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Sparkurs: Karstadt verlangt Opfer von Kellnern und Köchen

Auf seinem Sparkurs bittet Karstadt jetzt angeblich die Köche und Kellner zur Kasse: Der Warenhauskonzern fordert von Gastronomie-Mitarbeitern laut einem Medienbericht millionenschwere Opfer bei Gehalt, Urlaub und Arbeitszeit.

Karstadt

Seit 2010 hat sich Nicolas Berggruen die Sanierung des Warenhauses Karstadt auf die Fahnen geschrieben. Für den symbolischen Euro übernahm der deutsch-amerikanische Investor das Unternehmen und arbeitet seit dem an dessen Umstrukturierung. Eigenes Vermögen steckte er bislang nicht in den Umbau. Bisher deckten die Karstadterlöse die Maßnahmen.

Bild: dpa

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Karstadt wolle sich von rund 1400 Gastronomie-Beschäftigten trennen, um sie gleich wieder zu schlechteren Bedingungen in einer eigenen Tochterfirma einzustellen, berichtete das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ am Sonntag vorab. Von dem Unternehmen war dazu zunächst keine Stellungnahme zu bekommen.

Neckermann

Es ist der dritte Pflegefall aus dem Arcandor-Nachlass. 2010 kaufte der amerikanische Finanzinvestor Sun Capital den Versandhändler und strukturiert kräftig um. Das Geschäft mit gedruckten Katalogen wurde eingestampft. 1.400 der 2.500 Stellen in Deutschland fallen dem zum Opfer. Die Mitarbeiter fordern Abfindungen; die Konzernspitze beklagt, dazu fehle das Geld.

Nun hat sich Verdi und das Management über den weiteren Abbau von 1380 Arbeitsplätze nicht einigen können. Sun Capital werde keine weiteren Mittel für die Finanzierung zur Verfügung stellen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Damit ist das Unternehmen pleite.

Bild: dpa


Für Köche und Kellner bedeute das unter anderem, dass sie 40 statt 37,5 Wochenstunden arbeiten müssten, weniger Urlaub und weniger Geld bekämen, schreibt der „Spiegel“. Den Betroffenen sei per Schreiben mitgeteilt worden, dass sie künftig bei der Tochterfirma Le Buffet Restaurant GmbH angestellt würden. Wer gegen seine Ausgliederung Einspruch einlege, müsse mit einer Kündigung rechnen. Die neue Regelung solle zum 1. Oktober in Kraft treten. Das Management erhofft sich von den Veränderungen laut dem „Spiegel“ Einsparungen in Höhe von etwa 2,7 Millionen Euro.

Karstadt steht nach dem Auslaufen seines Sanierungstarifvertrages Ende August vor einem Abbau von 2000 Vollzeitstellen. Wegen des hohen Teilzeitanteils befürchtet Verdi, dass bis zu 3000 Menschen ihre Jobs verlieren könnten. Mit dem Sanierungstarifvertrag hatten die 25 000 Beschäftigten jahrelang auf Urlaubsgeld, einen Großteil des Weihnachtsgeldes und weitere tarifliche Leistungen verzichtet. Das Unternehmen kehrt nunmehr zum Flächentarifvertrag zurück und zahlt erstmals seit Jahren wieder die vollen Sonderzuwendungen.

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