Softdrinks: Kokoswasser soll Europa erobern

Softdrinks: Kokoswasser soll Europa erobern

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Das Kokoswasser wird besonders als erfrischendes isotonisches Sportgetränk angepriesen

von Alexander Busch

Aus Brasilien kommt ein neues Trendgetränk: Kokoswasser. Nach dem Durchbruch in den USA soll das Isotonikum jetzt Europa erobern. Die Hersteller haben bereits Lieferprobleme.

Der brasilianische Betriebswirt Rodrigo Veloso war sich seiner Geschäftsidee so sicher, dass er alles auf eine Karte setzte: Er verkaufte sein Auto und sein Apartment in São Paulo. Er zog mit 150.000 Dollar Startkapital nach Los Angeles. Dort, an der Westküste der USA, startete er sodann seine Marktoffensive: mit Kokoswasser, der süßlichen klaren Flüssigkeit aus dem Inneren grüner Kokosnüsse.

Velosos Investment vor sieben Jahren zahlte sich schneller aus als erhofft. Schon nach einem Jahr verkaufte er in Kalifornien abgepacktes Kokoswasser unter der Marke O.N.E. – One Natural Experience – im Wert von einer Million Dollar. Als er drei Jahre später zehn Millionen Dollar umsetzte, stieg PepsiCo (Pepsi-Cola) mit einer Minderheitsbeteiligung ein. Mit seiner Marktmacht drückte der amerikanische Limonadenriese Velosos Kokoswasser US-weit in die Supermarktregale. 2010 kaufte der Konzern schließlich Veloso die restlichen Anteile an seinem Unternehmen ab und integrierte O.N.E in den Konzern.

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„Ich war davon überzeugt, dass sich Kokoswasser als Trendgetränk durchsetzen würde“, sagt der heute 33-Jährige. „Der Markt steht immer noch am Anfang.“

Umsatz von 65 Millionen Dollar

Das gilt vor allem für Europa. Zwar schaffen die 36 Kokoswasserprodukte, die es inzwischen in 19 europäischen Ländern gibt, laut einer Erhebung des britischen Nahrungsforschungsinstituts New Nutrition Business bereits einen jährlichen Umsatz von rund 65 Millionen Dollar. In fünf Jahren aber sollen es 200 Millionen Dollar sein.

Den Vertrieb für ganz Europa hat die in Nürnberg ansässige Green Coco mit Holdingsitz in der Schweiz fest in der Hand. Das Unternehmen machte nach eigenen Angaben 2011 einen Umsatz von 43 Millionen Dollar, vor allem in Bioläden. Doch das ändert sich. Nestlé, der weltgrößte Lebensmittelkonzern, testet zurzeit in Frankreich Erfrischungsgetränke auf Kokoswasser-Basis. „Kokoswasser könnte das neue Gatorade werden“, jubelt der britische Marktforscher Euromonitor. Der Sportlerdrink war vor einigen Jahren zeitweise der Wachstumsbringer von PepsiCo.

Beteiligung von Coca-Cola

Nach dieser Erfahrung stieg der Multi als Erster seiner Branche in das Geschäft mit Kokoswasser ein. Die Getränkekonzerne sind auf der Suche nach neuen Produkten, um sinkende Absätze bei zuckerhaltigen Limonaden auszugleichen. In den USA ist der Absatz von Kokoswasser insgesamt auf 400 Millionen Dollar jährlich explodiert.

Coca-Cola hat sich wie PepsiCo an einem Kokoswasserproduzenten beteiligt, dem brasilianischen Anbieter Zico, mittlerweile die Nummer zwei auf dem US-Markt. Auf Platz eins rangiert Konkurrent Vita Coco aus New York, der inzwischen einen Umsatz von 100 Millionen Dollar macht.

Madonna, Rihanna, Gisele und Kevin

Angeheizt wird der Absatz des exotischen Saftes von Showgrößen wie Popsängerin Madonna oder Rihanna, die beide an Vita Coco beteiligt sind. Für Zico tragen das brasilianische Top-Model Gisele Bündchen und Basketballstar Kevin Garnett als Mitaktionäre ihre Berühmtheit zu Markte.

Der unerwartete Erfolg des Modegetränks, das in Deutschland bisher weitgehend unbekannt ist, stellt die Getränkehersteller sogar schon vor handfeste Probleme. Denn die Plantagen in Brasilien, die bisher das meiste Kokoswasser in die USA lieferten, können mit der Nachfrage nicht Schritt halten. Die Kokosnussverarbeiter beschäftigen sich erst seit einer Dekade mit dem Wasser der Früchte, das hierzulande oftmals mit der Kokosmilch verwechselt wird. Kokoswasser sammelt sich in der Frucht, bevor es sich als Fleisch auf der Innenseite der harten Schale absetzt. Aus diesem Kokosnussfleisch, dem Kopra, wird dann die hier bekannte ölhaltige Kokosmilch gewonnen, die in Cocktails oder Speisen genossen wird.

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