wurde Mikitani zu kostspielig.

Auch 2014 werden Gewinn und Umsatz auf Rekordhöhe steigen, doch das Auslandsgeschäft schreibt rote Zahlen. Zugleich gerät das Japan-Geschäft durch Amazon und Yahoo in Japan unter Druck.

Rakuten in Zahlen. Für eine Großansicht bitte auf die Grafik klicken

Rakuten in Zahlen. Für eine Großansicht bitte auf die Grafik klicken

Daher steuert Mikitani um: Der 900 Millionen Dollar teure Messenger-Dienst Viber soll nun als neuer Wachstumsturbo dienen. Den Zukauf des WhatsApp-Rivalen im Februar nennt Mikitani einen „historischen Wendepunkt“ für Rakuten. Die 400 Millionen aktiven Viber-Nutzer in 193 Ländern erhalten kostenlose Rakuten-Einkaufspunkte als Anreiz für das Herunterladen der App und zur Gewinnung von Neukunden in den Rakuten-Web-Kaufhäusern.

Viele Viber-Nutzer sitzen in Schwellenländern, wo Rakuten eigene Online-Plattformen plant. Zugleich können Händler ihre Kunden über Viber kostenlos per Telefon, SMS und Videokonferenz ansprechen. Das virtuelle Shopping-Erlebnis wird so realer und der Online-Verkauf von beratungsintensiven Produkten wie Medikamenten erleichtert. 2013 verbrannte die App noch fast 30 Millionen Dollar, aber der Verlust wurde inzwischen gedrückt.

Das Rakuten-"Ökosystem"

Die Viber-Strategie folgt dem Rakuten-Credo, für die Kunden ein „Ökosystem“ von Dienstleistungen aufzubauen. Diesen Ansatz verfolge er auch in Deutschland, erläutert Mikitani im Interview. Kunden sammeln beim Einkaufen sogenannte Superpunkte, mit denen man auch in anderen Geschäften bezahlen kann.

In Japan etwa können bei Rakuten registrierte Kunden dort auch ein Bankkonto eröffnen, eine Kreditkarte bekommen sowie Kredite und Versicherungen abschließen. Mit Finanzdiensten erzielt die Gruppe zwei Fünftel des Jahresumsatzes von zuletzt umgerechnet 3,8 Milliarden Euro und die Hälfte des operativen Gewinns von 658 Millionen Euro.

Der deutsche Rakuten-Ableger entstand Mitte 2011 durch eine Übernahme und ist mit 21 Millionen Artikeln in 7000 Online-Läden das drittgrößte Handelsportal.

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